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In Hamburg können Fahrgäste nun im autonomen Shuttle fahren

Redakteur: Svenja Gelowicz

Das Shuttle-Projekt „Heat“ hat eine Betriebserlaubnis erhalten und darf von nun an auch Passagiere durch Hamburg transportieren. Die Hansestadt will damit bei der künftigen Mobilität einen Spitzenplatz einnehmen.

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Das Shuttle im Projekt Heat darf nun auch Fahrgäste transportieren - sie müssen sich per App anmelden.
Das Shuttle im Projekt Heat darf nun auch Fahrgäste transportieren - sie müssen sich per App anmelden.
(Bild: HOCHBAHN)

Hamburg platziert sich deutschlandweit ganz vorne bei neuen Transportkonzepten: Beflügelt durch den ITS-Weltkongress, der nächstes Jahr in der Hansestadt stattfinden wird, erproben verschiedene Unternehmen in Projekten die künftige Mobilität. So auch der Entwicklungsspezialist IAV in einem Verbund mit fünf weiteren Partnern. Deren Shuttle aus dem Entwicklungsprojekt „Heat“ (Hamburg Electric Autonomous Transportation) zirkuliert bereits seit dem vergangenen Jahr auf einer mit Infrastruktur hochgerüsteten Teststrecke in der Hafenstadt und hat dabei viel gelernt.

Nun sollen erstmals Fahrgäste darin transportiert werden: Das Forschungsprojekt hat dafür eine Genehmigung erhalten, eine sogenannte Einzelbetriebserlaubnis durch die Landesregierung. Laut einer Mitteilung darf erstmalig in Deutschland ein autonomer Kleinbus im öffentlichen, innerstädtischen Straßenraum mit Fahrgästen und einer Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h den Betrieb aufnehmen. Passagiere können ihre Fahrt per App buchen, mit an Bord befindet sich ein ausgebildeter Fahrzeugbegleiter. Außerdem überwacht die Hochbahn-Leitstelle den Betrieb.

Heat-Projekt: Nutzeranforderung erforschen

Am Freitag haben Hochbahn-Vorstandschef Henrik Falk und der Senator für Verkehr und Mobilitätswende Anjes Tjarks den Probebetrieb als erste Passagiere des selbstfahrenden Kleinbusses eröffnet. „Autonomes Fahren mitten in einem urbanen Umfeld mit Radfahrenden und Fußgänger*innen umzusetzen, ist anspruchsvoll und in dieser Form weltweit einmalig. Das ist eine große Leistung, aber auch ein wichtiger Beitrag, um die Mobilität der Zukunft zu gestalten“, so Tjarks.

Laut Hochbahn-Chef Falk könnte ein solcher Shuttle das Angebot in Tagesrandlagen und Außenbezirken verbessern. Große Fahrzeuge seien dort nicht sinnvoll. Matthias Kratzsch, Technik-Chef von IAV: „Als Verantwortliche für die Gesamtfahrzeugentwicklung und die im Shuttle integrierten Technologien für das autonome Fahren startet für uns Ingenieure nun die wohl spannendste Projektphase: Nach intensiven Tests und Feinabstimmung zwischen Shuttle und straßenseitiger Infrastruktur können Fahrgäste endlich den elektrischen Kleinbus und damit das autonome Fahren selbst erleben.“ Die Projektpartner wollen in dem Probebetrieb unter anderem auch Nutzeranforderungen erforschen.

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