Luftfahrt Wenn der Helikopter aussieht wie ein Alfa Romeo

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

Eigentlich ist die Pista & Piloti eine Motorsport-Veranstaltung für historische italienische Sport- und Rennwagen sowie Old- und Youngtimer. Dieses Jahr gab es ein besonderes Highlight, das keine Räder besaß: ein Helikopter, der sich an die Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio anlehnt.

Evocopter-Gründer Paul Ressle hat seinen Ultraleicht-Hubschrauber mit Quadrifoglio-Designelementen gestaltet.(Bild:  Stellantis Deutschland / Alfa Romeo)
Evocopter-Gründer Paul Ressle hat seinen Ultraleicht-Hubschrauber mit Quadrifoglio-Designelementen gestaltet.
(Bild: Stellantis Deutschland / Alfa Romeo)

Die Pista & Piloti ist vor allem von historischen italienischen Sport- und Rennwagen geprägt. Insbesondere steht die Marke Alfa Romeo im Fokus, aber es sind auch zeitgenössische Konkurrenzmarken im Startfeld vertreten. Die letzte Veranstaltung am 29. und 30. August 2026 – wie üblich auf dem Triwo Testgelände in Pferdsfeld (Hunsrück, Rheinland-Pfalz) konnte noch ein besonderes Highlight verzeichnen. Nämlich einen Helicopter im Alfa-Romeo-Design, geflogen von Paul Ressle, Gründer der Firma Evocopter. Der Unternehmer aus dem bayerischen Schongau begeisterte sich bereits als Kind für Alfa Romeo. Zu seinem Fuhrpark gehört neben Oldtimern der italienischen Traditionsmarke auch eine aktuelle Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio. Und seit Neuestem außerdem ein Helikopter im Quadrifoglio-Design. Ressle gestaltete seinen neuen Prototypen des Ultraleicht-Hubschrauber vom Typ ClassiX im unverwechselbaren Stil des vierblättrigen Kleeblatts.

Ähnlich wie die Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio weist auch der neu entwickelte UL-Helikopter aus Schongau zahlreiche Komponenten aus Kohlefaser auf. Ressle hat den Rumpf in der Farbe Rosso Alfa lackieren lassen – genau wie seine Giulia. Kleeblatt-Logos sowie ein historischer Alfa Romeo Schriftzug vervollständigen den einzigartigen Look des Hubschraubers.

Mit zertifiziertem Luftfahrttriebwerk

Der von Evocopter neu entwickelte ClassiX ist ein Ultraleicht-Helikopter. Um das Gewichtslimit von 600 Kilogramm – inklusive Pilot und eventuellem Passagier – einzuhalten, fertigt das Unternehmen unter anderem Rumpf, Kabine und Rotorblätter aus leichter und stabiler Kohlefaser. Ein Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl dient als Struktur.

Der Antrieb des ClassiX als nach Herstelleraussagen Alleinstellungsmerkmal unterscheidet das Modell von herkömmlichen UL-Helikoptern. Evocopter nutzt hierfür keinen modifizierten Pkw-Motor, sondern ein zertifiziertes Luftfahrttriebwerk mit circa 6 Litern Hubraum, 160 PS und 500 Nm Drehmoment. Darüber hinaus sind, ähnlich wie in den Formel-1-Rennwagen, die Tanks als Crash-sichere Gummiblasen mit Schaumstofffüllung ausgeführt.

Technologien aus dem Rennsport

Die Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio wird von einem V6-Benziner mit 2,9 Litern Hubraum und zwei Turboladern angetrieben, der 382 kW (520 PS) leistet. Für die Kraftübertragung zur Hinterachse ist ein Achtgang-Automatikgetriebe von ZF zuständig, das sich wahlweise auch manuell über Aluminium-Schaltwippen am Lenkrad bedienen lässt. Ist der spezielle Modus „Race“ in der elektronischen Fahrdynamikregelung Alfa DNA Pro aktiviert, wechselt das Getriebe die Gänge innerhalb von 150 Millisekunden.

Die Serienausstattung basiert in weiten Teilen auf Technologien, die Alfa Romeo im Rennsport entwickelt hat. Dazu zählen neben der Fahrdynamikregelung Alfa DNA Pro auch das mechanische Sperrdifferenzial Alfa Q2, das adaptive Fahrwerk Alfa Active Suspension sowie die aktive, aus Kohlefaser gefertigte Frontspoilerlippe Alfa Active Aero Splitter. Für optimale Verzögerungswerte sorgen die Hochleistungsbremsanlage von Brembo und das Integrierte Bremssystem (IBS), das Fahrdynamikregelung und Antiblockiersystem miteinander vernetzt. Die Übertragung zwischen Bremspedal und Bremsanlage erfolgt elektronisch per Brake-by-Wire.

Wie der „Quadrifoglio-Helikopter“ setzt auch die Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio auf Kohlefaser, um das Gewicht zu reduzieren. Zahlreiche Karosserie- und Technikkomponenten sind aus dem Hightech-Material gefertigt. Dazu zählen das Dach, die Motorhaube, der Front- und der Heckspoiler sowie die Kardanwelle. Darüber hinaus bestehen die Türen und die vorderen Kotflügel aus Aluminium. Eine hochwertige Innenausstattung rundet das einzigartige Fahrerlebnis mit der Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio ab. Optional sind unter anderem Sportsitze mit einer Rückenschale aus Kohlefaser verfügbar. (se)

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