Elektromobilität Wo einst Tesla war, ist jetzt E-Go: E-Auto-Hersteller eröffnet erste Brandstores

Autor: Andreas Grimm

Next E-Go Mobile will es nach schwierigen Zeiten wissen. Der Elektroauto-Hersteller eröffnet nun nach und nach eigene Stores in mehreren Großstädten, um Marke und Produkt bekannt zu machen.

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Der Aachener Elektroauto-Hersteller Next E-Go Mobile hat in Hamburg (im Bild) und Düsseldorf zwei Brandstores eröffnet.
Der Aachener Elektroauto-Hersteller Next E-Go Mobile hat in Hamburg (im Bild) und Düsseldorf zwei Brandstores eröffnet.
(Bild: Next E-Go Mobile SE)

Die Elektro-Kleinwagenmarke Next E-Go Mobile geht in die Vermarktungsoffensive. Nach dem Start eines ersten Brandstores in Düsseldorf Anfang September ist zwei Wochen später die zweite Markenrepräsentanz in Hamburg gestartet. In beiden Fällen ist das Aachener Unternehmen an exklusiven und hoch frequentierten Standorten aktiv geworden – der Düsseldorfer Königsallee und dem Hamburger Jungfernstieg.

Dabei handelt es sich jeweils um zweigeschossige Verkaufsflächen. Im Erdgeschoss wird das bislang einzige Fahrzeug des Herstellers präsentiert, der E-Go Life. Dafür stehen beispielsweise in Düsseldorf 90 Quadratmeter zur Verfügung. Im Obergeschoss sind die Verkäuferbüros untergebracht. Drei bis vier Mitarbeitende bilden jeweils das Store-Personal. Sie sind über eine Agentur angestellt, die den Hersteller beim Aufbau der Stores als Dienstleister unterstützte. Die Läden selbst sollen zunächst für sechs Monate geöffnet haben. Zu den Absatzerwartungen für die beiden Läden sowie zum Invest wollte sich E-Go auf Nachfrage unseres Schwestermagazins »kfz-betrieb«-Anfrage nicht äußern.

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Bereits vor einigen Wochen hatte der Vertriebschef von E-Go, Matthias Kreimeier, im Gespräch mit »kfz-betrieb« angekündigt, die Marke über einen Omni-Channel-Vertrieb nach vorne bringen zu wollen. Dazu zählte er explizit auch den Aufbau von Marken- und Pop-up-Stores, „um mehr Kontaktpunkte mit unserer Marke und unseren Produkten zu ermöglichen“. Funfact am Rande: Am Hamburger Standort (Große Bleichen 10) war zuvor die E-Auto-Marke Tesla präsent.

Derzeit hat E-Go gut 20 Händlerpartner in Deutschland – „Tendenz weiter steigend“. Die jetzt gestarteten Brandstores dienen als Ergänzung zu den Aktivitäten der Partner, die in beiden Städten bereits tätig sind. Sie sind dann im Nachgang auch die Anlaufstelle für E-Go-Kunden, etwa für den Service.

Neben den Ausstellungsstücken im Store stehen von Montag bis Samstag weitere E-Go-Life-Modelle in nahegelegenen Tiefgaragen für Probefahrten bereit, die über ein Online-Buchungssystem reserviert werden können. Interessierte Kunden können das Auto in den Brandstores natürlich auch direkt bestellen. Neben den beiden bisherigen Standorten läuft derzeit in München eine Probefahrt-Kampagne. „Weitere Stores werden bald folgen“, hieß es auf Anfrage. Das gilt auch international: Repräsentanzen sind in Mailand, Athen und sogar Dubai vorgesehen.

E-Auto für's urbane Umfeld

Der Grundgedanke hinter dem E-Go Life ist „nachhaltige Mobilität“. Neben der reinen Produktpräsentation nutzt der Hersteller die Stores daher zum „Community-Building“, und um die Besucher über die Produktidee, die Produktion und die digitalen Services und Features aufzuklären. In Hamburg gibt ein aufgeschnittenes Fahrzeug zudem einen Einblick in den Fahrzeugaufbau. Dass die junge Marke E-Go ausgerechnet in Düsseldorf und Hamburg startet, erklärt die Pressestelle mit dem „modernen und innovativen Flair“ dieser Städte. Hamburg stehe zudem „an der Spitze des urbanen Wandels und des dringend benötigten Wechsels zu emissionsfreier Mobilität“.

Den Kundenkreis verortet der Hersteller in allen Gesellschaftsschichten. Der E-Go sei dabei vor allem als Zweitwagen für Menschen gedacht, die ein Umlenken in der Mobilität aktiv umsetzen wollen.

Ihnen will E-Go erschwingliche Elektroautos für den Einsatz im urbanen Umfeld anbieten, um letztlich „den dringend benötigten Wandel in der urbanen Elektromobilität zu beschleunigen“. Explizit gibt sich der E-Go Life daher mit einer geringen Reichweite (170 km) und einer Höchstgeschwindigkeit von 122 km/h zufrieden, die aus Herstellersicht für den üblichen städtischen Kurzstreckeneinsatz völlig ausreichen.

Mit diesem konzeptionellen Ansatz, nicht für Dinge zahlen zu müssen, die der Fahrer sowieso nie wirklich braucht, nämlich einen großen Akku für mehr Reichweite, und konstruktiven Ansätzen wie einer reparaturfreundlichen Außenkarosserie aus recyclebaren und recycleten Kunststoffen, soll der E-Go Life auf eine lange Lebensdauer und damit niedrige Gesamtbetriebskosten kommen.

Eckdaten zum E-Go Life Next

Der E-Go Life ist speziell für den Einsatz in der Stadt konzipiert. Mit einer Batterieladung kommt das Auto laut dem Prüfzyklus WLTP City 170 Kilometer weit. Für Überlandfahrten ist das wenig, aber für den reinen Einsatz im urbanen Umfeld ist diese Reichweite völlig ausreichend, wenn man von weniger als 30 Kilometern täglicher Nutzung ausgeht. Über Nacht bietet sich dann jeweils genügend Zeit zum Aufladen während des Parkens zu Hause oder am Arbeitsplatz. Dementsprechend ist auch die Höchstgeschwindigkeit von 122 km/h angemessen. Die Special Edition Next steht mit 27.159 Euro in der Preisliste – davon abzuziehen ist derzeit der Umweltbonus von 9.570 Euro.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«