Verkehrssicherheit erhöhen Projekt LTSA+: Überquerung von Straßenkreuzungen bedarfsgerecht ausrichten

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Im Rahmen des Projekts LTSA+ haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Vitronic ein System zur Verkehrssteuerung an Ampeln weiterentwickelt, das zu Fuß gehende Menschen berücksichtigt. Damit lässt sich das Überqueren von Straßenkreuzungen für Fußgänger sicherer und effizienter gestalten.

Im Projekt LTSA+ wurde die Ampelsteuerung so angepasst, dass sie auch Menschen zu Fuß automatisch erkennt.(Bild:  DLR)
Im Projekt LTSA+ wurde die Ampelsteuerung so angepasst, dass sie auch Menschen zu Fuß automatisch erkennt.
(Bild: DLR)

Die im Projekt entwickelte LTSA-Verkehrssteuerung basiert auf einer von Vitronic entwickelten Sensorplattform, die Verkehrsobjekte datenschutzkonform erkennt. Die Daten werden in Echtzeit mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) verarbeitet, um die Verkehrssituation zu interpretieren. Die Verkehrsobjekte werden klassifiziert und ihre vermutlichen Wege bestimmt. Die Steuerung konnte so angepasst werden, dass sie auch Menschen zu Fuß automatisch erkennt. So weiß die Ampel immer, wie viele zu Fuß gehende Personen die Kreuzung überqueren wollen oder gerade dabei sind. Außerdem misst sie die Wartezeiten und berechnet die Zeit, die die Menschen benötigen, um die Straße zu überqueren. „Personen, die langsam über die Straße gehen, können von einer angepassten Ampelschaltung besonders profitieren, also ältere Menschen und Kinder zum Beispiel“, beschreibt Dr. Tobias Hesse, Leiter des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik. Die Steuerung kann zusätzlich so konfiguriert werden, dass sie auf die Anzahl der wartenden Personen reagiert. Oder es werden Ampelphasen weggelassen, wenn niemand die Straße zu Fuß überqueren will. Das kann dann sogar positive Effekte für den Autoverkehr haben.

Erprobung in Potsdam

Erprobt wurde das LTSA-System im Frühjahr 2026 an der Kreuzung Kiepenheuerallee und Georg-Hermann-Allee in Potsdam – mit Unterstützung von Vitronic sowie der Stadt Potsdam. Hier weitete man die Bereiche zur Verkehrserfassung so auf die Gehwege aus, dass auch die Fußgänger rechtzeitig erkannt wurden. Sie mussten dafür keinen Ampeltaster drücken. Unterstützend kam die DLR-Simulations-Software Sumo zum Einsatz, um verschiedenen Strategien zur Ampelschaltung zu erproben und ihre Auswirkungen zu testen. „Unser Ziel ist es, den Verkehr über eine Kreuzung so zu steuern, dass alle Verkehrsteilnehmenden ausgewogen berücksichtigt werden. Aber wir schaffen mit dem LTSA auch die Möglichkeit für Kommunen ihre Prioritäten selbst zu wählen. So kann die Steuerung zum Beispiel bewusst umweltfreundliche Fortbewegungsarten fördern“, betont Hesse.

Entwicklung multimodaler Ampelsteuerungen geplant

Das LTSA-System lässt sich an die Gegebenheiten jeder Kreuzung anpassen. Es stellt Daten für die Verkehrsplanung bereit, die gebräuchliche Ampel-Steuergeräte und -Verfahren verwerten können. Gut eignen sich Kreuzungen, die entweder sehr viele oder sehr wenige oder aber mobilitätseingeschränkte Menschen überqueren möchten. Dabei kann das LTSA-System die unterschiedlichen infrastrukturellen Gegebenheiten und das Verkehrsaufkommen berücksichtigen. Ziel für die Zukunft ist es, multimodale Ampelsteuerungen zu entwickeln. Mit ihnen sollen alle Gruppen, die am Verkehr teilnehmen, berücksichtigt werden: von Privatfahrzeugen über den öffentlichen Nahverkehr bis hin zu Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. (se)

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