Umfrage E-Lkw-Nutzer sehr zufrieden mit elektrischen Trucks

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

Nutzer von E-Lkw sind mit elektrisch angetriebenen Trucks laut einer Befragung sehr zufrieden. Eine große Mehrheit sieht E-Lkw als Alternative zum Diesel. Alternative Kraftstoffe spielen kaum eine Rolle.

Das Öko-Institut hat Furhunternehmen zu ihrer Zufriedenheit mit elektrisch angetriebenen Lkw befragt.(Bild:  Volvo Trucks)
Das Öko-Institut hat Furhunternehmen zu ihrer Zufriedenheit mit elektrisch angetriebenen Lkw befragt.
(Bild: Volvo Trucks)

Transportunternehmen bewerten elektrisch angetriebene Lkw sehr positiv. Das hat eine Befragung des Öko-Instituts bei 57 Speditionen ergeben – die schwere E-Lkw seit mindestens einem Jahr täglich einsetzen. Mit einer Zufriedenheitsquote von 93 Prozent hat sich der E-Lkw für sie als zuverlässige und wirtschaftliche Alternative zum Diesel etabliert.

Die Betreiber nennen vor allem die Mautbefreiung und vergleichsweise niedrige Stromkosten im eigenen Depot als wichtigste Voraussetzungen für die weitere Beschaffung von Batterie-Lkw. Außerdem loben die Unternehmen insbesondere die hohe technische Zuverlässigkeit der Fahrzeuge. Diese bewerten sie tendenziell besser als bei Diesel-Lkw. Neben geringeren Kosten nannten die Unternehmer den hohen Fahrkomfort und die damit verbundene positive Akzeptanz durch Fahrerinnen und Fahrer. Die Reichweite bewerteten sie als ausreichend.

Das bremst den Einsatz von E-Lkw

Als herausfordernd für den weiteren Hochlauf von E-Lkw sehen die Betreiber primär die hohen Anschaffungskosten. Außerdem bürokratische und finanzielle Hürden beim Ausbau von Depot-Ladeinfrastruktur und Netzanschluss. Außerdem nennen sie Einschränkungen bei Nutzlast und Reichweite, die eingeschränkte Verfügbarkeit und lange Lieferzeiten von geeigneten E-Lkw-Modellen.

Dass Technologie und Service noch in der Entwicklung sind ist ein weiterer genannter Punkt – der aber abnehmen dürfte. Weitere Hindernisse sind demnach die organisatorische Umsetzung im Betrieb und der Schulungsbedarf beim Personal.

Im täglichen Betrieb sehen sie vor allem das öffentliche Laden kritisch: wegen bislang mangelnder Lkw-Tauglichkeit von Standorten und hoher Strompreise vor allem im Fernverkehr. Die Unternehmen wünschen sich laut der Umfrage mehr Ladepunkte, mehr Platz für die ladenden Lkw, niedrigere und transparente Preise und Reservierungsmöglichkeiten.

Fuhrpark und Einsatzszenario

Die befragten Unternehmen besitzen in Summe über 300 E-Lkw. Von den befragten Unternehmen haben 20 in den letzten zwölf Monaten zusätzliche Batterie-Lkw mit einer Reichweite von mindestens 500 Kilometern beschafft. Insgesamt beschafften die befragten Unternehmen in den letzten zwölf Monaten 110 neue E-Lkw. 72 Prozent der Unternehmen wollen laut der Umfrage künftig weitere E-Lkw anschaffen.

Mit den neu beschafften schweren E-Lkw legen die Unternehmen eine durchschnittliche mittlere Tagesfahrleistung von 432 Kilometern zurück. 35 Prozent der Unternehmen setzen die neuen E-Lkw im Nahverkehr ein, je 70 Prozent der Unternehmen im Regional- und nationalen Fernverkehr. Ein Unternehmen fährt damit im regionalen Baustellenverkehr.

Alternative Kraftstoffe kaum relevant

Biogas, Erdgas oder konventionelle Biokraftstoffe, zum Beispiel aus Raps, sehen zwei bis sieben Prozent der Befragten im Jahr 2030 als Standard oder großflächig im Einsatz. Wasserstoff im Verbrennungsmotor liegt mit neun Prozent darüber, ebenfalls die Wasserstoffbrennstoffzelle mit acht Prozent.

Strombasierte Kraftstoffe, E-Fuels, sehen 13 Prozent standardmäßig oder großflächig im Einsatz. Rund 20 Prozent entfallen auf Biokraftstoffe aus Altspeiseölen und Tierfetten, zum Beispiel HVO oder UCO. Plugin-Hybride und Oberleitungssysteme erhalten vier beziehungsweise zwei Prozent für Standard- und großflächige Anwendungen. Rund 93 Prozent gehen vom umfangreichen Einsatz batterieelektrischer Lkw aus.

Eindeutige Zukunftserwartung bis 2030

Die Zuversicht der Pioniere ist dennoch groß: 93 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass E-Lkw bis zum Jahr 2030 zum umfassenden Standard in ihrem Fuhrpark werden. Andere alternative Antriebstechnologien verlieren in der Einschätzung der Unternehmen hingegen weiter an Bedeutung. Die Befragung wurde im Projekt ELV-LIVE durchgeführt. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit fördert das Projekt.

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