ÖPNV nach Corona-Krise Verkehrsunternehmen kämpfen um Rückkehr der Fahrgäste

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Busse und Bahnen werden wieder voller – vom Vorkrisen-Niveau ist der ÖPNV aber noch deutlich entfernt. Auch die Abo-Zahlen gehen weiter zurück. Die Verkehrsunternehmen gehen deshalb in die Offensive bei der Werbung um Kunden.

Firmen zum Thema

(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Vor allem Pendler dürften es in den Stoßzeiten schon wieder merken: Busse und Bahnen werden wieder voller. „Aktuell liegen die Fahrgastzahlen zumindest in den Großstädten und Ballungsräumen wieder bei etwa 60 Prozent des Vorkrisenniveaus“, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Donnerstag mit. Im zweiten Lockdown Ende vergangenen Jahres lag das Vergleichsniveau demnach bei lediglich 40 Prozent.

Dennoch: Von den rund 10,4 Milliarden Fahrten aus dem Vor-Krisenjahr 2019 ist der ÖPNV noch deutlich entfernt. Das lässt sich auch an den Abozahlen erkennen, die weiter sinken. Laut VDV lag die Abo-Quote im Februar dieses Jahres rund 13 Prozent unter dem Vorkrisen-Niveau.

„Nach dem, was mir bisher vorliegt, hat sich dieser leichte Rückgang bei den Abos weiter fortgesetzt“, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann am Donnerstag mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Situation nach den Sommerferien entwickle, wenn Schülerinnen und Schüler wieder verstärkt vor Ort unterrichtet werden.

Bund und Länder gleichen Verluste aus

Bund und Länder haben deshalb in diesem sowie im vergangenen Jahr insgesamt sieben Milliarden Euro bewilligt, um die Verluste der Verkehrsunternehmen auszugleichen. Die Summe decke die Corona-Schäden vollständig ab, betonte Wortmann.

Doch will der ÖPNV seiner Rolle beim Erreichen der Klimaziele gerecht werden, muss die Zahl der Fahrgäste schnell wieder steigen. „Wir müssen jetzt wieder den ÖPNV bewerben“, sagte VDV-Präsident Wortmann.

Zahlreiche Auftragsstudien mit unterschiedlicher Methodik hätten seit dem Beginn der Pandemie immer wieder gezeigt: Das Infektionsrisiko in Bussen und Bahnen sei nicht höher als in anderen Alltagssituationen.

Auch das subjektive Sicherheitsempfinden müsse erhöht werden, etwa durch ausreichend Platz in den Fahrzeugen. Das gehe bis zu einem gewissen Maße etwa über angepasste Einsatzplanungen von Fahrzeugen.

„Es ist aber vollkommen klar, das kostet Geld“, betonte Wortmann. Und: „Auf ausgelasteter Infrastruktur ist es sehr schwierig, mehr Platz zu schaffen.“ Er appellierte daher erneut an die Schulen, die Anfangszeiten für Schüler so weit wie möglich zu entzerren, damit nicht alle gleichzeitig mit dem ÖPNV unterwegs sein müssen.

(ID:47500580)