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Verkehrsanalyse zu Pop-up-Radwegen: Neuordnung des Straßenraums

Redakteur: Svenja Gelowicz

Stadtplaner haben wegen der steigenden Anzahl an Fahrradfahrern sogenannte Pop-up-Radwege eingerichtet. Wie die den Verkehr verändert haben, zeigt nun eine Analyse an den Beispielen Berlin und Paris.

Pop-up-Radweg in Hamburg.
Pop-up-Radweg in Hamburg.
(Bild: Provisorischer Radweg / Provisorischer Radweg / Photo Graf / CC BY-SA / CC BY-SA NaN)

Das Virus hat die Mobilität in Städten massiv verändert. In Deutschland hat sich das Fahrgastaufkommen der Öffentlichen Verkehrsmittel im ersten Halbjahr fast halbiert. Auch das Auto erfreut sich wieder größerer Beliebtheit – und auch das Fahrrad. Darauf haben Verkehrsplaner verschiedener europäischer Großstädte schnell reagiert und sogenannte Pop-up-Radspuren eingerichtet. Der „Spiegel“ hat nun Daten des Navigationsdiensts Tomtom ausgewertet.

Demnach hat die französische Hauptstadt Paris solche Radwege am konsequentesten eingerichtet und bis Mitte Mai bereits 45 „Corona-Pisten“ eingerichtet. Perspektivisch sollen es 60 Kilometer werden. Im Vergleich dazu hat Berlin 27 Kilometer solcher neuer Radspuren geschaffen. In der Hauptstadt habe es im Sommer 2020 23 Prozent mehr Radfahrer als im Sommer des Vorjahres gegeben, in Paris betrage der Anstieg 66 Prozent.

Verkehrsverlagerung, aber keine Zunahme von Staus

In beiden Städten fuhren laut der Analyse weniger Autos entlang der neuen Pop-up-Radwege – auch, weil sie dort weniger schnell voran kamen als zuvor. Dadurch nutzten die Fahrer Parallelstraßen stärker. Der Verkehr nahm dort laut dem Bericht zu, allerdings gab es nicht vermehrt Staus. In Paris war es im Detail so, dass sich wegen der Sperrung der Rue de Rivioli entlang des Louvre der Autoverkehr auf die Uferstraßen südlich der Seine verlagert habe. Dort waren laut der Tomtom-Daten zehn bis 25 Prozent mehr Autofahrer unterwegs.

In Berlin ging entlang des längsten Pop-up-Radwegs der Autoverkehr um zehn bis 40 Prozent zurück. Auch in der Hauptstadt wichen die Fahrer auf Parallelstraßen aus, wodurch der Verkehr um zehn bis 20 Prozent zunahm – ohne zusätzliche Staus.

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