Shuttle-Dienst Gemeinsam zur Arbeit – und zurück

Quelle: sp-x

Der morgendliche Berufsverkehr ist ein Zeitdieb für fast alle Arbeitnehmer und eine Belastung für die Umwelt. Ein Aachener E-Auto-Pionier will die Pendelei nun komplett neu gestalten.

Im „Meta“ sollen künftig bis zu sieben Kollegen gemeinsam ins Büro fahren.
Im „Meta“ sollen künftig bis zu sieben Kollegen gemeinsam ins Büro fahren.
(Bild: Evolution Mobility )

Was theoretisch überzeugt, muss in der Praxis noch lange nicht funktionieren. Autonome Shuttle-Busse für den öffentlichen Nahverkehr etwa sind eine tolle und wichtige Idee zur Verhinderung des Verkehrskollapses, findet Professor Günther Schuh.

Weil den Kommunen aber das Geld für die Hightech-Mobile fehlt, hat der E-Auto-Pionier und Universitätsprofessor die altbekannte „People-Mover“-Idee modifiziert: Statt Schüler und Rentner zur Bildungseinrichtung oder zum Supermarkt zu chauffieren, soll sein neuartiges Shuttle-System Angestellte ins Büro fahren. Und so die Straßen in der Rush Hour um tausende Fahrzeuge entlasten.

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Klimafreundlicher Shuttle für Berufspendler

„Der Verkehr leidet in der Hauptsache daran, dass die Berufspendler zwei Mal am Tag alles verstopfen“, sagt Schuh. Der Ingenieur und Inhaber des Lehrstuhls für Produktionssystematik an der RWTH Aachen beschäftigt sich seit über zwölf Jahren mit Mobilität in ihren künftigen Formen.

Deutschlandweit bekannt geworden ist er vor allem durch die E-Lieferwagenherstellers Streetscooter und die Entwicklung des Kleinwagen-Ablegers Ego Life. Im Start-up Ego Moove beschäftigte er sich auch bereits mit den sogenannten People-Movern: elektrischen Kleinbussen für den ÖPNV, bei Bedarf per App geordert, perspektivisch fahrerlos und entsprechend günstig im Betrieb. Zunächst aber erst mal relativ teuer in der Anschaffung, was für klamme Kommunen ein Problem ist.

In der Theorie ist Schuh weiterhin sehr überzeugt von dem Konzept. „In der Praxis scheitert es aber daran, dass man den People Mover für jede Kommune einzeln durchkämpfen muss.“ Ein tragfähiges Geschäftsmodell kommt so nur schleppend zustande.

Schuh modifizierte also die Idee: „Uns wurde klar, dass wir große Wirtschaftsunternehmen als Kunden brauchen, um einen Volumendurchbruch zu erreichen“. Die neue Firma Evolution war geboren. Ihr Produkt: Ein Shuttle-Abo für Konzerne, die ihre Mitarbeiter bequem und relativ klimafreundlich an den Schreibtisch oder in die Werkshalle bringen möchten.

Ab 2024 auf den Straßen

2024 will das Aachener Unternehmen die ersten der selbst entwickelten Siebensitzer für Pendler-Fahrgemeinschaften auf die Straße bringen. 2025 sollen bereits 1.500 der „Meta“ getauften Kleinbusse unterwegs sein. Die gut fünf Meter langen und bis zu 160 km/h schnellen Autos haben eine Pkw-Zulassung, lassen sich so ohne große Hürden auf die Straße bringen und mit dem normalen Führerschein fahren.

Karosserie und Batterie sind so konstruiert, dass sie nach rund fünf Jahren mit geringem Aufwand aufbereitet oder ausgetauscht werden können. Die Akkus sollen anschließend als stationäre Energiespeicher weiterleben. Aktuell verhandelt Schuh mit dem Reifenhersteller Continental in Aachen über ein Grundstück für sein Meta-Montagewerk.

Nutzer können selbst fahren

Evolution will nicht wie zuvor Ego nur Fahrzeuge anbieten, sondern als Mobilitätsdienstleister ein Komplettanbieter sein. Unternehmen können die Shuttles inklusive einer Buchungs-App gegen eine monatliche Abo-Gebühr mieten und den Pendel-Service ihren Mitarbeitern gratis zur Verfügung stellen.

In der Praxis ist das so gedacht: Weil ein Meta aus Kostengründen zunächst nicht mit autonomer Fahrtechnik ausgerüstet ist und ein hauptamtlicher Fahrer aus gleichem Grund ausfällt, wird er von einem der Nutzer gefahren.

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