Ausblick Shared Mobility Fünf Trends, die Sie im Blick haben sollten

Autor: Claus-Peter Köth

2020 war für die Shared-Mobility-Branche wie für viele andere vor allem von der Corona-Pandemie bestimmt. Das neue Jahr 2021 wird anders, sagen die Experten von Invers.

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Die Invers GmbH hat fünf Trends identifiziert, die den Markt für Shared Mobility im kommenden Jahr beeinflussen werden.
Die Invers GmbH hat fünf Trends identifiziert, die den Markt für Shared Mobility im kommenden Jahr beeinflussen werden.
(Bild: We Share)

Fünf Trends haben die Experten der Invers GmbH identifiziert, die den Markt für Shared Mobility im kommenden Jahr entscheidend beeinflussen werden. Invers ist ein unabhängiges Technologieunternehmen, das sich mit Hard- und Softwarekonzepten in der Shared Mobility beschäftigt. Das Unternehmen bezeichnet sich auch als Erfinder des automatisierten Carsharings.

1. Mobilitäts-Abos stark im Kommen

Das Bedürfnis nach flexibler individueller Mobilität wächst. Auch und vor allem durch die Pandemie. Kunden wollen laut Invers ein eigenes Fahrzeug steuern, sich aber möglichst nicht binden: sie wollen für kurze Zeit mieten, transparente Preise und geringe Fixkosten. Auto-Abos schließen diese Lücke zwischen Miet- oder Leasingfahrzeugen und eigenem Auto. In dem Markt ist viel Dynamik: Anbieter wie Cluno und Vive la Car sind schon länger am Start. We Share, das Carsharing-Angebot von Volkswagen, hat kürzlich reagiert: seit kurzem können Kunden monatlich kündbare Abos erwerben und von günstigeren Tarifen profitieren. Finn.auto-Gründer Max-Josef Meier bietet seit vergangenem Jahr ein Abo-Modell und hat gerade Investoren überzeugt, weitere 20 Millionen Euro bereit zu stellen. Der chinesische Anbieter Geely hat sein europäisches Abo-Angebot Lynk für 2021 angekündigt.

2. Mopeds-Sharing: das unterschätztes Potenzial

Seit dem Jahr 2012 sind Mopeds eine Konstante im Sharing-Markt, bisher noch auf ausbaufähigem Niveau. Vor allem im urbanen Raum steigen derzeit die Nutzerzahlen. Laut aktueller Moped-Sharing-Studie ist die Zahl der geteilten Mopeds im vergangenen Jahr weltweit von 66.000 um 58 Prozent auf heute 104.000 Fahrzeuge gestiegen, die Zahl der registrierten Nutzer sogar von 5 auf 9 Millionen, also um 80 Prozent. Die Fahrzeuge sind robust und langlebig, sie sind komfortabel und machen die Parkplatzsuche einfach. Außerdem haben die Anbieter viele Städte und Regionen noch nicht erschlossen: in UK, Frankreich und Italien, aber auch in Osteuropa schlummert noch erhebliches Potenzial.

3. E-Bikes: der nächste Hype geteilter Mobilität

E-Bikes erobern die Straßen. Nicht erst seit in Corona-Zeiten viele Städte wie Paris und Köln Fahrspuren für Autos in Fahrradspuren umwandeln. Im nächsten Schritt haben sie nun die Shared-Mobility-Branche erreicht. So haben Lime und Free Now schon im September 2020 in Hamburg E-Bike-Sharing in ihr Programm aufgenommen. In Berlin hat zum gleichen Zeitpunkt Wheels seine Fahrzeuge – eine Kombination aus E-Scooter und E-Bike – auf die Straße gebracht. Zum Jahresende 2020 hat jetzt Dott angekündigt, ab März 2021 in London und Paris ihren Kunden neben den Scooter-Sharing-Services auch E-Bike-Sharing anzubieten. Laut Branchenkennern stehen weitere Mitbewerber schon in den Startlöchern.

4. Corporate Carsharing: Totgesagte leben länger

In der jüngsten Zeit ist es sehr ruhig geworden beim Thema Corporate Carsharing. Das wird sich im kommenden Jahr ändern. Das Konzept wird kraftvoll zurückkommen, um das klassische Firmen-Leasing abzulösen. Die Deutsche Telekom zum Beispiel will weniger individuelle Dienstwagen und mehr effiziente, ganzheitliche Mobilitätsangebote machen, die zudem die CO2-Ziele unterstützen. Carsharing und Shuttle-Dienste spielen dabei eine entscheidende Rolle.

5. Digital akzeptiert: Shared Mobility profitiert von Corona-Pandemie

Home-Office, Distanz-Unterricht, Online-Shopping, digitale Delivery-Services, Corona-App – die Pandemie hat die Akzeptanz digitaler Angebote signifikant beschleunigt. Davon werde laut Invers auch die Shared-Mobility-Branche profitieren, deren Geschäftsmodell zu einem großen Teil digital ist. Das gilt vor allem für die Kundenbeziehung, die nahezu ausschließlich via Smartphone stattfindet: Suchen, buchen, entriegeln – alles per App. Abstellen, abmelden, bewerten – auch per App. Je mehr potenzielle Nutzer sich an digitale Angebote gewöhnen, desto eher seien sie bereit, auch für die Mobilität zum Smartphone zu greifen, um flexibel Scooter, Moped oder Auto zu nutzen.

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Über den Autor

 Claus-Peter Köth

Claus-Peter Köth

Chefredakteur Automobil Industrie & Next Mobility