Peer-to-peer-Plattformen sind in einigen Bereichen wie etwa der Vermittlung von Privatunterkünften seit Jahren erfolgreich. Bei der privaten Pkw-Vermietung lässt der große Durchbruch noch auf sich warten.
Getaround ist einer der Anbieter für privates Pkw-Carsharing.
(Bild: Getaround)
Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland Vermittlungsplattformen für privates Carsharing wie Getaround oder Snappcar. Autos, die meist mehr stehen als fahren, verschlingen auch während Standzeiten Geld. Wer einen eher selten genutzten Pkw an andere Personen vermietet, kann seine Autokosten deutlich senken.
Die Vermittlung von privaten Mietfahrzeugen ist über die Online-Seiten beziehungsweise Apps technisch gut gelöst, rechtlich scheint auch dank Versicherungspartnern wie der Allianz alles geregelt. Der Blick auf im Netz veröffentlichte Erfahrungsberichte von Mietern und Vermietern deutet allerdings auch ein gewisses Frustpotenzial an.
Ähnliche Funktionsweise wie Airbnb
Online-Carsharing-Dienste funktionieren ähnlich wie etwa die Vermittlungsplattform Airbnb. Mieter wie Vermieter müssen sich als Nutzer registrieren und legitimieren. Als Mieter steht einem fortan der von privaten Vermietern angebotene Fahrzeugpool zumindest theoretisch zur Verfügung.
Über eine Suchfunktion kann man den Ort, etwa eine Stadt, sowie den Zeitraum der Wunschanmietung angeben. Anschließend werden die potenziell zur Verfügung stehenden Fahrzeuge angezeigt.
Für ein Wochenende Anfang September 2023 zeigt die Plattform Getaround zum Beispiel für die Großstadt Bremen insgesamt neun zur Miete bereitstehende Pkw an. Diese und andere lokale Stichproben deuten einen bundesweit überschaubaren Pool zur Anmietung bereitstehender Fahrzeuge an.
Einen Überblick zum gesamten zur Verfügung stehenden Fahrzeugpool kann man sich auf keiner Plattform verschaffen. Die Fahrzeugpalette im Beispiel Bremen reicht von Kleinstwagen über Mittelklasse-Kombi bis zum Oberklasse-SUV. Zumeist handelt es sich um betagtere Autos, aber einige angebotene Fahrzeuge sind nur wenige Jahre alt.
Die Preise bei Getaround liegen für zwei Tage inklusive 400 Freikilometer zwischen 73 und 116 Euro, in einem Fall werden 363 Euro verlangt. Zum Vergleich: Über das Vergleichsportal „Check 24“ steht Mietinteressenten für den gleichen Ort und gleichen Zeitraum ein riesiger Fahrzeugpool zur Wahl. Die Preise starten hier für moderne Kleinwagen mit 500 Freikilometer bei 70 Euro.
Interessierte müssen eine Mietanfrage verschicken
Anders als bei professionellen Autovermietern lassen sich über Privat-Carsharing übrigens die Fahrzeuge nicht sofort und verbindlich buchen. Vielmehr muss man eine Mietanfrage an den Vermieter senden. Einige Vermieter sind schon seit längerer Zeit dabei und weisen auch eine lange Nutzer-Bewertungshistorie auf. Darunter finden sich viele mit fünf Sternen.
Es gibt allerdings auch einige Angebote mit dem Hinweis „Neuer Eintrag“ oder „Annahmerate: niedrig“. Wer eine Mietanfrage abschickt, kann also auch abgewiesen werden. Wird man sich hingegen handelseinig, werden sich in den meisten Fällen Mieter und Vermieter bei der Fahrzeugübergabe persönlich kennenlernen.
Getaround bietet Vermietern alternativ auch an, für 19 Euro im Monat eine sogenannte Connect Box zu mieten. Mit dieser können Mieter dann per App das Fahrzeug entriegeln und mit einem im Auto hinterlegten Schlüssel starten.
Bei den Preisen handelt es sich, sieht man einmal von den Spritkosten sowie möglichen Strafzetteln und Extrakilometern ab, um All-inclusive-Tarife. Enthalten sind also auch die Kosten für den zusätzlichen Versicherungsschutz sowie die sogenannte Servicegebühren, welche die Online-Plattformen von Vermietern für erfolgreiche Vermittlungen berechnen.
Snappcar gibt die Versicherungsgebühr mit zwölf und die Servicegebühr mit acht Prozent an. Verlangt ein Vermieter also 50 Euro für eine Tagesmiete, landen davon 40 Euro auf seinem Konto. Einkünfte einer privaten Autovermietung müssen übrigens beim Finanzamt im Rahmen der Steuererklärung angegeben werden.
Bisher noch kein Erfolgsmodell
Ein Erfolgsmodell scheint das private Pkw-Carsharing bislang nicht zu sein. Obwohl die Anbieter mittlerweile einige Jahre am Markt sind, ist die Zahl der über Snappcar oder Getaround verfügbaren Autos überschaubar. Außerdem finden sich auf Bewertungsplattformen wie Trustpilot zu beiden Anbietern etliche kritische Aussagen enttäuschter Nutzer.
Stand: 08.12.2025
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So schildern Vermieter, wie sie Probleme haben, den Selbstbehalt im Schadensfall vom Mieter einzutreiben. Auch berichten Vermieter, Schäden am Fahrzeug erst nach der protokollierten Übergabe entdeckt zu haben. Bei der Lektüre verschiedener Beiträge zeigt sich, dass speziell die Abwicklung von Schadensfällen ein komplexes Thema ist.
Auch der Umgang mit Strafzetteln bei Verkehrsdelikten sorgt für Frust. Mieter ärgern sich über Probleme beim Stornieren oder über die nachträgliche Erhebung von Reinigungsgebühren, obwohl sie ihrer Ansicht nach das Fahrzeug sauber zurückgegeben haben.