Neue Elektroautomarke Bei Nio entwickeln die Nutzer die Marke

Autor: Andreas Wehner

Der chinesische Elektroautobauer geht in Norwegen an den Start. Nio will seine Nutzer nicht nur in einer Community vernetzen, sondern geht noch einen Schritt weiter. Was das mit einem „User Advisory Board“ zu tun hat.

Firmen zum Thema

Der Elektroautobauer Nio startet im September in Norwegen.
Der Elektroautobauer Nio startet im September in Norwegen.
(Bild: Nio)

Der chinesische Elektroautobauer Nio macht den Schritt nach Europa. Im September eröffnet das Start-up in der norwegischen Hauptstadt Oslo sein erstes „Nio-House“, einen Standort der mehr Wohnzimmer als Showroom sein soll. Autos kaufen kann man dort zwar auch – das sollen die Kunden aber nach dem Willen von Nio vor allem auch online tun.

Ähnlich wie bereits Lynk&Co will Nio die Fahrer und Fans seiner Autos vernetzen und eine aktive Community schaffen. Schon ab Juli ist die Nio-App erhältlich, die wie eine Art soziales Netzwerk funktioniert. Ein Auto zu bestellen soll über die App schnell und einfach möglich sein. Das ist aber kein Muss, um in der Community aktiv zu sein.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

In China funktioniert das Konzept offenbar gut. 300.000 aktive Nutzer hat die Nio-App laut Gründer William Li. Dabei hat das Unternehmen erst etwas mehr als 100.000 Autos verkauft. Die Nutzer erhalten Credits für Interaktionen und können diese wiederum bei Nio einlösen – nicht nur für den Kaffee im Nio-House, sondern auch zum Beispiel auch fürs Outfit.

Eigene Lifestyle-Marke

Neben den Fahrzeugen hat Nio auch eine eigene Lifestyle-Marke etabliert, die Kleidung und viele weitere Produkte anbietet: „Nio Life“. Die Produkte soll es in Europa auch geben. Nio Life startet in Norwegen zudem eine Partnerschaft mit den lokalen Künstlerinnen Anette Moi und Sandra Blikas. Mit ihnen will Nio Produkte mit Bezug zu Norwegen entwickeln.

Neben der Community will Nio in Norwegen ein sogenanntes „User Advisory Board“ etablieren. Es soll einem bestimmten Kreis von Nutzern die Möglichkeit bieten, zur künftigen Entwicklung der Marke in Europa beizutragen und aktiv Ideen zu neuen Angeboten im Nio-House oder zu neuen Services beizusteuern. Das Nutzer-Feedback ist für das Start-up ein wesentlicher Faktor für die Weiterentwicklung der Marke.

Der Nio ES8 kommt mir einer 100 kWh-Batterie, die eine Reichweite von 500 Kilometern nach WLTP ermöglichen soll. In 4,9 Sekunden schafft es das SUV aus dem Stand auf Tempo 100. Weitere technische Daten der europäischen Version des ES8 verrät Nio bislang nicht. Das Auto ist ab Juli bestellbar, die ersten Kunden sollen es im September geliefert bekommen. 2022 wollen die Chinesen dann die Limousine ET7 mit autonomen Fahrfunktionen nachlegen.

Batterietausch statt langes Laden

Ein Alleinstellungsmerkmal von Nio – zumindest in Europa: Das Unternehmen will seine so genannte „Power-Swap-Technologie“ mitbringen. Sie ermöglicht es, in speziellen Stationen die Fahrzeugbatterie innerhalb von drei Minuten automatisch auszutauschen. In China bieten verschiedene Hersteller solche Systeme an.

Die ersten vier Stationen will Nio noch 2021 in der Region Oslo in Betrieb nehmen. Weitere sollen 2022 rund um die fünf wichtigsten norwegischen Städte und an den verkehrsreichsten Routen entstehen. Zusätzlich plant Nio ein eigenes Supercharger-Netzwerk und bietet Wallboxen für das Laden zuhause an.

(ID:47390803)

Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur Newsdesk Automotive