Elektromobilität Elli plant Pilotprojekt für bidirektionales Laden

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

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Die Volkswagen-Tochter Elli will mit dem Pilotprojekt für das bidirektionale Laden im Privathaushalt, kurz Bidi, dazu beitragen, Ladekosten zu senken. Mit an Bord des Projekts sind Cubos, Anbieter nachhaltiger Energielösungen, und Photovoltaikhersteller Otovo. Die Pilotinitiative soll im Dezember 2025 starten.

In Zusammenarbeit mit Cubos und Otovo startet die Volkswagen-Tochter Elli das Pilotprojekt Bidi. (Bild:  Elli | Volkswagen)
In Zusammenarbeit mit Cubos und Otovo startet die Volkswagen-Tochter Elli das Pilotprojekt Bidi.
(Bild: Elli | Volkswagen)

Im Mittelpunkt des Pilotprojekts für bidirektionales Lades steht eine eichrechtskonforme 11-kW- Wallbox, die die heimische Solaranlage und den Stromer mit einer von Elli entwickelten modularen Software-Plattform vernetzt. Von Kooperationspartner Cubos stammt die Ladestation, mit der der Akku eines Elektrofahrzeugs als Heimspeicher genutzt und Haushaltsgeräte mit selbst erzeugtem Solarstrom werden können. Die Energieflüsse zwischen Stromnetz, Fahrzeug und Haushalt lassen sich über die Elli Charging App steuern. Vorteile: Nicht nur, dass Nutzer ihre Ladekosten erheblich senken können – nämlich um bis zu 75 Prozent – auch können sie sich unabhängiger vom öffentlichen Stromnetz machen, indem sie selbstproduzierten Solarstrom nutzen.

Start im Dezember 2025

Kunden des Autobauers sowie des norwegischen Photovoltaikanbieters Otovo können sich ab sofort für das Projekt bewerben, das im Dezember dieses Jahres starten soll. Im Rahmen des Projekts stellt Elli nach eigenen Aussagen die DC-bidirektionale Wallbox den ausgewählten Teilnehmern zur Verfügung. Die Fahrzeuge aus den Konzernreihen, die auf der MEB-Plattform basieren, ab Software-Version ID.S 3.5 oder höher und mit 77-kWh-Batterien – sind bereits technisch in der Lage, DC-bidirektionales Laden bereitzustellen.

Bidirektionales Laden weltweit forcieren

Um das bidirektionale Laden europaweit voranzutreiben und zu analysieren, welche Maßnahmen es erfährt, führt das Unternehmen mehrere Projekte zum bidirektionalen Laden durch – darunter eines der Marke Volkswagen in Schweden. Der im Jahr 2021 aufgesetzte Testcampus mit der Wohnungsgenossenschaft Stenberg soll die technischen Energiefunktionen und CO2-Umsätze des V2H- und V2G-Ladens demonstrieren und analysieren.

Mit Elli hat der Konzern eine Tochter, die bidirektionales Laden in Zukunft zur Marktreife und damit letztendlich zur europaweiten Ausrollung und Kommerzialisierung bringen soll. Das bedingt die Skalierbarkeit von Hard- und Software für die Energieintegration bei Nutzern und die Unterstützung einer EU-weiten Gesetzgebung.

Intelligentes Ladesystem

Gekoppelt wird das Bidi-Ökosystem mit einer ersten Ausbaustufe von Ellis virtuellen Kraftwerk Managed Battery Network. Das intelligente Ladesystem soll die Nutzung erneuerbarer Energien verbessern, indem es Energie zu bestimmten Tageszeiten zwischenspeichert und diese anschließend über Handelsgeschäfte am Großhandelsmarkt verfügbar macht. Vorteile: Niedrigere Kosten für das Laden von Stromern und eine bessere Nutzung erneuerbarer Energien. Langfristig gesehen trägt bidirektionales Laden auch zur Energiewende in Europa bei.

Als Ziel zu Ende des Jahrzehnts will der Konzern, Elli betriebene Großspeicher und hunderttausende E-Fahrzeugbatterien in Europa zu einem Managed Battery Network (MBN) zusammenzuführen, das die Integration und Monetarisierung von Speicherkapazitäten über einen eigenen Energiehandel orchestriert und somit die Nutzung volatiler erneuerbarer Energien ermöglicht. In einem ersten Schritt werden ab 2026 erstmals mehrere hunderte dezentrale E-Fahrzeuge zu einem virtuellen Kraftwerk (VPP) vernetzt. Nachfolgend sollen diese Flexibilitäten über die EPEX-Strombörse durch eigene Handelskapazitäten im Intraday-Markt vermarktet werden.

Großspeichergeschäft in Startlöchern

Darüber hinaus startet Elli mit seinem im letzten Jahr angekündigten Großspeichergeschäft. Das neue Elli PowerCenter wird im Dezember in Salzgitter fertiggestellt. Der Speicher mit 20 MW Leistung und 40 MWh Speicherkapazität basiert auf LFP-Batteriepacks von PowerCo und dient als Plattform für Energiehandel und zukünftige Netzdienstleistungen. Damit erschließt man ein neues Geschäftsfeld entlang der Energie-Wertschöpfungskette und entwickelt sich zu einem wichtigen Energie- und Flexibilitätsanbieter. (se)

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