Apple Car Apple blitzt beim nächsten Autobauer ab

| Aktualisiert am 15.02.2021Autor: Sven Prawitz

Hyundais Absage ist kaum verhallt, schon dementiert ein anderer Automobilhersteller Gespräche mit Apple.

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Führt Nissans Weg aus der Krise über eine Partnerschaft mit Apple?
Führt Nissans Weg aus der Krise über eine Partnerschaft mit Apple?
(Bild: Nissan)

Hyundai will nicht, nun bringt sich Nissan ins Gespräch für eine Partnerschaft mit Apple. Danach gefragt antwortete Nissan-Chef Makoto Uchida: „Da die Technologie die Automobilindustrie verändert, müssen wir neue Initiativen ergreifen und mit Unternehmen zusammenarbeiten, die fundiertes Wissen und viel Erfahrung haben.“ Das berichtet das Wall Street Journal.

Gegenüber Reuters habe eine Sprecherin Spekulationen um ein von Nissan gebautes Apple-Auto dementiert: „Wir befinden uns nicht in Gesprächen mit Apple.“ Das berichtet der Spiegel. Nissan sei jedoch grundsätzlich offen für Kooperationen und Partnerschaften.

Nissan sei unter den japanischen Autoherstellern der naheliegende Kandidat für eine Zusammenarbeit mit Apple, zitiert das Wirtschaftsmagazin den Analysten Mio Kato. Der Autobauer habe in den USA in den vergangenen Jahren zu stark expandiert. Nun habe Nissan dort Überkapazitäten.

Hyundai steigt aus Gesprächen aus

Erst vor gut einer Woche hat Hyundai die im Januar aufgekommenen Spekulationen über eine Zusammenarbeit mit Apple beendet. Am vergangenen Montag (8. Februar) berichtete der Autobauer der Börse in Seoul, man sei nicht in Gesprächen mit dem Elektronikkonzern. Zuvor gab es sehr immer wieder neue Details zu möglichen Gesprächsinhalten. So solle das Apple-Auto auf der neuen E-Auto-Plattform des Hyundai-Konzerns stehen und in einem Kia-Werk im US-Bundesstaat Georgia gebaut werden.

Manager des koreanischen OEMs zeigten sich jedoch über Hyundais Rolle in einer solchen Partnerschaft besorgt: „Mittel- oder längerfristig werden wir nur die Hüllen für die Autos liefern“, wird ein Mitarbeiter von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Nissan braucht vielleicht einen Neuanfang, aber Hyundai nicht: Das Unternehmen war im vergangenen Jahr eine der am schnellsten wachsenden Marken in den USA und konnte auch in Deutschland seinen Marktanteil ausbauen.

Autoindustrie nähert sich den Tech-Unternehmen an

Die zuletzt immer wieder aufkommenden Gerüchte über mögliche Partnerschaften mit Automobilherstellern zeigt, dass sich die Haltung der Branche gegenüber den großen Tech-Unternehmen gewandelt hat. Es ist noch nicht lange her, da zögerten die Autohersteller, mit der Tech-Branche zusammenzuarbeiten, geschweige denn, Vertragshersteller für deren Marken zu werden.

Die Software der Internetfirmen kommt mittlerweile vermehrt direkt in den Fahrzeugen zum Einsatz – über die reine Konnektivität mit Smartphones hinaus. Ford etwa setzt künftig Google-Produkte standardmäßig in seinen Modellen ein. Viele andere Hersteller nutzen beispielsweise Software der Tech-Unternehmen zur Sprachsteuerung oder für das Infotainmentsystem.

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Über den Autor

 Sven Prawitz

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Fachredakteur, »Automobil Industrie« und Next Mobility