Magnetschwebebahn Wettlauf um den schnellsten Zug der Welt

| Aktualisiert am 27.08.2021Autor Sven Prawitz

Nur noch sehr wenige Länder treiben den Bau von Magnetschwebebahnen voran. China entwickelt mittlerweile seine eigene Technik, mit der nun ein neuer Geschwindigkeitsrekord gelang. Zumindest aus Sicht der Chinesen.

Die japanische Version der Magnetschwebebahn: Der SC Maglev von Japan Railways Central.
Die japanische Version der Magnetschwebebahn: Der SC Maglev von Japan Railways Central.
(Bild: SC Maglev Test Ride / Maryland GovPics / CC BY-SA 2.0)

China hat ambitionierte Pläne für den Ausbau seines Verkehrsnetz. Eine wichtige Rolle dabei spielen Hochgeschwindigkeitszüge. So sollen in wenigen Jahren Magneteschwebebahnen einige Metropolen der nördlichen Ostküste mit den Millionenstädten im Süden des Landes verbinden. Die Volksrepublik entwickelt zu diesem Zweck eigene Züge.

Der neue Maglev (kurz für Magnetic Levitation) soll beispielsweise Schanghai und Guangzhou (nördlich von Hongkong) verbinden. Laut Neue Zürcher Zeitung in 2,5 Stunden – statt mit dem Hochgeschwindigkeitszug in knapp sieben Stunden! Eine Projektgruppe um die „Southwest Jiaotong University“ in Chengdu arbeitet an einem Triebwagen, der 620 km/h erreichen soll. Mitte Juli hat nun der Staatskonzerns CRRC in Qingdao einen neuen Super-Maglev vorgestellt, der in Testläufen Geschwindigkeiten von bis zu 600 km/h erreicht haben soll.

Geschwindigkeitsweltrekord in China, oder doch Japan?

Damit schrammten die Zugentwickler der Volksrepublik nur knapp am Weltrekord des Japanischen Schnellzuges vorbei. „Dort hat schon im Jahr 2015 ein neuer Maglev von JR Central die Geschwindigkeit von 603 km/h erreicht – bislang ebenfalls nur in einem Testlauf“, schreibt das Fachmedium „konstruktionspraxis“. Damit hat Japan im Rennen um den schnellsten Zug noch die Nase vorn. Dennoch schrieb die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua vom „momentan schnellsten Landfahrzeug der Welt“.

Allerdings habe das Verkehrsministerium in Japan den Bau der Chuo-Shinkansen-Maglev-Strecke zwischen Tokio und Nagoya im Zuge der Corona-Maßnahmen vorübergehend auf Eis gelegt, berichtet „konstruktionspraxis“. Es ist davon auszugehen, dass die Beamten der Volksrepublik an ihren Plänen festhalten. Somit dürfte der Magnetschwebetechnik auf der Langstrecke in China der Durchbruch gelingen – ob nun mit oder ohne Geschwindigkeits-Weltrekord.

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