Photonik trifft Intelligenz Licht als intuitive Schnittstelle im Fahrzeug

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

Auf der electronica 2026 zeigt ams Osram wie Licht sich zu einer Schlüsseltechnologie für die digitale Welt entwickelt. Dafür hat das Unternehmen 21 Produkt- und Technologie-Demonstrationen im Gepäck, die Informationen aus ihrer Umgebung erfassen, neue Formen der Interaktion ermöglichen und intelligente Systeme in den Bereichen Mobilität, und Industrie unterstützen.

Auf der electronica 2026 demonstriert ams Osram wie Licht Fahrzeuge, Maschinen, Geräte und Menschen verbindet.(Bild:  ams Osram)
Auf der electronica 2026 demonstriert ams Osram wie Licht Fahrzeuge, Maschinen, Geräte und Menschen verbindet.
(Bild: ams Osram)

„Licht bildet zunehmend die Grundlage für Technologien, die Informationen erfassen, verarbeiten und für digitale Anwendungen nutzbar machen. Auf der electronica zeigen wir, wie das Zusammenspiel von Lichtquellen, Sensoren, ICs sowie Software neue Perspektiven für Interaktion, Wahrnehmung und intelligente Systeme eröffnet“, erläutert Conrad Rodriguez, Executive Vice President Global Sales bei ams Osram. „In Fahrzeugen, Smart Devices, im Gesundheitswesen oder in der industriellen Automatisierung: Als Photonics Powerhouse verfügen wir über die Technologie- und Systemkompetenz, um diese Entwicklungen gemeinsam mit unseren Kunden voranzutreiben.“

Licht als Kommunikationsmedium im Fahrzeuginnenraum

Besonders deutlich wird diese Entwicklung im Fahrzeug, wo Licht, Sensoren und Bedienschnittstellen immer enger miteinander verschmelzen. Aliyos Bond Vision kombiniert LED-auf-Folie-Technologie (LED-on-Foil), Optical Bonding, Display-Integration und interaktive Funktionen zu nahezu nahtlosen Fahrzeug-Bedienschnittstellen. Licht übernimmt somit immer mehr die Rolle eines Kommunikationsmediums im Fahrzeuginnenraum.

Optical Force Sensing (OFS) erfasst Berührungen, Druck und Kontakt auch auf geschlossenen Oberflächen – und erweitert so die Möglichkeiten zur Interaktion zwischen Mensch und Fahrzeug. Hinzu kommen In-Cabin-Sensing-Lösungen, die etwa die Blickrichtung einer Person erfassen oder Anzeichen von Ermüdung erkennen können. Licht zeigt folglich nicht nur Informationen an, sondern trägt auch zur Wahrnehmungsfähigkeit des Systems bei.

Smart Devices

Auch in intelligenten Geräten übernimmt Licht zunehmend neue Aufgaben als Schnittstelle zwischen Menschen und Systemen. Ein konkretes Beispiel ist das Eye Tracking mithilfe von Smart Glasses. Sie erfassen die Blickrichtung des Nutzers und ermöglichen so eine intuitive Steuerung von Augmented-Reality-Anwendungen.

Aktive Spektroskopie verfolgt hingegen einen anderen Ansatz: Statt Augenbewegungen zu erfassen, liefert diese Technologie Informationen zu Materialien, Objekten oder zur Umgebung.

Einfacherer Zugang zu Gesundheitsdaten

Optische Sensorik sorgt dafür, dass sich Anwendungen zur persönlichen Gesundheitsfürsorge nahtloser in den Alltag integrieren lassen. Vitalparameterüberwachung (Vital Sign Monitoring) liefert kontinuierlich physiologische Daten etwa zur Herzaktivität und hilft dabei, Gesundheitsparameter in ihren jeweiligen Kontext einzuordnen. Lichtbasierende Messverfahren kommen immer häufiger auch außerhalb traditioneller medizinischer Anwendungsbereiche zum Einsatz – etwa, wenn optische Sensoren in täglich genutzte Geräte wie Smartphones integriert werden.

Licht kann darüber hinaus neue therapeutische Möglichkeiten ermöglichen. Eine schluckbare Lichttherapiekapsel wurde zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen wie Morbus Crohn entwickelt und gibt das Licht direkt am Entzündungsherd im Darm ab. Am Messestand veranschaulicht ein visueller Demonstrator, wie sich moderne Infrarottechnologien auf kleinstem Raum für neue MedTech-Anwendungen einsetzen lassen.

Licht vermittelt Maschinen Orientierung und Kontext

In der industriellen Automatisierung und Robotik trägt Licht dazu bei, dass Maschinen ihre Umgebung präziser wahrnehmen und Prozesse selektiver steuern können. Multi-Zone Direct-Time-of-Flight (dToF) erfasst Distanzdaten gleichzeitig in mehreren Zonen (3D-Tiefenkarte) und liefert so räumliche Informationen für Navigation, Objekterkennung und automatisierte Prozesse. Eviyos Shape hingegen projiziert mithilfe pixelierter Lichtquellen digitale Hinweise direkt in die physische Umgebung, um die visuelle Orientierung in sicherheitskritischen Anwendungen oder industriellen Prozessen zu unterstützen.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Die Anwendungen, die das Unternehmen auf der electronica (Halle C5, Stand 379) zeigen wird, basieren auf dem Zusammenspiel von Lichtemittern, optischen Sensoren, IC-Technologien und intelligenter Datenverarbeitung. Die europäische Full-Service-Foundry von ams Osram steht ganz im Zeichen dieser Systemexpertise. In München will der Hersteller einen Ausblick auf die kontinuierliche Weiterentwicklung seiner 180-nm-Technologieplattform geben – mit einer neuen 5-V-Prozessvariante für spezialisierte analoge und Mixed-Signal-Anwendungen. (se)

(ID:51000700)