Luft- und Raumfahrt DLR-Höhenplattform HAP-alpha absolviert ersten Flug

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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Am nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt fand am 2. September 2026 der Erstlingsflug von HAP-alpha, einer unbemannten, hochfliegenden Plattform, statt.

Die hochfliegende unbemannte Höhenplattform HAP-alpha bei ihrem ersten Flug in niedriger Höhe über den Flughafen Magdeburg/Cochstedt.(Bild:  DLR)
Die hochfliegende unbemannte Höhenplattform HAP-alpha bei ihrem ersten Flug in niedriger Höhe über den Flughafen Magdeburg/Cochstedt.
(Bild: DLR)

Mit dem ersten Erprobungsflug der hochfliegende Plattform High AltitudePlatform-alpha (HAP-alpha) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wurde die Flugtauglichkeit in niedriger Höhe erprobt. Das unbemannte Fluggerät absolvierte einen sicheren etwa 70-minütigen Flug über dem Flughafen Cochstedt und erreichte dabei Höhen von bis zu 180 Metern über Grund.

Die Crew überwachte den Flug und stellte sicher, dass alle vorgesehenen Prozesse und Verfahren eingehalten werden. Dabei konnte sie sich auf die im Vorfeld trainierten Abläufe und die intensive Kommunikation zwischen den Teammitgliedern verlassen, um alle auftretenden Situationen zu meistern. Zusätzlich bewerteten sie verschiedene Flugmanöver, um das Verhalten dieses neu entwickelten Luftfahrzeugs zu erproben. Die Erprobungen verfolgten zusätzlich das Ziel, erste Validierungsdaten für flugdynamische Modelle zu erhalten. Auf Basis dieser Daten können die Forschenden die zugrundeliegenden Modelle verbessern und die Theorie der Praxis weiter annähern. Die Ergebnisse werden nun ausgewertet, um das Flugtestprogramm vor dem zweiten Testflug in niedriger Höhe zu optimieren und Abläufe weiter zu verfeinern. Um die erforderlichen Daten zu sammeln, wurden über dem Testgelände vordefinierte Manöver mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Höhen geflogen.

Geeignetes Fenster für Erstflug wichtig

Seit Wochen beobachtete das Flugversuchsteam die Wetterprognosen, um das optimale Zeitfenster für den Erstflug festzulegen. Für den ersten Erprobungsflug von HAP-alpha galten strenge Grenzwerte insbesondere für die Windgeschwindigkeit, die einen Meter pro Sekunde nicht überschreiten durfte. „Die größte Herausforderung beim Erstflug eines solchen Höhenflugzeugs liegt in dessen Anfälligkeit schon für geringe Turbulenzen aufgrund der extremen Leichtbauweise bei einer gleichzeitig enormen Flügelspannweite und hoher aeroelastischer Verformung in der Luft“, erklärt Dr. Andreas Bierig, kommissarischer Leiter des DLR-Instituts für Flugsystemtechnik. Bei einer Flügelspannweite von 27 m wiegt die Plattform 138 kg.

Insgesamt 25 Personen gehörten dem Flugversuchsteam an, das HAP-alpha zum ersten Mal in die Luft gebracht hat. Koordiniert wurde das interdisziplinäre Team vom Flight Test Director. Die Flugphysiker und Strukturdynamiker kontrollierten das Verhalten des Flugzeugs in der Luft. Insbesondere bei Start und Landung dürfen die Flügel nicht flattern oder gar strukturell versagen. Um später in großen Höhen mit der verfügbaren Solarleistung fliegen zu können, muss das Flugzeug äußerst langsam fliegen. Die Fluggeschwindigkeit liegt dabei zwischen 30 km/h in Bodennähe und etwa 50 km/h in großen Höhen. Der gesamte Flug wurde von einem Remote-Piloten begleitet, der mehrere hundert Meter vom Rollfeld entfernt im Missionskontrollzentrum saß und die unbemannte Höhenplattform mittels der Unmanned-Aerial-Vehicle-Pilotenstation steuerte. Direkt auf dem Rollfeld stand ein Sicherheitspilot bereit, der bei unerwarteten Ereignissen jederzeit die Flugsteuerung hätte übernehmen können.

Ziel: Erprobung in größeren Höhen

Entwickelt für Flughöhen von bis zu 20 Kilometern, soll HAP-alpha zukünftig als fliegender Erprobungsträger in der unteren Stratosphäre Plattformtechnologien sowie Nutzlastsysteme zur Erdbeobachtung testen. Dazu gehören sowohl das hochauflösende Kamerasystem MACS-HAP, als auch ein Radar mit synthetischer Apertur, HAPSAR, die im Projekt bereits mitentwickelt werden. Das DLR verfolgt mit der hochfliegenden Plattform darüber hinaus das Ziel umfassendes Know-how für die Entwicklung leistungsfähiger, hochfliegender, rein solarbetriebener Höhenplattformen zu gewinnen.

Nach dem Abschluss der Testkampagne sind erste Flüge in größeren Höhen über nicht- oder gering besiedelten Regionen, zum Beispiel über dem Meer, geplant. Insgesamt 16 DLR-Institute und -Einrichtungen haben die hochfliegende Plattform und die zugehörigen Bodensysteme entwickelt, koordiniert wurde das gesamte Team vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik.  (se)

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