Öffentlicher Nahverkehr Vetter, MoPla und Bliq arbeiten gemeinsam an autonomen Shuttles

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Vetter Verkehrsbetriebe, MoPla Solutions und Bliq wollen zukünftig dazu beitragen, autonome Shuttles im Öffentlichen Nahverkehr zu etablieren. Das haben die Unternehmen in einer gemeinsamen Absichtserklärung bekanntgegeben.

Strategische Partner für autonomes Fahren (vlnr.): Julian Glaab, Bliq, Prof. Dr. Sebastian Trojahn, Hochschule Anhalt, Thomas Vetter, Vetter Verkehrsbetriebe, Prof. Dr. Jörg Bagdahn, Hochschule Anhalt, Andy Grabner, Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, Marcus Gleau, Projektleiter Autonomes Fahren MoPla Solutions/Vetter Verkehrsbetriebe.(Bild:  Vetter Verkehrsbetriebe | MoPla Solutions | Bliq)
Strategische Partner für autonomes Fahren (vlnr.): Julian Glaab, Bliq, Prof. Dr. Sebastian Trojahn, Hochschule Anhalt, Thomas Vetter, Vetter Verkehrsbetriebe, Prof. Dr. Jörg Bagdahn, Hochschule Anhalt, Andy Grabner, Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, Marcus Gleau, Projektleiter Autonomes Fahren MoPla Solutions/Vetter Verkehrsbetriebe.
(Bild: Vetter Verkehrsbetriebe | MoPla Solutions | Bliq)

Ausgangspunkt ist ein gemeinsames Pilotprojekt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld, das Vetter Verkehrsbetriebe seit Mai 2026 vorbereiten. Langfristiges Ziel ist die Integration von Level-4-Shuttles in den ÖPNV-Regelbetrieb. Parallel dazu eröffnet der von Bliq entwickelte Ansatz einer fernüberwachenden technischen Aufsicht (Remote Supervision) bereits jetzt die Möglichkeit, autonome Shuttles im Landkreis kommerziell einzusetzen. So lässt sich kurzfristig ein realer Fahrgastbetrieb aufziehen, während die aufwendigere L4-Zulassung vorbereitet wird. Damit begegnen die Partner der Herausforderung dünn besiedelter Räume mit geringer Busfrequenz und langen ersten und letzten Meilen. Das Projekt wird wissenschaftlich von der Hochschule Anhalt begleitet.

2027 sollen fünf autonome Fahrzeuge auf die Straße kommen

Mit der Absichtserklärung (Letter of Intend, LOI) bündeln die drei Unternehmen ihre jeweiligen Kompetenzen. Vetter Verkehrsbetriebe bringen ihre Expertise im ÖPNV- und On-Demand-Betrieb sowie den Zugang zu Einsatzgebieten, Leitstellen und Fahrgästen ein. MoPla Solutions steuert die eigene digitale Mobilitätsplattform bei, über die Linienverkehr, Rufbusse, On-Demand-Fahrten und Ticketing gebündelt werden, und bringt über die MoPla-myway-Flotten Erfahrung in Ride-Pooling, Disposition und Abrechnung mit. Bliq bringt die fahrzeug- und Software-seitige Technologie für autonomes Fahren ein und ist nach eigenen Angaben das erste Unternehmen mit einer EU-Zulassung für den Betrieb ohne Sicherheitsfahrer im Fahrzeug. Alle drei Partner sind privatwirtschaftlich organisiert, was die Kooperation nach eigenem Anspruch und Aussagen schlank und umsetzungsstark macht.

Konkretes Ziel ist es, bereits im nächsten Jahr fünf autonome Fahrzeuge auf die Straße zu bringen, die für Fahrgäste im Landkreis buchbar und erlebbar sind. Als Basisfahrzeuge dienen der kompakte Hyundai Ioniq 5 mit 800-V-Ladepower und mit dem Kia PV5 ein 7-Sitzer. In den Folgejahren ist ein ambitionierter und skalierter Hochlauf vorgesehen, der auch weitere Bediengebiete einschließen soll. Die Zusammenarbeit ist dabei auf iteratives, agiles Vorgehen ausgelegt: Tests, Demonstratoren und Feldversuche sollen gemeinsam geplant und ausgewertet werden.

Ländliche Regionen besser anbinden

Der LOI stellt für das Pilotprojekt einen wichtigen Meilenstein da: Nach der Fördermittelzusage im Juli und der politischen Abstimmung mit dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld sowie dem Land Sachsen-Anhalt ist mit Bliq nun ein technologischer Systempartner benannt, mit dem die weiteren Schritte konkretisiert und umgesetzt werden. „Mit der Partnerschaft von Vetter, MoPla und Bliq gehen wir einen entscheidenden Schritt hin zu einem übertragbaren Betriebsmodell für autonome Mobilität im ländlichen Raum“, erklärt Andy Grabner, Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und betont: „Uns geht es darum, Mobilität dort zu sichern, wo klassische Linienangebote an ihre Grenzen stoßen – und damit Arbeits- und Lebensstandorte im Landkreis besser erreichbar zu machen. Anhalt-Bitterfeld will hier Vorreiter für Sachsen-Anhalt sein." (se)

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