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Erstes Halbjahr: Nutzung von Bus und Bahn hat sich fast halbiert

Autor / Redakteur: Hanne Schweitzer/SP-X / Lena Bromberger

In den ersten sechs Monaten sind die Deutschen deutlich weniger mit Bussen und Bahnen gefahren. Nach einer kurzen Erholung beobachten Statistiker nun wieder einen Einbruch.

Vor allem im 2. Quartal 2020 fuhren deutlich weniger Menschen mit Öffentlichen Verkehrsmitteln.
Vor allem im 2. Quartal 2020 fuhren deutlich weniger Menschen mit Öffentlichen Verkehrsmitteln.
(Bild: Copyright: Kölner Verkehrsbetriebe AG)

Das Fahrgastaufkommen der Öffentlichen Verkehrsmittel ist im ersten Halbjahr 2020 stark eingebrochen. Im Fernverkehr mit Bussen und Bahnen waren mit 45 Millionen Personen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 46 Prozent weniger unterwegs als im gleichen Zeitraum 2019. Die Coronakrise führte insbesondere im 2. Quartal zum Einbruch der Fahrgastzahlen: Von April bis Juni 2020 waren drei Viertel (-75 %) weniger Personen im Fernverkehr mit Bussen und Bahnen unterwegs als im Vorjahreszeitraum.

2. Quartal 2020: Rückgang der Mobilität aller Fortbewegungsarten

Im Nahverkehr sind die Rückgänge im ersten Halbjahr 2020 laut Destatis noch nicht endgültig zu bemessen. Bei den derzeit gemeldeten Daten für den Liniennahverkehr mit Bussen (- 22 % im 1. Halbjahr und - 36 % im 2. Quartal) und Straßenbahnen (- 24 % und - 41 %) ist demnach davon auszugehen, dass diese die tatsächlichen Rückgänge nicht vollständig abbilden – unter anderem deshalb, weil im Nahverkehr viele Fahrgäste Zeitkarten besitzen, diese aber vermutlich aufgrund der Pandemiesituation vergleichsweise selten nutzten. Daher ist hier mit Revisionen der Meldewerte durch die Verkehrsunternehmen zu rechnen. Nach vorläufigen Ergebnissen waren im Eisenbahn-Nahverkehr mehr als ein Drittel (- 37 % und - 59 %) weniger Menschen unterwegs.

Aufgrund der Unsicherheiten in den Meldedaten der Verkehrsunternehmen hat das Statistische Bundesamt ergänzend experimentelle Mobilfunkdaten nach genutzten Verkehrsmitteln ausgewertet, um Veränderungen im Reiseverhalten darzustellen. Im zweiten Quartal 2020 ging die Mobilität über alle Fortbewegungsarten um etwa 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Im April gab es 88 Prozent weniger täglichen Fahrten im Bahnfernverkehr. Bis Anfang August stiegen die Zahlen wieder, auf rund 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Seitdem ist ein erneuter Rückgang zu beobachten, im Oktober liegen die täglich zurückgelegten Fahrten im Bahnfernverkehr wieder bis zu 50 Prozent unter den Vorjahreswerten.

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