Ladetechnik E.ON-Studie: Stromerfahrer am bidirektionalen Laden interessiert

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

Energieversorger E.ON hat eine Umfrage unter mehr als 1.000 Fahrern eines Elektroautos zum Ladeverhalten, zur Tarifwahl und zur Offenheit für neue Energielösungen durchgeführt. Diese zeigt: Bidirektionales Laden stößt auf reges Interesse.

Das Interesse am bidirektionalen Laden ist hierzulande große. Das ergab eine Umfrage des Energieversorgers E.ON.(Bild:  E.ON)
Das Interesse am bidirektionalen Laden ist hierzulande große. Das ergab eine Umfrage des Energieversorgers E.ON.
(Bild: E.ON)

Wie verhalten sich Stromerfahrer beim Laden ihres Elektrofahrzeugs? Laden Sie am liebsten zu Hause – sofern sie die Möglichkeit haben? Über Nacht? Welchen Stromtarif bevorzugen sie? Mit diesen Fragen setzte sich eine Studie des Energieanbieters E.ON auseinander. Diese zeigte, dass innovative Stromtarife, beispielsweise solche mit fixem Kilowattstundenpreis und zusätzlichem Bonus für nächtliches Laden, auf großes Interesse stößt. So können sich 37 Prozent der Befragten mit eigener Wallbox zuhause am ehesten einen Stromtarif mit festem Preis und Nachtladebonus vorstellen. 19 Prozent würden einen Tarif wählen, bei dem sich der Preis dynamisch nach dem Strommarkt richtet, 18 Prozent möchten auf den klassischen Tarif setzen, die übrigen wollen sich überhaupt nicht festlegen. Die Umfrage verdeutlichte vor allem auch: das Bewusstsein für innovative Tarife wächst: Rund 73 Prozent kennen bereits Angebote, bei denen sich das Laden je nach Zeitpunkt günstiger gestalten kann.

Bidirektionales Laden für viele interessant

"Die Königsklasse der innovativen Lademodi ist natürlich das bidirektionale Laden“, unterstreicht Jens Michael Peters, in der E.ON Deutschland Geschäftsführung zuständig für Energielösungen und Elektromobilität. „Es wird künftig ermöglichen, Strom nicht nur in den Akku des E-Autos zu laden, sondern auch, die Energie wieder ins Stromnetz oder ins Haus zurückzuspeisen. Rund ein Drittel der Hausbesitzenden mit E-Auto können sich vorstellen, Strom aus dem Auto zur Versorgung des eigenen Haushalts zu nutzen. Weitere 26 Prozent befürworten eine Rückspeisung sowohl ins Haus als auch ins öffentliche Netz. Bidirektionales Laden verzahnt Energiesystem und Mobilität eng miteinander und wird in der Energiewelt von morgen eine Schlüsselrolle spielen."

Von Vehicle-to-Home profitieren in erster Linie Besitzer von Solaranlagen: Tagsüber erzeugter Solarstrom, der nicht direkt verbraucht wird, kann im Akku des Elektroautos zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt flexibel zum Einsatz kommen. So kann etwa am Abend, wenn die Sonne nicht mehr scheint, der gespeicherte Sonnenstrom genutzt werden, um Geräte wie Spülmaschine, Waschmaschine oder Herd zu betreiben – ohne Netzbezug. In Pilothaushalten zeigte sich, dass das eine gute Ergänzung zu einem bereits bestehenden, im Vergleich zum Fahrzeug aber deutlich kleineren, Heim-Batteriespeicher ist.

Vehicle-to-Grid wird zukünftig für viele Nutzer eine Rolle spielen, die an der eigenen Wallbox laden können – ohne Solaranlage. Das Elektrofahrzeug kann in diesem Energiesystem je nach Stromangebot und -nachfrage im Netz ge- oder entladen werden. Nutzer profitieren durch das Zurverfügungstellen des Akkus finanziell. Indem sie etwa einen dauerhaften Mindest-Ladezustand und die gewünschte Akkuladung am nächsten Morgen einstellen, ist der Stromer wie gewohnt einsatzbereit, wenn die nächste Fahrt ansteht.

Energiemanagementsysteme für zu Hause

Der E.ON-Umfrage zufolge haben 71 Prozent der Elektroautofahrer, die zu Hause laden können, die Möglichkeit, das eigene Fahrzeug aktiv in das häusliche Energiesystem einzubinden. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Energiemanagementsysteme für Zuhause (Home Energy Management Systems, HEMS), die aus einer kleinen Box mit intelligenter Software bestehen und ermöglichen, Energieflüsse im Haus automatisiert zu steuern und so zum Beispiel den Eigenverbrauch von Solarstrom der eigenen Photovoltaikanlage zu maximieren. 56 Prozent der Menschen mit Solaranlage und Stromer wollen ein HEMS gezielt einsetzen, um überschüssigen Solarstrom für das Laden ihres Fahrzeugs zu nutzen. Diejenigen, die keine Solaranlage haben, sehen vor allem einen Mehrwert in der Anbindung dynamischer Stromtarife. (se)

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