Standards CAPI 1.0: Neues Kapitel für AUTOSAR

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

AUTOSAR hat CAPI 1.0 veröffentlicht. Mit der Common Adaptive Platform Implementation will sich AUTOSAR von einer spezifikationsorientierten Normungsorganisation hin zu einer Organisation weiterentwickeln, die nicht nur Spezifikationen, sondern auch ausführbare Software bereitstellt.

Die Veröffentlichung von CAPI 1.0 ist mehr als nur eine Software-Version. Sie markiert den Beginn eines neuen Kapitels für AUTOSAR.(Bild:  AUTOSAR)
Die Veröffentlichung von CAPI 1.0 ist mehr als nur eine Software-Version. Sie markiert den Beginn eines neuen Kapitels für AUTOSAR.
(Bild: AUTOSAR)

Ab sofort hat die Automobilindustrie mit CAPI 1.0 Zugang zu einer gemeinsamen Implementierung der AUTOSAR Adaptive Platform, einschließlich Quellcode und Codegeneratoren. Unternehmen können die Implementierung nun evaluieren, nutzen, erweitern und dazu beitragen, während sie gleichzeitig von der Architektur, dem globalen Ökosystem und der Governance von AUTOSAR profitieren. Der CAPI-Quellcode steht zudem allen AUTOSAR-Partnern zur Verfügung. „CAPI 1.0 markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von AUTOSAR – weg von der Definition von Standards hin zur Bereitstellung ausführbarer Software. [...]“, erklärt Thomas Rüping, Vorsitzender von AUTOSAR. Joachim Langenwalter, Sprecher von AUTOSAR, ergänzt: „CAPI ist mehr als nur eine Softwareversion – es etabliert einen neuen Weg zur Entwicklung von Automobilsoftware durch ausführbare Implementierungen, gemeinsame Beiträge und KI-natives Engineering. Dies ist ein wichtiger Schritt in Richtung der Vision von AUTOSAR, die globale Softwareplattform für Software- und KI-definierte Fahrzeuge zu werden.“

Inhalt und Möglichkeiten der CAPI 1.0-Version:

  • Basisimplementierung der AUTOSAR Adaptive Platform für den Einsatz in der Serienproduktion
  • Gemeinsame Spezifikation, Quellcode und Codegeneratoren für Entwicklung, Bewertung und Verbesserung
  • Branchenweite Zusammenarbeit und technische Beiträge
  • Schnellere Einführung der AUTOSAR Adaptive Platform und schrittweise Weiterentwicklungen
  • Geringerer Implementierungsaufwand
  • Verbesserte Interoperabilität im gesamten Automobil-Ökosystem

Großes Interesse aus der Industrie

Innerhalb eines Jahres – vom Projektstart bis zur Veröffentlichung – entwickelte sich CAPI von einer Idee zu einer einsatzfähigen Implementierung, die der globalen Automobilindustrie zur Verfügung steht. Das Interesse an CAPI ist im gesamten Automobil-Ökosystem rasch gewachsen. Schon vor der offiziellen Veröffentlichung haben verschiedene Automobilhersteller, Zulieferer und Technologieunternehmen Zugang beantragt und ihre Absicht bekundet, zu zukünftigen Versionen beizutragen.

Gleichzeitig setzt die AUTOSAR Adaptive Platform ihren Produktionsschub fort und wird bereits in Serienfahrzeugprogrammen von Automobilherstellern wie Audi, BAIC, BMW, Changan, Dongfeng, Geely, Honda, Mercedes-Benz, Nissan, SAIC, Volkswagen, Volvo, Xpeng oder Xiaomi genutzt, wobei sich derzeit viele weitere Fahrzeugprogramme in der Entwicklung befinden.

Diese Einsätze zeigen, dass sich die AUTOSAR Adaptive Platform als bewährte Grundlage für zentralisierte Rechenarchitekturen sowie für Software-, KI- und Kunden-definierte Fahrzeuge etabliert hat.

Erste Implementierung erfolgt

CAPI führt ein neues Kooperationsmodell für AUTOSAR ein, indem es standardisierte Spezifikationen mit ausführbaren Implementierungen und einem offenen Beitragsmodell kombiniert.

Einen ersten Beitrag zur CAPI-Implementierung gibt es bereits von iSoft – die Live-Demonstration einer serienreifen Implementierung markiert den Übergang von CAPI von einer strategischen Initiative zu einer ausführbaren Software-Plattform. (se)

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