Elektromobilität So viel verdient Fastned mit dem Laden von Elektroautos

Fastned hat im vergangenen Jahr die Zahl seiner aktiven Lade-Kunden mehr als verdoppeln können. Entsprechend stark stiegen auch der Umsatz und das operative Ebitda im Ladegeschäft. Unter dem Strich machten die Niederländer 2021 dennoch deutlich mehr Verlust als in den Jahren zuvor. Woran das liegt und wie das Management damit umgeht.

Fastned verzeichnete nach eigenen Angaben etwa eine Million Ladevorgänge an seinen Stationen im Jahr 2021.
Fastned verzeichnete nach eigenen Angaben etwa eine Million Ladevorgänge an seinen Stationen im Jahr 2021.
(Bild: Fastned)

Der niederländische Schnelllade-Anbieter Fastned ist im vergangenen Jahr stark gewachsen. Nach Angaben des Unternehmens stieg die Zahl der Standorte 2021 auf insgesamt 188. Das waren 57 mehr als noch 2020. Noch deutlicher schnellten die Ladevorgänge an den insgesamt 456 Ladestationen in die Höhe: Rund eine Million bedeuteten ein Plus von 70 Prozent. Etwa 111.600 aktive Kunden (2020: 53.300) bezogen insgesamt 20,9 Gigawattstunden Strom an den Säulen der Niederländer (2020: 11 GWh).

Das brachte Fastned auch ein deutliches Umsatz-Plus im Lade-Geschäft ein: 12,4 Millionen Euro setzte die Firma allein mit dem Laden um, 98 Prozent mehr als 2020. Als operatives Ebitda blieben davon 2,4 Millionen Euro hängen (+171 %). Eine Ladestation erzielte dem Fastned-Geschäftsbericht zufolge ein durchschnittliches operatives Ebitda von 14.900 Euro.

Fast 25 Millionen Euro Nettoverlust

Insgesamt häufte Fastned im zurückliegenden Jahr aber deutlich höhere Verluste an als im Vorjahr. Unter dem Strich fiel für 2021 eine Verust von 24,6 Millionen Euro an (2020: 12,4 Millionen Euro, 2019: 12 Millionen Euro). Um den Fortbestand des Unternehmens muss man sich aber wohl vorerst keine Sorgen machen: Im ersten Quartal 2021 hatten die Niederländer 150 Millionen Euro Kapital aufgenommen und sich so einen finanziellen Puffer für die eigenen Wachstumspläne geholt.

Für den Netzausbau nahm Fastned im vergangenen Jahr 6,8 Millionen Euro in die Hand (2020: 4,7 Millionen). Beeinträchtigt wurde das Ergebnis auch durch steigende Energiekosten. Nicht zuletzt deshalb hatte der Anbieter im zurückliegenden November die Kosten pro kWh an seinen Säulen in den meisten Märkten von 59 auf 69 Cent angehoben.

Zudem vergrößerte das Unternehmen sein Team deutlich, die durchschnittliche Mitarbeiterzahl stieg von 55 im Jahr 2020 auf 76 im Jahr 2021. Das war dementsprechend auch die auch mit höheren Personalkosten verbunden. Hinzu kam, dass Fastned im vergangenen Jahr Aktienoptionen mit einem Gesamtwert im hohen einstelligen Millionenbereich an die Mitarbeiter ausgab.

In seinem Geschäftsbericht für 2021 macht Fastned auch Angaben zur Vergütung des Topmanagements. CEO Michiel Langezaal erhielt vom Führungstrio mit 97.000 Euro das geringste Gehalt. Chief Commercial Officer Niels Korthals Altes bekam 120.000 Euro, Finanzchef Victor von Dijk 143.000 Euro. Das Trio erhielt darüber hinaus noch Non-Cash-Benefits, die sich bei Langezaal auf einen Gesamtwert 20.000 Euro beliefen, bei Korthals Altes auf 540.000 Euro und bei Van Dijk auf 509.000 Euro.

„Wir kehren auf unseren exponentiellen Wachstumspfad zurück“

Langezaal zeigte sich mit den Ergebnissen des vergangenen Jahres zufrieden. „Trotz der anhaltenden Auswirkungen der Pandemie und der jüngsten Volatilität auf den Energiemärkten wächst unser Geschäft schnell, und wir kehren auf unseren exponentiellen Wachstumspfad zurück“, erklärte der CEO. Man habe stark in den Ausbau des eigenen Netzes investiert, was sich kurzfristig auf die Rentabilität auswirke. Das sei aber notwendig, um eine Infrastruktur für Millionen von Elektrofahrzeugen aufzubauen.

Dabei will Fastned weiter Tempo machen. Insgesamt hält das Unternehmen die Rechte an 331 Standorten. „Wir stehen erst am Anfang eines exponentiell wachsenden Lademarktes. Wenn wir den Ausbau unseres Netzes beschleunigen, sind wir bereit für die Millionen neuer Elektrofahrzeuge, die in den nächsten Jahren auf die Straßen kommen“, so Langezaal.

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