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Hyraze League: Die nachhaltigste und zukunftsträchtigste Rennserie?

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Nach Formel E, Jaguar-I-Pace-e-Trophy und der geplanten E-TCR kommt eine weitere elektrische Rennserie auf uns zu – doch diesmal stehen Autos mit Wasserstoff im Tank am Start. „Hyraze League“ (von Hydrogen für Wasserstoff) nennt sich der Wettbewerb, der ab 2023 den Motorsport der Zukunft in vielerlei Hinsicht repräsentieren soll.

So ähnlich könnten die Wasserstoff-Rennwagen der geplanten Hyraze-Motorsportserie aussehen, für die HWA und Schaeffler die technische Basis liefern.
So ähnlich könnten die Wasserstoff-Rennwagen der geplanten Hyraze-Motorsportserie aussehen, für die HWA und Schaeffler die technische Basis liefern.
(Bild: HWA)

Ab 2023 sollen Rennen in der Hyraze League mit 800 PS starken Wasserstoffautos ausgetragen werden. Die Energie für den emissionsfreien Antrieb liefert grüner Wasserstoff, der in den beiden Brennstoffzellen der Rennfahrzeuge in Strom für die vier Elektromotoren umgewandelt wird. Der anfallende Bremsstaub entweicht nicht unkontrolliert in die Umwelt, sondern wird im Fahrzeug aufgefangen und später umweltneutral entsorgt. Spezielle, aus schnell nachwachsenden Rohstoffen entwickelte Reifen sorgen außerdem für eine Minimierung des Reifenabriebs. Zusammen mit einer strikt limitierten Anzahl von Reifen reduziert sich die Feinstaubbelastung wesentlich, versprechen die Projektpartner. Das im Fahrzeug implementierte Steer-by-Wire-System übernimmt die Steuerung der Lenkung durch rein elektronische Impulse. Die mechanische Verbindung über die Lenksäule entfällt.

Und noch etwas ist einzigartig: Die Teams haben für jedes Auto zwei Fahrer – einen für die realen Wertungsläufe und einen, der an den gleichfalls zur Meisterschaft zählenden E-Sport-Events teilnimmt. Die Ergebnisse beider Rennen fließen zu gleichen Teilen in die Meisterschaftswertung ein, so dass am Ende ein Team als Gesamtsieger beider Disziplinen gekürt wird – ein absolutes Novum im Motorsport.

Teil des Gesamtkonzepts ist auch der bewusste Verzicht auf aerodynamischen Abtrieb, was mehr Spannung auf der Strecke garantieren soll. Der fehlende Anpressdruck sorgt für einen längeren Bremsweg, was neben dem sportlichen Aspekt vor allem einer optimierten Energie-Rückgewinnung durch Rekuperation zugutekommt. Die während des Bremsvorgangs gesammelte Energie wird kurzfristig in kompakten Hochleistungs-Batteriezellen gespeichert.

Die Karosserieteile werden aus einem Naturfaser-Verbundwerkstoff hergestellt und können von den Teams frei nach ihren Vorstellungen gestaltet werden. Damit ist sichergestellt, dass jeder seine individuelle Designsprache und Karosserieform, unabhängig von einem Serienbezug, darstellen kann. Klare Regeln im Bereich der Aerodynamik sorgen dafür, dass trotz freier Karosseriegestaltung kein kostenintensiver Aerodynamik-Wettbewerb entsteht. Unter der Außenhaut basiert die Technik der ersten Fahrzeuggeneration im Wesentlichen auf Einheitsbauteilen, die von den an dem Projekt beteiligten Technologiepartnern entwickelt werden, allen voran Schaeffler und der Engineeringdienstleister und Fahrzeugententwickler HWA. Hinter der Idee stecken außerdem der ADAC, Dekra, der Deutsche Motorsportbund (DMSB) und der E-Sport-Verband WESA („World eSports Association“). –ampnet

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