Mobilität Studie: Neue Mobilitätskonzepte spielen keine Rolle

Redakteur: Sven Prawitz

Neue Mobilitätskonzepte wie Carsharing oder Ride-Hailing leiden besonders unter den Folgen der Corona-Pandemie. Zu diesem Ergebnis kommt die Mobilitätsstudie von Continental.

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Die Sitze der Fahrdienste bleiben in der Coronakrise leer. Moia hat aufgrund der jüngsten Kontaktbeschränkungen sein Angebot in Hamburg und Hannover vorrübergehend eingestellt.
Die Sitze der Fahrdienste bleiben in der Coronakrise leer. Moia hat aufgrund der jüngsten Kontaktbeschränkungen sein Angebot in Hamburg und Hannover vorrübergehend eingestellt.
(Bild: Moia)

Die individuelle Mobilität im eigenen Fahrzeug bekommt durch die Coronakrise einen starken Schub. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Mobilitätsstudie des Automobilzulieferers Continental. Sharing- oder Hailing-Angebote hingegen mussten einen deutlichen Einbruch hinnehmen. Befragt wurden Menschen in China, Deutschland, Frankreich, Japan und den USA.

In China nutzt jeder Zehnte neue Mobilitätskonzepte in Form des Teilens von Fahrzeugen (Sharing) oder des spontanen „Herbeiwinkens” (Hailing). In den vier anderen Ländern spielen diese Konzepte laut Studie nahezu keine Rolle. Auch die Angebote kommerzieller Fahrgemeinschaften in Deutschland, Frankreich, USA und Japan stecken demnach in der Nachfragekrise. In Frankreich und Japan sind es mit sieben beziehungsweise sechs Prozent nur geringe Anteile der Bevölkerung, die auf solche Angebote setzen.

Neue Sharing-Konzepte wie Ride Pooling oder Ride Hailing spielen bisher insgesamt keine relevante Rolle. Nur in großen Städten, insbesondere in den USA, steigt der Anteil der Befragten, die solche Dienste nutzen, etwas an – von einem Mainstream-Phänomen könne aber auch in diesem Gebieten bisher nicht gesprochen werden, heißt es in einer Mitteilung zur Studie.

Weit mehr als 80 Prozent aller Befragten besitzen das Auto, mit dem sie regelmäßig fahren. Obwohl Sharing-Konzepte in den vergangenen Jahren vor allem im urbanen Raum für die Mobilität an Bedeutung gewonnen hatten, bleibt der Individualverkehr auf Basis des Autos im Alltag der meisten Menschen fest verankert und wird es wohl noch lang bleiben, insbesondere im ländlichen Raum, lautet ein Fazit der Studienautoren.

Denn das Auto gehört für die meisten Menschen zur täglichen Fortbewegung. 57 Prozent der US-Amerikaner nutzen ihr Fahrzeug täglich oder fast täglich. Nur die Franzosen nutzen das Auto zu 59 Prozent noch häufiger. 53 Prozent der befragten Deutschen geben an, ihren Wagen täglich oder fast täglich zu benutzen. Nur in Japan wird das Auto lediglich zu 34 Prozent täglich oder fast täglich genutzt.

Die Studie

Seit 2011 führt Continental in regelmäßigen Abständen eine Mobilitätsstudie zu unterschiedlichen Fokusthemen durch. Für die Mobilitätsstudie 2020 wurden Menschen in Deutschland, Frankreich, den USA, China und Japan zu ihren Einstellungen hinsichtlich verschiedener Aspekte der Mobilität befragt. Die ersten Interviews fanden im September 2020 statt, bei der eine jeweils bevölkerungsrepräsentative Gruppe in fünf Ländern von drei Kontinenten befragt wurden. Neben den Erwartungen und Einstellungen zum elektrischen Fahren wurden Veränderungen der Mobilität vor dem Hintergrund der globalen Covid-19-Pandemie abgefragt.
Im Rahmen der Studie arbeitet Continental seit 2011 mit dem Markt- und Sozialforschungsinstitut Infas zusammen

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