Autonome Baumaschinen KI rüstet den Bagger nach

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Das ETH-Spin-off Gravis Robotics stattet konventionelle Bagger mit Sensorik und KI-Software aus. Eine Finanzierung über 200 Millionen US-Dollar soll den internationalen Ausbau der autonomen Baumaschinen beschleunigen.

Ein mit Gravis-Technologie ausgerüsteter Bagger kann Arbeiten auf der Baustelle selbstständig ausführen. (Bild:  Gravis Robotics)
Ein mit Gravis-Technologie ausgerüsteter Bagger kann Arbeiten auf der Baustelle selbstständig ausführen.
(Bild: Gravis Robotics)

Bis zum Jahr 2040 erreichen mehr als 13 Millionen Arbeitskräfte in Deutschland das derzeitige Rentenalter. Das wird den aktuell in diversen Branchen bereits herrschenden Fachkräftemangel noch verschärfen. Es wird viel darüber nachgedacht, wie die Situation abgemildert wird, und ein Konzept ist die verstärkte Autonomie von Fahrzeugen. Autonome Baumaschinen etwa können auch bei schwierigen oder gefährlichen Arbeiten eingesetzt und von einer Person aus der Ferne überwacht werden. Zugleich ermöglichen sie präzisere, wiederholbare Arbeitsabläufe und könnten die Auslastung bestehender Maschinen erhöhen. Je nach Automatisierungsgrad lassen sich außerdem mehrere Maschinen parallel betreiben, was Produktivität und Sicherheit auf Baustellen verbessern kann.

Ein Unternehmen, das sich mit der Aufrüstung von Baumaschinen beschäftigt, ist das ETH-Spin-off Gravis Robotics, das im August 2026 in einer Serie-A-Finanzierungsrunde 200 Millionen US-Dollar von Softbank erhalten hat. Das Unternehmen entwickelt ein Nachrüstsystem aus Sensorik und KI-Software, das konventionelle Bagger verschiedener Hersteller autonom machen soll.

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Sensoren erfassen Maschine und Baustelle

Kameras und weitere Sensoren erfassen dabei die Baustelle und erzeugen daraus ein dreidimensionales Umgebungsmodell. Gleichzeitig wertet die Software Maschinendaten etwa zur Motorbelastung aus. Dadurch soll das System nicht nur erkennen, wo sich Personen, Fahrzeuge und Hindernisse befinden, sondern auch einschätzen können, wie sich Maschine und Boden verhalten.

Je nach Anwendung unterstützt die Technologie den Fahrer, übernimmt den Bagger ferngesteuert oder steuert ihn vollständig autonom. Der sogenannte Gravis Copilot liefert Informationen zur Umgebung und soll präzises Arbeiten sowie die Gefahrenerkennung erleichtern. Im autonomen Betrieb kann die Maschine unter anderem graben, planieren oder Lastwagen beladen.

Nachrüstung statt Neuentwicklung

Die Software ist laut ETH bereits auf Dutzenden kommerziellen Baustellen im Einsatz und läuft auf Baggern von Herstellern wie Caterpillar, John Deere, Volvo, Hitachi und JCB. Besonders interessant ist der Ansatz des Unternehmens, bestehende Maschinen nachzurüsten, statt autonome Baumaschinen von Grund auf neu zu entwickeln.

Mit dem neugewonnenen Kapital plant das Unternehmen, sein Team auszubauen, international zu wachsen und die Technologie auf weitere Baustellen und Maschinentypen zu übertragen.

Autonomie unter schwierigen Bedingungen

Der technische Anspruch ist allerdings höher als bei autonomen Systemen in kontrollierten Fabrikumgebungen. Baustellen verändern sich ständig, Böden und Gelände sind schwer vorhersehbar, und Menschen sowie andere Maschinen bewegen sich im Arbeitsbereich. Für den breiten Einsatz müssen daher nicht nur die Umgebungswahrnehmung und die Fahrzeugsteuerung zuverlässig funktionieren. Auch Sicherheitskonzepte, Fernüberwachung und Haftungsfragen müssen geklärt werden. (sb)

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