Parkstationen für E-Scooter „Unsere Vision: Alle 100 Meter weicht ein Auto- einem Mikromobilitätsparkplatz“

Autor Christoph Seyerlein

Voi bringt gemeinsam mit der Mobilitätsplattform Jelbi die ersten beiden Parkstationen für E-Scooter nach Berlin. Was sich der schwedische Anbieter davon erhofft.

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Voi bringt die erste E-Scooter-Parkstation nach Berlin.
Voi bringt die erste E-Scooter-Parkstation nach Berlin.
(Bild: Voi)

E-Scooter sind prädestinierte Free-Floating-Vehikel. Holen und abstellen wo immer man will, entsperren und bezahlen per App – das hat sich bewährt. Der Anbieter Voi will das nun trotzdem um einen stationsbasierten Ansatz erweitern. Die Schweden bringen gemeinsam mit der Mobilitätsplattform Jelbi die ersten beiden Parkstationen für Roller nach Berlin. Beide stehen im Spandauer Neubauquartier „Waterkant“, konkret an der Daumstraße/Rheniastraße und der neu eröffneten U-Bahn-Station Haselhorst.

Doch wozu das Ganze? Voi Deutschlandchef Claus Unterkircher erklärt: „Auf diese Art und Weise wollen wir die Städte dabei unterstützen, Parkflächen umzuwidmen und diese mit Parkstationen für alternative Transportmittel auszustatten.“ Voi wolle nun zunehmend mit Städten über die Voraussetzungen und Bewilligungsverfahren dafür sprechen. „Unsere Vision ist eine moderne Stadt, in der alle 100 Meter ein Autoparkplatz einem Mikromobilitätsparkplatz weicht“, so Unterkircher.

Gleichzeitig könnten die Parkstationen auch ein Mittel sein, um einen Kritikpunkt an E-Scootern anzugehen. Städte und Bewohner äußern immer wieder ihr Missfallen über abgestellte Roller, die Wege versperren. Ob die Stationen einen entsprechenden erzieherischen Effekt bei Nutzern haben können, muss sich aber erst zeigen. Und wirklich nachhaltig könnte dieser wohl auch nur dann eintreten, wenn die Zahl der Abstellmöglichkeiten schnell steigt. Voi kündigte zumindest schon einmal an, die Parkstationen in den nächsten Monaten auch in weitere deutsche Städte bringen zu wollen.

Neues Bezahlmodell: Scooter für einen Euro pro Tag

Auch an anderer Stelle verändert der Anbieter derweil sein Angebot. Bei den Schweden gibt es künftig ein alternatives Bezahlmodell. Wer ein längerfristiges Abonnement abschließt, kann die Fahrpreise von nun an auf täglich umgerechnet einen Euro drücken. Der neue Pass ist als Jahresticket verfügbar. Zum Start des Angebotes gibt es bis Ende Mai außerdem die Option für 3- und 6-Monatsabos. Preisliche Unterschiede schließt Voi aus.

Ein Limit an Fahrten sieht der Anbieter dabei nicht vor. Allerdings darf ein Trip maximal 45 Minuten dauern. So will Voi sicherstellen, dass auch genügend Scooter für andere Nutzer, die weiter auf eine minutenbasierte Abrechnung setzen, bereitstehen. Wer trotzdem länger unterwegs ist, kann nach Beendigung der Fahrt einfach direkt mit demselben E-Scooter weiterfahren.

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