Bahntechnik Stadler testet Wasserstoffzüge auf neuem Schmalspurgleis

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Stadler hat in der Schweiz zwischen Hemishofen und Ramsen ein Schmalspurgleis mit einer Spurweite von 950 Millimetern gebaut. Die Teststrecke ermöglicht es seit Mitte Oktober 2026, Züge für den italienischen Regionalverkehr zu testen. Das soll die Inbetriebsetzung der Fahrzeuge vor Ort erleichtern. Der Wasserstoffzug für Sardinien ist das erste Fahrzeug, das Testfahrten auf dem neuen Gleis absolviert.

Zwischen Hemishofen und Ramsen hat Stadler ein Schmalspurgleis mit einer Spurweite von 950 Millimetern gebaut.(Bild:  Stadler)
Zwischen Hemishofen und Ramsen hat Stadler ein Schmalspurgleis mit einer Spurweite von 950 Millimetern gebaut.
(Bild: Stadler)

Im süditalienischen Regionalverkehr gibt es Strecken mit einer besonderen Spurbreite von 950 Millimetern. Beispielsweise verkehren in Apulien, rund um den Ätna auf Sizilien, im Raum Neapel oder auf Sardinien Züge mit der „italienischen Meterspur“. Um Fahrzeuge mit dieser Spurweite zu testen, hat Stadler im Frühjahr 2026 zwischen den Bahnhöfen Hemishofen und Ramsen zusammen mit Bahninfra und Müller Gleisbau eine entsprechende Schmalspurstrecke gebaut. Das knapp vier Kilometer lange Gleis verläuft als dritte Schiene innerhalb des bestehenden Normalspurgleises zwischen den beiden Bahnhöfen. Auf diesem Normalspurgleis absolvierte bereits der Wasserstoffzug FLIRT H2 für Kalifornien seine Testfahrten. Daraus resultierte die Idee, die Teststrecke, um ein Schmalspurgleis zu erweitern.

Erprobung in der Schweiz vor Ort spart Zeit

Das erste Fahrzeug, das auf der Teststrecke erprobt wird, ist der Schmalspur-Wasserstoffzug, den Stadler für die Azienda Regionale Sarda Trasporti (ARST) in Sardinien hergestellt hat. Zwischen Hemishofen und Ramsen werden die Fahrzeuge und ihre Systeme seit Mitte Oktober 2026 unter realen Bedingungen auf ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit geprüft. „Weil es außerhalb Italiens keine Schmalspurnetze mit der für Süditalien typischen Spurweite gibt, konnten entsprechende Fahrzeuge bisher erst auf ihren späteren Einsatzstrecken in Italien getestet werden“, erklärt Ansgar Brockmeyer, Divisionsleiter Marketing & Sales und stellvertretender Group CEO Stadler. „Dank des Testgleises können wir die Züge bereits in der Schweiz erproben und aufgrund der Nähe zu unserem Werk in Bussnang schnell und effizient optimieren. Dies beschleunigt die darauffolgende Inbetriebsetzung vor Ort in Italien deutlich. […]“

Die Teststrecke wird in den kommenden drei Jahren eine zentrale Rolle für die Inbetriebsetzung der Wasserstoffflotte spielen, die Stadler für die italienischen Regionen Sardinien, Kalabrien und Sizilien fertigt. Insgesamt werden damit auf der Strecke 21 Fahrzeuge getestet.(se)

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