Elektromobilität Siemens und OMV bauen Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw und -Pkw an Brennerroute aus

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Siemens eMobility und OMV haben Ende September 2026 im österreichischen Kufstein offiziell das weltweit erste Sicharge Flex-Ladesystem in Betrieb genommen. Damit ist der österreichischer Erdöl-, Erdgas- und Petrochemiekonzern Pilotkunde und erster Anwender des neuen Systems, das Siemens im Oktober 2025 vorgestellt hatte.

Freuen sich über die Inbetriebnahme des Siemens Sicharge Flex-Ladesystem an der OMV-Station in Kufstein: Peter Vysny (VP International Operations & eMobility OMV), Marcel Rümenapf (Head of Sales Europe, Siemens eMobility), Michal Kubinec (Geschäftsführer von OMV Retail Österreich), Rene Zumtobel (Landesrat Tirol), Gerrit Pürstl (Head of Siemens eMobility CEE), Matthias Medwenitsch (Department Manager E-Mobility AT, OMV) (Bild:  Siemens eMobility)
Freuen sich über die Inbetriebnahme des Siemens Sicharge Flex-Ladesystem an der OMV-Station in Kufstein: Peter Vysny (VP International Operations & eMobility OMV), Marcel Rümenapf (Head of Sales Europe, Siemens eMobility), Michal Kubinec (Geschäftsführer von OMV Retail Österreich), Rene Zumtobel (Landesrat Tirol), Gerrit Pürstl (Head of Siemens eMobility CEE), Matthias Medwenitsch (Department Manager E-Mobility AT, OMV)
(Bild: Siemens eMobility)

Mit dem Hochleistungsladesystem kann OMV nicht nur sein Angebot für die Elektromobilität erweitern, sondern und bietet insbesondere für den elektrischen Schwerverkehr zusätzliche Lademöglichkeiten entlang der hochfrequentierten Brennerroute. Der Standort Kufstein wurde aufgrund seiner strategischen Bedeutung an der wichtigen Verkehrsachse zwischen Deutschland und Italien gewählt. Die Station in Kufstein ist speziell auf die Bedürfnisse von Lkw-Fahrern zugeschnitten und bietet neben der neuen OMV eMotion Ladeinfrastruktur auch Services wie Duschen, Restaurants und Waschmaschinen.

Verfügbare Ladeleistung bedarfsgerecht verteilen

Das Sicharge Flex-Ladesystem bietet in Kufstein zunächst vier Ladepunkte für Pkw und zwei Ladepunkte für Lkw mit einer Ladeleistung von bis zu 400 kW pro Ladepunkt. In einem nächsten Schritt sollen weitere vier Ladepunkte für Lkw hinzukommen – mit Leistungen von 600 kW bis 1.200 kW durch Megawatt-Charging (MCS). Durch die hohe Leistung wird die Ladezeit deutlich reduziert. So kann beispielsweise ein elektrischer Lkw mit einer 620-kWh-Batterie in etwa 45 Minuten von 20 Prozent auf 80 Prozent geladen werden und dadurch die gesetzliche Fahrpause bestens genutzt werden. Dank der volldynamischen Leistungsverteilung lässt sich die verfügbare Ladeleistung bedarfsgerecht auf die angeschlossenen Fahrzeuge verteilen.

Ladesystem soll an weiteren Standorten zum Einsatz kommen

OMV hat bereits Sicharge Flex-Ladesysteme für weitere Standorte in Österreich bestellt. Die Lieferung und Inbetriebnahme sind für die kommenden Monate geplant. Ergänzt wird die Lade-Hardware durch Sifinity Control, einer Cloud-gestützten Überwachungs- und Managementlösung von Siemens. Der Hersteller verspricht mit dieser Lösung Transparenz und die Unterstützung eines zuverlässigen und effizienten Betriebs.

Sicharge Flex-Ladesystem im Detail

Siemens hat sein Sicharge Flex-Ladesystem offiziell im Oktober des vergangenen Jahres vorgestellt. Eine Schlüsselrolle spielt dabei ein neuartiges volldynamisches Energieverteilungssystem, das je nach dem Echtzeitbedarf der Fahrzeuge den Strom intelligent auf mehrere Ladepunkte verteilt. Das bedeutet, dass alle Stromversorgungsgruppen in allen Konfigurationen zu allen Anschlüssen geleitet werden können, um die richtige Leistung zur richtigen Zeit an den richtigen Anschluss abzugeben. Dieses System bietet einen Leistungsbereich von 480 kW bis mehr als 1,68 MW; Ladestationen können Strom in 80/120 kW-Schritten liefern. Das gewährleistet eine optimale und effiziente Leistungsabgabe genau dort, wo sie benötigt wird. Unterstützt wird sowohl der CCS- als auch der MCS-Ladestandard, sodass in einem einzigen System bis zu 4 MCS-Ladepunkte installiert werden können. Das Ladesystem verspricht bis zu 1.500 A Ladestrom über seinen MCS-Dispenser und ermöglicht so ein schnelles Laden auch bei schweren Lkw sowie elektrischen Stadt- und Überlandbussen.

Das System verfügt darüber hinaus über eine hohe Leistungsdichte, die das Laden mit hoher Kapazität auf einer kompakten Fläche von bis zu 656 kW/m² ermöglicht. In Kombination mit dem Front-in-Front-out-Kühlsystem, das eine Wandmontage gestattet, ist das ein entscheidender Vorteil für Umgebungen mit geringem Platzangebot. Darüber hinaus unterstützt das System Dispenser, die bis zu 300 Meter vom zentralen Schaltschrank entfernt sind. Diese Dispenser, die in verschiedenen Ausführungen für die Bodenmontage mit minimalem Platzbedarf – 0,1 m² für CCS und 0,2 m² für MCS –, die Wandmontage oder die Deckenmontage verfügbar sind, lassen sich flexibel an jeden Einsatzort anpassen. (se)

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