Per Spac Lufttaxi-Start-ups streben an die Börse

Autor Svenja Gelowicz

Mobilitäts-Start-ups wollen sich frisches Geld am Aktienmarkt beschaffen und wählen dafür einen Börsengang im Schnellverfahren. Drei junge Lufttaxi-Firmen, von denen eine den Schritt bereits gegangen ist und zwei offenbar konkrete Pläne haben.

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Parkende Flugtaxis: Der deutsche Lufttaxi-Hersteller Volocopter hat einem Bericht zufolge Pläne für einen Börsengang.
Parkende Flugtaxis: Der deutsche Lufttaxi-Hersteller Volocopter hat einem Bericht zufolge Pläne für einen Börsengang.
(Bild: Volocopter)

Junge Mobilitätsfirmen zieht es an den Kapitalmarkt. Erst diese Woche haben Medien berichtet, der Münchner Solarautobauer Sono Motors verfolge Börsenpläne. Und auch Lufttaxi-Firmen wollen sich Berichten zufolge Geld am Aktienmarkt beschaffen.

Da ist das Bruchsaler Lufttaxi-Unternehmen Volocopter. Das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet aus dem Firmenumfeld, dass das Start-up per Spac zeitnah an die Börse strebe. Ein Spac, kurz für Special Purpose Acquisition Company, ist eine leere Firmenhülle, die sich bereits am Aktienmarkt befindet. Diese Mantelfirmen haben den Auftrag, Unternehmen an die Börse zu bringen. Dafür schließen sich Spac und Unternehmen zusammen: Für Volocopter wäre dieser Weg ein Börsengang im Schnellverfahren.

Das junge Unternehmen hatte erst Anfang März eine Finanzspritze von 200 Millionen Euro vermeldet. Zu den Geldgebern gehört unter anderem nun auch der Autozulieferer Continental. Das Geld solle in die weiteren Schritte zur Zulassung des Volocity genannten elektrischen Flugtaxis fließen. Außerdem sollen damit erste kommerzielle Routen beschleunigt werden. Denn bereits innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen erste Passagiere von A nach B fliegen können.

Das Flugtaxi-Start-up Lilium aus Oberpfaffenhofen bei München befinde sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Bloomberg“ in Gesprächen mit einem Spac namens Qell Acqusition Corp., das an der US-Börse Nasdaq gehandelt wird. Durch den Zusammenschluss könnte Lilium mit über zwei Milliarden Dollar bewertet werden.

Weder Volocopter noch Lilium haben sich zu den Berichten geäußert.

Joby Aviation ist bereits per Spac an die Börse gegangen

Offiziell ist der Börsengang an anderer Stelle: Der US-amerikanische Konkurrent Joby Aviation hat sich im Februar bereits mit einem Spac zusammengeschlossen. Die Bewertung liegt laut einer Mitteilung nun bei 6,6 Milliarden US-Dollar. Der Käufer ist eine Gesellschaft des LinkedIn-Mitgründers Reid Hoffman, Reinvent Technology Partners (RTP). Joby will 2024 den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Wie sich der Markt für kommerzielle Shuttle-Drohnen entwickeln könnte, hat eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger vom November berechnet. Demnach gibt es 2050 weltweit rund 160.000 kommerziellen Shuttle-Drohnen mit einem jährlichen Marktvolumen von 90 Milliarden Dollar.

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