Auto-Abo Mit diesen Fahrzeugen will Finn in den USA durchstarten

Finn wagt sich über den großen Teich. Das Münchner Auto-Abo-Start-up hat seine geplante Expansion in die USA wahrgemacht. Zum Start ist das Unternehmen in zwei Bundesstaaten mit sechs Fahrzeugen aktiv. Nun will Finn die Zweifel daran wegwischen, ob die Vereinigten Staaten der richtige Ort für Subscription-Modelle sind.

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Finn Auto hat seine geplante Expansion in die USA vollzogen.
Finn Auto hat seine geplante Expansion in die USA vollzogen.
(Bild: Finn Auto)

Im August hatte Finn seine Expansion in die USA angekündigt. Nun haben die Münchner den Schritt vollzogen. Der Auto-Abo-Anbieter startet zunächst in Pennsylvania und New Jersey. In den kommenden Monaten will das Start-up sein Marktgebiet auf weitere Bundesstaaten im Nordosten der Vereinigten Staaten ausweiten.

In der ersten Ausbaustufe können US-Interessenten bei Finn zwischen folgenden sechs Fahrzeugen wählen:

  • Tesla Model 3
  • Tesla Model Y
  • Jeep Compass
  • Jeep Grand Cherokee
  • Chevrolet Blazer
  • Chevrolet Camaro

Möglich sind zunächst lediglich zwei Abo-Zeitspannen: sechs und zwölf Monate. Das kleinste Monats-Paket umfasst 850 Meilen (knapp 1.370 Kilometer), das größte 1.500 Meilen (gut 2.400 Kilometer). Die Preise beginnen bei 679 US-Dollar pro Monat. In einem Abo ist alles außer der Sprit beinhaltet.

Mehr als 10.000 Abonnenten in Deutschland

Wer jetzt ein Abo bei Finn abschließt, soll sein Auto im festgelegten Marktgebiet bereits im Februar 2022 kostenlos vor die Haustür geliefert bekommen. Finn-Chef Max-Josef Meier erklärte, dass sein Unternehmen Autofahren so bequem mache wie Netflix das Anschauen von Serien.

In den kommenden Monaten will Finn in den USA ein Team mit mehr als 100 Beschäftigten aufbauen. Im Heimatmarkt Deutschland hat das Unternehmen nach eigenen Angaben ein erfolgreiches Jahr 2021 hingelegt. Hierzulande sei inzwischen die Marke von 10.000 Abonnenten gefallen. Vor rund einem Monat habe man an einem Tag mehr als 200 Verträge abschließen können. Das entspreche einem jährlich wiederkehrenden Umsatz von mehr als 1,5 Millionen Euro.

Auf Basis dieser Daten bezeichnet sich Finn selbst als die europäische Auto-Abo-Plattform, die derzeit am schnellsten wachse. In den USA hoffen die Münchner nun auf noch bessere Geschäfte. Die Hoffnung: US-Kunden seien generell offener für flexible Mobilitätsangebote. Beispielsweise gelten die Vereinigten Staaten als führender Leasing-Markt. „Wir sind überzeugt, dass unser Geschäftsmodell in den USA noch besser funktioniert als in Deutschland“, hatte Meier im Sommer erklärt.

Halbe Milliarde Fremdkapital soll helfen

Allerdings gibt es auch Zweifel daran, dass der US-Markt für das Abo-Geschäft gemacht ist. Leasing ist dort beispielsweise deutlich flexibler, Kunden können auch dabei deutlich kürzere Laufzeiten bekommen, als man es etwa in Deutschland gewohnt ist. Dementsprechend könnte Finn dazu gezwungen sein, sich mit zusätzlichen Angeboten von derartigen Modellen absetzen müssen. Das könnte das Geschäft kostspieliger und weniger profitabel machen.

Kapital dafür haben sich die Münchner gerade erst wieder gesichert. Credit Suisse und Waterfall Asset Management statten Finn mit 500 Millionen Euro aus, wie das Unternehmen bekannt gab. Das Geld soll das Abo-Start-up nutzen, um sukzessive neue Autos anzukaufen, heißt es. Auch weitere Marken sollen hinzukommen. Das Investment ist für Finn der Vorstoß in eine neue Region: Bislang hatten die Münchner rund 50 Millionen Euro eingesammelt.

Viel Konkurrenz gibt es in den USA im Geschäft mit Auto-Abos nicht. Das liegt allerdings auch daran, dass manche potenziellen Wettbewerber in der jüngeren Vergangenheit das Handtuch geworfen haben. Selbst der einstige Marktführer und Abo-Vorreiter fair.com hat sein Angebot vom Markt genommen. Zuvor hatten beispielsweise auch Mercedes und BMW Versuche mit eigenen Auto-Abos in den Vereinigten Staaten wieder eingestellt.

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