ÖPNV in München Projekt Minga: Autonome Busfahrten mit Testnutzern in den Startlöchern

Von Stefanie Eckardt 3 min Lesedauer

Das Projekt Minga geht in die nächste Phase – der Betrieb mit Testnutzern steht in den Startlöchern. Ab 17. November 2026 sollen diese erstmals im autonomen MAN eBus zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl mitfahren können.

Ab 17. November können Testnutzer im autonomen MAN eBus auf der MVG-Linie 178 zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl bei vorheriger Anmeldung mitfahren.(Bild:  MAN)
Ab 17. November können Testnutzer im autonomen MAN eBus auf der MVG-Linie 178 zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl bei vorheriger Anmeldung mitfahren.
(Bild: MAN)

„Autonomes Fahren kann zu einem leistungsfähigen Nahverkehr beitragen. Deshalb unterstützen wir als Bundesverkehrsministerium innovative Projekte – wie Minga mit rund 13 Millionen Euro. Deutschland ist Autoland. Unser Anspruch muss sein, auch bei Bussen und neuen Mobilitätstechnologien an der Spitze zu stehen. Entscheidend ist, Innovation auf die Straße zu bringen. Dafür müssen Hersteller, Verkehrsunternehmen, Kommunen und Politik gemeinsam vorangehen. Minga zeigt, wie das in der Praxis gelingen kann“, betonte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger.

Das Projekt Minga geht nun auch in die nächste Phase. Nachdem der automatisierte MAN Lion’s City 12 E seit Anfang September auf der Münchner Linie 178 im öffentlichen Straßenverkehr erprobt und die Strecke für den autonomen Betrieb vorbereitet wurde, starten MAN Truck & Bus und die Stadtwerke München mit der Münchner Verkehrsgesellschaft den Betrieb mit Testnutzern. Start ist der 17. November 2026. Die Fahrten zwischen Petuelring und Freimanner Hölzl finden montags bis freitags statt.

Autonomes Fahren im Alltag erleben

Das Interesse der Bevölkerung an der neuen Technologie ist groß: Für eine Mitfahrt im autonomen MAN eBus sind bereits mehr als 2.000 Voranmeldungen eingegangen. Bis Juni 2027 soll der Betrieb mit Testnutzern laufen. „Mit den ersten Testfahrten können Fahrgäste unsere Technologie nun im Alltag erleben. Das ist ein entscheidender Schritt. Denn neben einer sicheren und zuverlässigen Technik braucht es das Vertrauen der Menschen in autonome Fahrzeuge und das möchten wir gewinnen“, unterstreicht Dr. Frederik Zohm, Vorstand für Forschung und Entwicklung bei MAN Truck & Bus mit Nachdruck. „Die jetzt gewonnenen Erfahrungen aus dem MINGA-Projekt fließen direkt in die Weiterentwicklung zukünftiger Fahrzeuggenerationen und weitere Anwendungen ein. Wir sind froh, diese Technologie als deutscher Nutzfahrzeughersteller in Europa für Europa zu entwickeln und das Projekt mit einem so professionell funktionierenden Konsortium umsetzen zu können.“

Präzise Umgebungserfassung

Der autonome 12 Meter langen MAN Lion's City 12 E, der vom Nutzfahrzeughersteller und seinem Technologiepartner Adastec automatisiert wurde, kommt als zusätzliches Fahrzeug auf der bestehenden Linie 178 zum Einsatz und simuliert einen späteren Einsatz im regulären Linienbetrieb unter möglichst realen Bedingungen. Die Linie ist dafür gut geeignet, weil sie unterschiedliche Verkehrssituationen, wie Hauptverkehrsachsen, Tempo-30-Zonen, Parkgebiete und Unterführungen beinhaltet und damit das abwechslungsreiche Münchner Busnetz gut abbildet. Die Mitfahrt der Testnutzer erfolgt im Rahmen einer geschlossenen Nutzergruppe. Insgesamt bietet der Bus rund 30 Sitzplätze sowie einen Rollstuhlplatz. Das Fahrzeug ist mit fünf Lidar-Sensoren, sechs Radaren, acht Kameras und einer satellitengestützten Positionsbestimmung ausgestattet. Begleitet von speziell geschultem Sicherheitsfahrpersonal von MAN und MVG wurden in den letzten Wochen umfangreiche Streckendaten erfasst. Diese bilden die Grundlage dafür, dass der Stadtbus die Strecke nun eigenständig und sicher befahren kann. Vor dem Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr hat der automatisierte Elektrobus ein Testprogramm auf dem MAN-Gelände absolviert und die erforderlichen technischen Prüfungen durch den TÜV und weitere Genehmigungsverfahren durchlaufen.

Forschungsvorhaben Minga läuft bis Juni 2027

Das Forschungsvorhaben Minga, kurz für „Münchens automatisierter Nahverkehr mit Ridepooling, Solobus und Bus-Platoons“, bündelt seit 2023 die Kompetenz von insgesamt 16 Partnern aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft. Das Mobilitätsreferat der Landeshauptstadt München verantwortet als Konsortialführer das Gesamtprojekt. Ziel ist es, automatisierte und vernetzte Mobilitätslösungen in das bestehende Verkehrssystem zu integrieren und zentrale Fragestellungen zu Technik, Regulierung, Wirtschaftlichkeit, Barrierefreiheit und Betrieb zu beantworten. Gefördert wird das Projekt dabei bis Mitte 2027 mit rund 13 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) im Rahmen der Förderrichtlinie „Autonomes und vernetztes Fahren in öffentlichen Verkehren“. (se)

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