Elektromobilität Studie: Stromer entlasten deutsches Energiesystem bis 2045 erheblich

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Dezentrale Energielösungen, wie Elektrofahrzeuge oder PV-Anlagen, senken die Systemkosten der Energiewende, sind entscheidend für günstige Versorgungssicherheit und reduzieren die Energiekosten erheblich. So können in Deutschland bis zum Jahr 2045 insgesamt bis zu 255 Milliarden Euro an Mehrwert generiert werden, wie eine neue Studie ergab.

Durch den Einsatz von Elektromobilität, Energiemanagementsystemen, PV-Anlagen, Batteriespeicherlösungen, Wärmepumpen und flexiblen Tarifen kann das deutsche Energiesystem zwischen 2025 und 2045 um bis zu 255 Milliarden Euro entlastet werden, wie eine Studie ergab. (Bild:  Roland Berger)
Durch den Einsatz von Elektromobilität, Energiemanagementsystemen, PV-Anlagen, Batteriespeicherlösungen, Wärmepumpen und flexiblen Tarifen kann das deutsche Energiesystem zwischen 2025 und 2045 um bis zu 255 Milliarden Euro entlastet werden, wie eine Studie ergab.
(Bild: Roland Berger)

Die Elektromobilität schreitet zwar nicht so schnell wie erhofft, aber doch stetig voran. Damit nimmt der Energiebedarf zu. Die Abdeckung dieses gesteigerten Bedarfs allein durch erneuerbare Energien oder fossile Brennstoffe ist aus verschiedenen Gründen nicht anzustreben. Daher sind neue Lösungen notwendig.

In einer Studie, die Roland Berger zusammen mit der Volkswagen Charging Group (Elli), Bosch, 1Komma5°, E3DC, Enercity, C-Energy, Enpal, Grid-X, Lichtblick, Maxx Solar, Ometiundo, Octopus Energy, Ostrom, Polarstern, Rabot.Energy, Solarmanager, Sonnen, Spine, Techem, Thermondo, The Mobility House, Tibber und Vonovia erstellt hat, zeigt sich, dass dezentrale Energielösungen eine wichtige Rolle spielen können. Elektrofahrzeuge, PV-Anlagen, Heimspeicher und Wärmepumpen können das deutsche Energiesystem bis 2045 um bis zu 255 Milliarden Euro entlasten. Das entspricht rund 13 Milliarden Euro jährlicher Wertschöpfung und damit einem zentralen Hebel für eine sichere, unabhängige und kosteneffiziente Energiewende. Die Analyse zeigt, dass nur durch das Zusammenspiel von zentralen Großkraftwerken und dezentralen Technologien Deutschland Versorgungssicherheit und Gesamtkosteneffizienz gleichzeitig erreichen kann.

Elektrofahrzeuge werden tragende Säule

Im Energiemix der Zukunft werden die Automobilindustrie und die E-Mobilität eine wichtige Rolle spielen. Elektrofahrzeuge entwickeln sich – intelligent gesteuert und perspektivisch bidirektional – zu mobilen Speichern, die Stromnetze entlasten und Haushalte unabhängiger machen. Gemeinsam mit Photovoltaik und Wärmepumpen können sie nicht nur Kosten senken, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Energiesouveränität Deutschlands leisten, wie Giovanni Palazzo, CEO Elli, erklärt: „Die Elektromobilität ist mehr als eine klimafreundliche Fortbewegung. Sie wird zur aktiven Energiequelle für Millionen Haushalte in Deutschland. Smarte und bidirektionale Ladelösungen bringen enormes Potenzial für unser Energiesystem, senken Kosten für unsere Kundinnen und Kunden und stärken die Volkswirtschaft. Wir sollten die Kraft dieser dezentralen Ansätze vollständig nutzen, bevor Milliarden in neue fossile Backup-Kapazitäten fließen.“

Enormes Potenzial

Welche Vorteile dezentrale Energielösungen genau bringen, beziffert die Studie. So sind:

  • 50 Prozent geringere Energiekosten für Haushalte und Klein- und Mittelständische Unternehmen – nämlich bis zu 1.200 Euro Ersparnis pro Jahr möglich.
  • 100.000 neue Arbeitsplätze im Bereich dezentraler Energielösungen bis 2045 realistisch und
  • 40 bis 50 Prozent weniger Netzausbauinvestitionen auf Niederspannungsebene durch intelligente Flexibilitäten notwendig.

Damit dieses Potenzial realisiert wird, fordert das Unternehmensbündnis „New Energy Alliance“ klare Rahmenbedingungen: dezentrale Flexibilitäten müssen gleichberechtigt mit erneuerbaren Großprojekten und Backup-Kapazitäten berücksichtigt werden. Zentrale Maßnahmen sind unter anderem die Stärkung dezentraler Flexibilität durch Marktmechanismen, eine Beschleunigung des Smart-Meter-Rollouts und digitalen Netzbetreiber-Prozessen, eine faire Gestaltung der Netzentgelte für alle Speicherarten sowie Maßnahmen beim Rechtsrahmen des bidirektionalen Ladens.  (se)

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