VW-China-Chef „Dürfen das Drohnen-Thema als Konzern nicht aus den Augen verlieren“

Autor: Svenja Gelowicz

Volkswagen prüft Passagierdrohnen für den chinesischen Markt. China-Chef Stephan Wöllenstein selbst zeigt sich als Fan solcher Flugtaxis.

Firmen zum Thema

Flugtaxi-Projekt der VW-Konzernschwester Audi: Die Ingolstädter haben das Pop-Up Next genannte Airtaxi-Projekt Ende 2019 aufs Eis gelegt.
Flugtaxi-Projekt der VW-Konzernschwester Audi: Die Ingolstädter haben das Pop-Up Next genannte Airtaxi-Projekt Ende 2019 aufs Eis gelegt.
(Bild: Audi)

Volkswagen will in die Luft: Der Konzern kündigte übereinstimmenden Medienberichten zufolge am Dienstag (9. Februar) an, in China eine Machbarkeitsstudie über fliegende Autos durchzuführen und zu prüfen, wie sich diese industrialisieren lassen. „Über das autonome Fahren hinaus könnte das Konzept der vertikalen Mobilität ein nächster Schritt sein, um unseren Mobilitätsansatz in die Zukunft zu führen, insbesondere im technisch affinen chinesischen Markt“, zitiert die Nachrichtenagentur „Reuters“ den Konzern.

„Wir wollen eine Drohne entwickeln, die zulassungsfähig ist und die uns potenziell die Chance eröffnet, in diesem Zukunftsmarkt von individueller Mobilität, die nicht auf der Straße, sondern in der Luft stattfindet, mitzumachen“, sagte wiederum China-Chef Stephan Wöllenstein in einem Video, dass VW-Konzernchef Herbert Diess am Dienstag auf der Karriereplattform LinkedIn veröffentlicht hatte. VW China sei dazu in Gesprächen mit Unternehmen.

Wöllenstein betont, dass der Konzern das „Thema nicht aus den Augen verlieren“ sollte. Er selbst sei bereits mit einer Drohne geflogen, es habe „Spaß gemacht“ – und auch Diess soll bald die Möglichkeit dazu bekommen. „Auch wenn der ein oder andere in der Sicherheitsabteilung vielleicht Schweißperlen hat, wenn der Chef des VW-Konzerns in die Luft geht“, so der Manager.

Audi-Pläne: Bruchlandung?

Die VW-Konzernschwester Audi hatte bereits 2018 mit Airbus und dem Designstudio Italdesign eine Drohnentaxi-Studie gezeigt. Das Konzept kombinierte damals ein autonomes E-Fahrzeug und eine Passagierdrohne. Berichten zufolge hat der Konzern das Projekt unlängst auf Eis gelegt.

Neben großen Unternehmen wie Volkswagen und Airbus verfolgen auch Unternehmen wie das US-Start-up Joby Aviation, das deutsche Unternehmen Lilium sowie Volocopter, zu dessen Geldgebern Daimler und Intel gehören, solche Pläne. Das Münchener Unternehmen Lilium kündigte im November an, sein erstes US-Drehkreuz in der Nähe von Orlando zu errichten. Der Autohersteller und VW-Konkurrent Hyundai will noch dieses Jahr einen Start- und Landeplattform für Flugtaxis in England bauen.

Milliardenmarkt bis 2050

Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger rechnet für 2050 weltweit mit rund 160.000 kommerziellen Shuttle-Drohnen und einem jährlichen Marktvolumen von 90 Milliarden Dollar.

(ID:47121400)

Über den Autor

 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Redakteurin im Ressort Management