Bahntechnik Siemens und Lufthansa Technik entwickeln Patiententransportzug

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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Siemens und Lufthansa Technik Defense planen gemeinsam einen Patiententransportzug für militärische Evakuierungen und den zivilen Katastrophenschutz. Eine entsprechende Absichtserklärung haben beide Unternehmen auf der Berliner Sicherheitskonferenz unterschrieben.

Siemens und Lufthansa Technik Defense planen gemeinsam einen Patiententransportzug basierend auf den Vectron X-Lokomotiven und Vectouro-Reisezugwagen, der für militärische Evakuierungen und den zivilen Katastrophenschutz gedacht ist.(Bild:  Siemens Mobility)
Siemens und Lufthansa Technik Defense planen gemeinsam einen Patiententransportzug basierend auf den Vectron X-Lokomotiven und Vectouro-Reisezugwagen, der für militärische Evakuierungen und den zivilen Katastrophenschutz gedacht ist.
(Bild: Siemens Mobility)

Der geplante Zug soll mehr als 150 Verletzte und Erkrankte transportieren und während der Fahrt medizinisch versorgen können – darunter auch Intensivpatienten. Die Partner wollen ihn in Deutschland für die Bundeswehr sowie ihre NATO-Verbündeten entwickeln. Der Zug besteht aus Vectouro-Reisezugwagen von Siemens, die mit einer Siemens Vectron X oder X Dual Mode Lokomotive kombiniert werden. Lufthansa Technik Defense rüstet die Wagen mit Systemen für Krankentragen und vollständig ausgestatteten Intensivbetten aus. Der Zug bietet zudem Platz für bis zu 90 medizinische und unterstützende Einsatzkräfte.

Bewährte Technik

Die Medizintechnik für den Zug hat sich bereits in der Luft bewährt: Die Deutsche Luftwaffe und andere Streitkräfte nutzen die AeroMEDICAL Solutions von Lufthansa Technik seit Jahrzehnten. Unter anderem wird damit der A400M der Bundeswehr zur „fliegenden Intensivstation“. Die gleichen standardisierten Systeme sollen auch im Zug verbaut werden, sodass Patienten beim Wechsel zwischen den einzelnen Verkehrsträgern nicht umgebettet werden müssen. Die Wagen lassen sich je nach Einsatz und Betreuungsbedarf flexibel aus- und umrüsten – von der medizinischen Grundversorgung bis zur Intensivversorgung.

Zugkonzept für grenzüberschreitenden Einsatz

Vectron X-Lokomotiven und Vectouro-Reisezugwagen sind auf den grenzüberschreitenden Einsatz ausgelegt. Die Wagen eignen sich zudem dank ihrer druckdichten Bauweise für Hochgeschwindigkeitsstrecken. So soll der Zug Patienten auf den wichtigsten europäischen Bahnstrecken sicher und schnell transportieren können, ohne dass an den Grenzen ein Fahrzeugwechsel nötig wird. Zusätzliche Flexibilität bietet die Kombination mit einer Vectron X Dual Mode-Lokomotive, die sowohl elektrisch als auch mit Dieselantrieb fahren kann. Damit bleibt der Zug auch auf nicht elektrifizierten Strecken oder bei Ausfall der Oberleitung einsatzfähig.

Umrüstbarkeit zwischen zivilem Personenverkehr und Patientenevakuierung

Ein wesentlicher Vorteil des Konzepts ist die Umrüstbarkeit zwischen zivilem Personenverkehr und Patientenevakuierung. Das verbessert die Auslastung der Fahrzeuge und erhöht ihre Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus. Die Züge sind für mehr als 30 Betriebsjahre ausgelegt und lassen sich während dieser Zeit modernisieren und an neue Anforderungen anpassen. (se)

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