Peking Autoshow 2026 Bosch arbeitet am automatisierten Fahren nach Level 3

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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Der Markt in China strebt nach höheren Automatisierungsstufen als Level 2. Fahrzeughersteller fragen zunehmend Level-3-Fahrfunktionen nach. Parallel dazu soll demnächst die entsprechende Gesetzgebung für Privatfahrzeuge finalisiert werden. In diesem Umfeld arbeitet Bosch am automatisierten Fahren nach Level 3.

Hände vom Lenkrad, Augen von der Straße - dank automatisiertem Fahren nach Level 3 kann sich der "Fahrer" am Steuer entspannen oder arbeiten.  (Bild:  Bosch)
Hände vom Lenkrad, Augen von der Straße - dank automatisiertem Fahren nach Level 3 kann sich der "Fahrer" am Steuer entspannen oder arbeiten.
(Bild: Bosch)

China bleibt der Wachstumsmotor des globalen Automobilmarkts, das verdeutlicht einmal mehr die diesjährige Peking Autoshow. Hier zeigt sich: Im Reich der Mitte strebt man nach höheren Automatisierungsstufen. So werden nicht nur zunehmend Level-3-Fahrfunktionen nachgefragt, sondern die Regierung arbeitet an der Finalisierung der entsprechenden Gesetzgebung für Privatfahrzeuge. In diesem Umfeld geht Bosch Mobility den nächsten Schritt in seiner Entwicklung – von Level 2 zu Level 3. Das Unternehmen hat seit März 2026 die Lizenz, im chinesischen Wuxi Fahrzeuge mit Level-3-Fahrfunktionen im Realbetrieb zu testen. Bosch setzt dabei auf eine weiterentwickelte ADAS-Systemlösung, die im Chery Exeed ES zum Einsatz kommt. Bei diesem Assistenzsystem bremst, lenkt und beschleunigt das Fahrzeug eigenständig, während der Fahrer den Verkehr aufmerksam beobachten muss. Das ändert sich ab Level 3. Die Verantwortung geht hierbei in bestimmten Anwendungsfällen auf das Fahrzeug über. Der Fahrer darf die Hände vom Lenkrad und die Augen von der Straße nehmen. Das System fährt ihn bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h, funktioniert bei Wetterbedingungen bis 300 Meter Sicht und wechselt automatisch die Spur.

Software- und Hardware-Lösungen

In der Entwicklung des assistierten und automatisierten Fahrens spielen Kompetenzen in sämtlichen Kernfahrzeugbereichen wie Antrieb, Lenkung, Bremse, Fahrzeug-Sensorik, Hochleistungsrechner, Bordelektronik, Software und künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle. Hier will Bosch sein Know-how einbringen und stellt sowohl die Hardware wie etwa Radar als auch die Algorithmen zur Verfügung. Darüber hinaus agiert der Zulieferer weltweit und kann so Skalenvorteile sowie hohe Sicherheit bieten, wie Markus Heyn, Geschäftsführer von Bosch und Vorsitzender von Bosch Mobility, erklärt. „Wir können Erkenntnisse aus einem Markt in andere transferieren. Unser Ziel ist es, bevorzugter Partner für chinesische und westliche Hersteller zu sein.“ Ein Level-3-System für Privatfahrzeuge, das den Fahrer für längere Zeit von der Fahraufgabe entbindet, ist auch für Flächenländer wie die USA mit ihren breiten Autobahnen, aber auch für Europa attraktiv. Stefan Hartung, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung ergänzt: „Wer wie wir in der Lage ist, Angebot und Lieferketten an regionale Gegebenheiten anzupassen, und gleichzeitig Weltniveau liefern kann, ist klar im Vorteil.“

By-Wire-Technologien für SDVs

Eine Schlüsseltechnologie für Software-definierte Fahrzeuge sind By-Wire-Systeme für Bremse und Lenkung – ein wichtiges Geschäftsfeld für Bosch. Dabei übermitteln Signalleitungen den Fahrerwunsch an das Brems- und Lenksystem. Für Brake-by-Wire bietet der Zulieferer eine Lösung bestehend aus zwei voneinander unabhängigen Bremsgeräten: einem neu entwickelten Bremsaktuator sowie einem traditionellen ESP-System. Mit fünf Herstellern hat Bosch bereits Lieferverträge für das hydraulische Brake-by-Wire-System geschlossen und wird es voraussichtlich Mitte 2026 in Pkws für den Individualverkehr in Serie bringen. Außerdem kommt es in mehreren Robotaxi-Plattformen zum Einsatz. Dazu ist der Produktionsstart voraussichtlich 2027. Zusätzlich zur hydraulischen Lösung bietet Bosch auch ein rein elektromechanisches System an. Bosch hat damit nach eigenen Aussagen für jeden Fahrzeughersteller das passende Bremssystem im Portfolio.

Fortschritte beim Elektroantrieb

Bosch hat mehr als 25 Millionen Komponenten für das elektrifizierte Fahren produziert. 2026 wird das Unternehmen mehr als sieben Millionen Komponenten und Systeme für Elektro- und Hybridfahrzeuge weltweit bereitstellen. Im Leitmarkt China beliefert Bosch über 30 Automobilhersteller.

Darüber hinaus liefert das Unternehmen vom Kleinwagen bis Sportwagen den passenden Elektroantrieb. Die Ingenieure konnten die Effizienzverluste der Elektromaschine um bis zu 30 Prozent verringern. Dafür machten sie große Schritte in der Optimierung von Elektroblechen, der Wicklung und insbesondere der Kühlung. Für kleine und kompakte Elektroautos eignen sich Statorwicklungen in Aluminium anstelle von Kupfer. Das senkt Kosten und Gewicht. Für sportliche Fahrzeuge ist Bosch in der Lage, die Leistungsdichte des Elektromotors um 50 Prozent zu erhöhen (bis auf 16 kW/kg). (se)

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