Kommunikationssysteme
Warum CAN XL eine Systemlösung ist

Von Holger Zeltwanger 7 min Lesedauer

CAN XL bietet eine Lösung für Datenraten bis 20 Mbit/s, wobei die Vorteile des CAN-Protokolls wie die Kollisionsauflösung durch zerstörungsfreie Arbitrierung beibehalten werden. Bei der Bitrate schließt CAN XL die Lücke zwischen CAN FD und 100BASE-T1 (Ethernet). Ein Überblick zum Stand der Technik.

CAN XL: Das CAN-XL-Ecosystem ist schon ziemlich komplett. Lediglich Design-Richtlinien und Anwendungshinweise für Hersteller und Anwender fehlen noch. (Bild:  Dall-E / KI-generiert)
CAN XL: Das CAN-XL-Ecosystem ist schon ziemlich komplett. Lediglich Design-Richtlinien und Anwendungshinweise für Hersteller und Anwender fehlen noch.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Ursprünglich spezifizierte CAN (controller area network) nur Datenrahmen (frames) und zugehörige Datenverbindungs-Protokolle (data link layer), auch als Layer-2 bezeichnet. Dann kamen PMA-Bauelemente (physical medium attachment) hinzu, die landläufig als CAN-Transceiver verkauft werden. Auch die zweite CAN-Protokoll-Generation, CAN FD (flexible datarate), standardisierte im Wesentlichen die beiden unteren OSI-Schichten (Open Systems Interconnection). Erst mit der dritten Generation, CAN XL (extended data-field length) wurde eine genormte Systemlösung angestrebt, bei der auch ein Layer-Management für höhere OSI-Schichten standardisiert wurde.

Untere OSI-Schichten

Die drei CAN-Protokoll-Generationen (CAN CC (classic), CAN FD und CAN XL) sind in der ISO-Norm 11898-1 (3. Edition von 2025) standardisiert. Genau genommen sind in dieser Norm nicht nur Frame-Formate und zugehörige Protokolle spezifiziert, sondern auch der „Physical Coding Sublayer“ (PCS), der formal zur untersten Schicht (physical layer) des OSI-Modells gehört.