Software-definierte Fahrzeuge Volkswagen und NXP vertiefen Zusammenarbeit im Bereich Halbleitertechnik

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Volkswagen und NXP bauen ihre Zusammenarbeit im Bereich Halbleitertechnologie aus. Im Rahmen der Partnerschaft sollen NXPs Mikrocontroller S32K5 eine wichtige Rolle für die SDV-Architektur von Volkswagen spielen. Geplant ist es, dass die zonale Steuerung über alle Marken und Fahrzeugsegmente hinweg unterstützt werden. Das erste Fahrzeug mit der neuen Architektur ist für 2027 geplant.

Der Volkswagen Konzern stärkt sein strategisches Halbleiter-Ökosystem und setzt dafür zukünftig auf NXP.  (Bild:  Volkswagen)
Der Volkswagen Konzern stärkt sein strategisches Halbleiter-Ökosystem und setzt dafür zukünftig auf NXP.
(Bild: Volkswagen)

Moderne Fahrzeuge müssen eine wachsende Zahl digitaler Funktionen unterstützen. Werden diese Funktionen über separate elektronische Steuergeräte (Electronic Control Units, ECUs) gesteuert, erhöht das die Komplexität in Entwicklung und Teilemanagement und schränkt die Skalierbarkeit ein. Eine zonale Architektur soll diese Herausforderung lösen, indem leistungsfähige Mikrocontroller die Bündelung mehrerer Fahrzeugfunktionen in einer geringeren Zahl von ECUs ermöglichen.

Hardware-Komplexität reduzieren

Neben Hochleistungsprozessoren, die die zentrale Rechenleistung bereitstellen und komplexe Entscheidungen für KI-gestützte Funktionen wie automatisiertes Fahren und Infotainment treffen, fungieren die S32K5-MCUs als Kernprozessoren der zonalen Steuergeräte des Fahrzeugs. Sie verbinden Sensoren und Aktuatoren, erfassen und verarbeiten Daten aus bestimmten Bereichen des Fahrzeugs und steuern Funktionen wie Beleuchtung, Karosserie, Komfort, Fahrwerk und Sicherheit. Diese Fähigkeiten schaffen die Grundlage dafür, dass die zentrale Rechnerplattform KI-Algorithmen ausführen und anspruchsvolle Funktionen übernehmen kann.

Die S32K5-MCUs ermöglichen es, Funktionen, für die bislang separate Chips und ECUs erforderlich waren, in zonalen Steuergeräten zu bündeln und damit die Hardware-Komplexität zu reduzieren. Sie sollen als gemeinsamer Baustein für die zonale SDV-Architektur dienen, die von Rivian and Volkswagen Group Technologies, dem Joint Venture von Volkswagen Konzern und Rivian, entwickelt wird. Die Architektur soll in Fahrzeugen beider Unternehmen zum Einsatz kommen und markenspezifische Funktionen und Nutzererlebnisse ermöglichen.

Halbleiter als Herzstück für die Autoindustrie

Die Partnerschaft ist Teil der Halbleiterstrategie des Autobauers. Durch direkte, langfristige Partnerschaften mit verschiedenen Halbleiterunternehmen verbindet Volkswagen seine Automobilkompetenz mit Chiptechnologie, um die Resilienz der Lieferketten zu stärken und Schlüsseltechnologien für zukünftige Fahrzeuge gemeinsam zu forcieren. Dieser Ansatz unterstützt das Group Target Picture 2030 des Konzerns, das darauf abzielt, Synergien über Marken und Regionen hinweg zu nutzen und Schlüsseltechnologien zu harmonisieren. „Halbleiter sind eine strategische Technologie für die Automobilindustrie“, betont Karsten Schnake, Mitglied des Erweiterten Konzernvorstands und Mitglied des Markenvorstands Volkswagen, Geschäftsbereich Beschaffung. „In den vergangenen Jahren haben wir unser Technologie-Ökosystem systematisch ausgebaut und Partnerschaften mit führenden Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgebaut. Unsere Partnerschaft mit NXP ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg und zeigt, wie der Volkswagen Konzern eine aktivere Rolle in der Halbleiter-Wertschöpfungskette übernimmt: Wir definieren unseren Technologiebedarf frühzeitig, nutzen unsere Skaleneffekt über die Marken hinweg und schaffen damit auf beiden Seiten mehr langfristige Planungssicherheit.“ (se)

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