Tankstellen Jet-Mutterkonzern startet Wasserstoff-Offensive

685 Wasserstofftankstellen hat das Portal „H2 Stations“ jüngst weltweit gezählt. Nun gehen mit Phillips 66 der Mutterkonzern der Zapfsäulen-Kette Jet in die Offensive. Gemeinsam mit H2 Energy Europe will das US-Unternehmen bis 2026 bis zu 250 H2-Tankstellen in Deutschland, Österreich und Dänemark aufbauen.

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Zu Phillips 66 zählt unter anderem die Tankstellenkette Jet.
Zu Phillips 66 zählt unter anderem die Tankstellenkette Jet.
(Bild: Phillips 66)

Über 1.000 Jet-Tankstellen gibt es in Europa. Bekannt ist die Kette mit dem knallgelben Erscheinungsbild für Kampfpreise, die sie mit Werbespots regelmäßig herausposaunt. Bald könnte sich Jet aber auch einen Ruf als Anlaufstelle für Fahrer von Wasserstoffautos erarbeiten.

Zumindest hat der Mutterkonzern der Tankstellenkette, Phillips 66, nun angekündigt gemeinsam mit H2 Energy Europe bis 2026 bis zu 250 Wasserstofftankstellen in Deutschland, Österreich und Dänemark installieren zu wollen. In der Schweiz hat der US-Konzern über eine Beteiligung an der Coop Mineraloel AG bereits Erfahrungen auf dem Feld gesammelt. Jetzt will das Unternehmen auch andere Märkte erobern.

Partner H2 Energy ist ein Joint Venture zwischen dem Rohstoffhandelsunternehmen Trafigura und der H2 Energy Holding, einem Wasserstoffversorger. „Wir betrachten die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie als wichtiges Tool der Energiewende“, sagt Rolf Huber, Gründer von H2 Energy. „Sie puffert überschüssige Stromproduktion und speichert und verteilt regenerativ erzeugte Energie.“

Brian Mandell, Marketingchef bei Phillips 66, ergänzte: „Wir bei Phillips 66 sind der Überzeugung, dass die Ausweitung des Zugangs zu Wasserstoff entscheidend ist, für eine kohlenstoffärmere Energieversorgung in der Zukunft.“

Ohne öffentliche Fördermittel scheitert das Vorhaben

Sowohl bestehende Jet-Tankstellen als auch neue Standorte an wichtigen Verkehrsachsen sollen mit Wasserstoff-Zapfsäulen ausgestattet werden. Nachfrage erhoffen sich die Partner unter anderem von Schwerlast-Lkws. Für den Aufbau hoffen Phillips 66 und H2 Energy auf öffentliche Fördergelder. Ohne diese sei das Projekt nicht realisierbar.

Bislang ist das Wasserstofftankstellen-Netz äußerst überschaubar. Das Portal „H2 Stations“ registrierte jüngst weltweit insgesamt 685 entsprechende Stationen. In Deutschland sind demnach aktuell 101 Wasserstofftankstellen in Betrieb. Wasserstoff wird als Alternative zum Batterieantrieb gehandelt, gerade für längere Strecken. Kritiker bemängeln allerdings unter anderem den geringen Wirkungsgrad der Technologie und die hohen Kosten für den Aufbau einer Infrastruktur. Zudem seien Brennstoffzellenfahrzeuge nur dann sinnvoll, wenn sie mit grünem Wasserstoff betankt werden. Dieser ist allerdings knapp.

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