Smart Grid Straßenbeleuchtung: Digitale Steuerung statt Rundsteuersignal

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Straßenbeleuchtung wird in Deutschland weitestgehend über Rundsteuersignale im Stromnetz geschaltet. Unter anderem Leistungselektronik und Cyberbedrohungen erschweren die zuverlässige Signalübertragung und machen mittlerweile eine Modernisierung notwendig. Lemonbeat hat eine digitale, IP-basierte Alternative entwickelt.

Link Luminate lässt sich ohne aufwendige Infrastrukturmaßnahmen direkt im Kabelverteilerschrank installieren.(Bild:  Lemonbeat)
Link Luminate lässt sich ohne aufwendige Infrastrukturmaßnahmen direkt im Kabelverteilerschrank installieren.
(Bild: Lemonbeat)

Rundsteuertechnik ist ein in Deutschland seit über sechs Dekaden historisch gewachsenes Instrument zur zentralen Steuerung elektrischer Verbraucher. Über die Signale im Stromnetz werden unter anderem Straßenbeleuchtungen ein- und ausgeschaltet. In heutigen Stromnetzen trifft diese Technik jedoch auf eine deutlich komplexere Umgebung als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Dezentrale Erzeugung, volatile Einspeisung durch Photovoltaikanlagen und moderne Leistungselektronik in Wärmepumpen und Speichern verändern die Netzrealität. Rundsteuersignale werden deswegen häufiger gedämpft oder überlagert. Hinzu kommt die zunehmende Bedrohungslage kritischer Infrastrukturen durch Cyberangriffe.

Lemonbeat, ein auf Digitalisierungslösungen für die Energiebranche spezialisiertes Technologieunternehmen, hat mit Link Luminate eine digitale Alternative entwickelt, die sich ohne aufwendige Infrastrukturmaßnahmen direkt im Kabelverteilerschrank installieren lässt. „Wir können nicht in einem digitalisierten Netz mit analoger Steuerung aus den 60er-Jahren arbeiten – das ist nicht mehr zeitgemäß. In einer Zeit, in der kritische Infrastrukturen verstärkt ins Visier von Cyberangriffen geraten, benötigen Verteilnetzbetreiber Lösungen, die nicht nur zuverlässig, sondern auch nachweisbar sicher sind“, so Oliver van der Mond, CEO von Lemonbeat.

Das System ermöglicht die IP-basierte Fernsteuerung, zeitliche Programmierung und Überwachung von Straßenbeleuchtungen. Bis zu drei Straßenzüge können separat angesteuert werden. Die Kommunikation erfolgt über LoRaWAN und LTE-M/NB-IoT, sodass redundante Kommunikationswege ermöglicht werden sollen.

Betreiber können ihre Straßenbeleuchtung direkt aus der Ferne ansteuern, feste Schaltprogramme hinterlegen oder eine automatisierte Steuerung einrichten – beispielsweise nach Sonnenauf- und Sonnenuntergang. Die entsprechenden Funktionen sind bereits im System integriert und lassen sich an die jeweiligen Anforderungen vor Ort anpassen. Laut Herstellerangaben erfüllt das System die BSI-Sicherheitsstandards und verbindet kosteneffiziente Implementierung mit hybrider Übertragungstechnik und hoher Erweiterbarkeit.

Erste Geräte sind seit 2025 bei Schleswig-Holstein Netz sowie weiteren E.ON‑Netzgesellschaften im Einsatz. Für 2026 ist der Rollout mit mehreren Tausend Geräten geplant. Seit Anfang 2026 steht Link Luminate zudem auch weiteren Betreibern von Straßenbeleuchtung zur Verfügung. Parallel zum Rollout entwickelt Lemonbeat zusätzliche Funktionen. In Kombination mit Lemonbeat-Strommessgeräten und Rogowski-Spulen soll Link Luminate künftig auch die separate Abrechnung von Straßenbeleuchtung sowie die Erkennung defekter Leuchtmittel ermöglichen. (sb)

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