Lokale Produktion in China BMW: Gen6-Serienproduktion für Neue Klasse in Shenyang angelaufen

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

BMW hat in Shenyang mit der Serienfertigung für die Gen6-Hochvoltbatterien begonnen. Die lokale Produktion versorgt die zukünftig in China produzierten Modelle der Neuen Klasse. Nach Debrecen und Irlbach-Straßkirchen ist Shenyang der dritte Standort im neuen globalen Produktionsnetzwerk für die Gen6-Batterietechnologie.

Im chinesischen Shenyang hat BMW mit der Serienfertigung seiner Gen6-Hochvoltbatterien für die Neue Klasse begonnen. (Bild:  BMW)
Im chinesischen Shenyang hat BMW mit der Serienfertigung seiner Gen6-Hochvoltbatterien für die Neue Klasse begonnen.
(Bild: BMW)

Die Gen6-Hochvoltbatterie bieten im Vergleich zur vorherigen Zellgeneration eine um mehr als 20 Prozent höhere Energiedichte. Ladegeschwindigkeit und Reichweite steigen um bis zu 30 Prozent. Grundlage dafür ist das „Cell-to-Pack“-Konzept: Die Rundzellen werden direkt in das Batteriegehäuse integriert, die bisherige Modulebene entfällt. Dadurch lässt sich der verfügbare Bauraum effizienter nutzen; die Hochvoltbatterie kann somit flexibel in unterschiedliche Fahrzeugmodelle integriert werden.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Energy Master: Die von BMW entwickelte zentrale Steuereinheit befindet sich direkt auf der Hochvoltbatterie und bündelt wesentliche Funktionen der Energieversorgung und des Batteriemanagements.

Local-for-Local-Strategie

Für die neue Hochvoltbatterie-Generation baut der Automobilhersteller ein globales Produktionsnetzwerk auf. Die Batterien werden jeweils in der Nähe der Fahrzeugwerke gefertigt. Das verkürzt Transportwege, unterstützt eine stabile Versorgung und stärkt die Resilienz des Produktionsnetzwerks. Nach Debrecen und Irlbach-Straßkirchen ist Shenyang der dritte Standort im weltweiten Verbund. In den kommenden Monaten plant man, dass auch die Batteriemontagestandorte in Woodruff (USA) und San Luis Potosí (Mexiko) mit der Serienproduktion beginnen.

Mit der lokalen Batteriefertigung stärkt BMW die „Local-for-Local“-Strategie: Zukunftstechnologien werden marktnah und nach weltweit einheitlichen Standards industrialisiert – und dort gefertigt, wo die Fahrzeuge produziert. Das macht Produktion und Logistik effizienter und resilienter.

Fertigungsprozess

Die Batteriezellen werden zunächst geprüft und anschließend mit den Kühlern zu sogenannten Zell-Clustern verbunden. Nach der Laserreinigung werden Zell-Cluster und Zellkontaktiersystem präzise miteinander verschweißt. Ein spezieller Schäumprozess verbindet die Komponenten zu einer mechanischen Einheit und trägt zu Sicherheit, Stabilität und Langlebigkeit der Hochvoltbatterie bei. Anschließend wird das Gehäuse geschlossen, abgedichtet und vernietet. Im letzten Montageschritt wird der Energy Master aufgesetzt, bevor jede Hochvoltbatterie eine vollständige End-of-Line-Prüfung durchläuft.

Darüber hinaus verbindet die Produktion der Hochvoltbatterien nach eigenen Aussagen präzise Fertigungsverfahren mit einer durchgängigen digitalen Qualitätssicherung. Produktionsdaten werden entlang des gesamten Prozesses erfasst und ausgewertet. Digitale Zwillinge, Datenanalysen und KI-gestützte Prüfverfahren helfen dabei, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und die Rückverfolgbarkeit sicherzustellen. Inline-Prüfsysteme überwachen unter anderem die Laserschweißverbindungen in Echtzeit. Am Ende des Montageprozesses wird jede Hochvoltbatterie auf Qualität, Sicherheit und Funktion getestet. (se)

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