Lichttechnik Audi implementiert digitales OLED-Panel im Curved-Design im Q9

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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Im neuen Q9 verbaut Audi erstmals ein dreidimensional gebogenes, digitales OLED-Panel. Der Ingolstädter Autobauer zeigt damit, dass sich OLED nicht nur eine Lichtquelle im Fahrzeug ist, sondern als digitales Kommunikationsmedium zu mehr Sicherheit beitragen kann.

Im neuen Audi Q91 feiert ein dreidimensional gebogenes, digitales OLED-Panel seine Serienpremiere.(Bild:  Audi)
Im neuen Audi Q91 feiert ein dreidimensional gebogenes, digitales OLED-Panel seine Serienpremiere.
(Bild: Audi)

Das digitale OLED-Panel im Curved-Design wurde durch eine neuartige Ultra-Dünnglas-Technologie möglich. Das Trägerglas der OLED-Panels ist 0,1 mm dünn, was etwa einem menschlichen Haar entspricht. Dadurch können die Panels mit einem Radius von bis zu 200 Millimetern gebogen werden und dem Verlauf der Fahrzeugkarosserie präzise folgen.

Diese dreidimensionale Formgebung eröffnet nicht nur neue gestalterische Möglichkeiten, sondern bietet auch funktionale Vorteile. Durch die Positionierung der OLEDs in die äußeren Bereiche der Heckleuchten wird das Licht auch aus größeren seitlichen Betrachtungswinkeln wahrnehmbar. Insbesondere die seitliche Sichtbarkeit trägt damit direkt zur Verkehrssicherheit bei. Das Kommunikationslicht mit den Warnhinweisen innerhalb der spezifischen Schlusslichtsignatur kann anderen Verkehrsteilnehmenden zusätzliche visuelle Hinweise auf Unfall- und Pannenstellen geben.

Audi Q9: Digitales OLED-Panel im Curved-Design
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2016 erste OLEDs im TT RS

Mit diesem Panel setzt der Autobauer seine Entwicklungsarbeit im Bereich OLED fort. Bereits 2016 setzte man in Ingolstadt im Audi TT RS organische licht-emittierende Dioden (OLED) als Schlusslichttechnologie in Serie ein. Die flächigen Lichtquellen ermöglichten eine nach eigenen Aussagen bis dahin „unerreichte Homogenität, hohe Kontrastwerte und dynamische Lichtinszenierungen“. Vier Jahre später folgte die nächste Evolutionsstufe. Die Digitalisierung der OLED-Technologie machte es 2020 im damaligen Audi Q5 erstmals möglich, einzelne Segmente individuell anzusteuern und die Heckleuchtensignatur zu personalisieren. Damit ließ sich zwischen verschiedenen digitalen Lichtsignaturen wählen und das Lichtdesign ihres Fahrzeugheck individuell gestalten.

Mit der zweiten Generation digitaler OLED entwickelte der Automobilhersteller die Technologie ab dem Q6 e-tron 2024 weiter. Die Zahl der einzeln steuerbaren Segmente stieg um den Faktor 10 an, gleichzeitig kamen neue Sicherheitsfunktionen hinzu. Besonders das Kommunikationslicht sorgte für zusätzliche Sicherheit im Straßenverkehr. Durch integrierte Warnsymboliken in der Heckleuchte konnten andere Verkehrsteilnehmende frühzeitig auf kritische Situationen wie Pannen, Notbremsungen oder Unfallstellen hingewiesen werden. Das beinhaltet auch die aus dem Q5 bekannte Funktion Annäherungserkennung, die bei einem stehenden Fahrzeug alle digitalen OLED-Segmente für erhöhte Aufmerksamkeit aktiviert, sobald sich andere Verkehrsteilnehmer nähern.

Zehn Jahre nach der OLED-Premiere kann Audi im Q9 die dritte Generation der digitalen OLED demonstrieren. Sie verbindet „emotionales Design mit intelligenten Sicherheitsfunktionen“.

512 digitale Segmente

Die dritte Generation verfügt im Q9 über insgesamt 512 digitale Segmente, verteilt auf sechs Panels. Das digitale OLED-Panel im Curved-Design ist mit 99 Segmenten zugleich das bislang größte OLED-Panel, das Audi in einem Serienfahrzeug einsetzt.

Die hohe Segmentdichte eröffnet neue Möglichkeiten der Personalisierung. Bis zu acht digitale Lichtsignaturen in Front und Heck sind möglich. Erstmals lassen sich neben statischen und vollständig aktiven nun auch teilaktive, digitale Lichtsignaturen realisieren. Dadurch entstehen besonders ausdrucksstarke Lichtdesigns mit faszinierenden dreidimensionalen Effekten, insbesondere bei Nacht.

Höhere Sichtbarkeit bei Nacht

Mit der dritten Generation der digitalen OLED-Technologie baut Audi die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Umwelt weiter aus. Die Heckleuchten entwickeln sich zunehmend zu intelligenten Exterieur-Displays. Durch die Kombination aus digitalen OLED-Heckleuchten und digitalen Matrix LED-Scheinwerfern verfügt das Fahrzeug über ein intelligentes Lichtsystem, das aktiv zur Sicherheit beiträgt und die Interaktion zwischen Fahrzeug und Umfeld verbessert. Das erweiterte Blinklicht macht den Q9 zum aktiven Teilnehmer im Straßenverkehr. Es sorgt dafür, dass der dynamische Blinker beim Abbiegen oder Spurwechseln in der Nacht stilisiert auf die Fahrbahn projiziert wird. Dadurch können Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende sowie andere Verkehrsteilnehmende den Richtungswechsel des Fahrzeugs noch früher erkennen.

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Der digitale Matrix LED-Scheinwerfer nutzt ein Mikro-LED-Modul mit 25.600 einzelnen Lichtpunkten auf rund 13 mm Breite. Jede Mikro-LED ist etwa 40 μm groß und ermöglicht die direkte Projektion hochaufgelöster Lichtbilder bei Nacht. So kann das System die Fahrbahn präzise, kontrastreich und adaptiv ausleuchten – ein Vorteil insbesondere bei wetterbedingt schwierigen Sichtverhältnissen. Zu den Lichtführungsfunktionen zählen unter anderem Spurlicht mit Orientierungslicht, Orientierungslicht auf Landstraßen sowie Spurlicht mit Fahrtrichtungsanzeige auf Autobahnen. Ergänzend zum Abblendlicht leuchtet das Spurlicht den eigenen Fahrstreifen aus, während projizierte Orientierungsverläufe die Position des Fahrzeugs im Fahrstreifen vorausschauend sichtbar machen. In engen Baustellen kann das System die Lichtführung selbstständig anpassen und das Spurlicht zugunsten des Orientierungslichts ausblenden, um die Spurmittenführung zu erleichtern.  (se)

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