Elektromobilität Deutsche Post setzt doch noch länger auf den Streetscooter

Redakteur: Svenja Gelowicz

Der Streetscooter bekommt doch noch mehr Lebenszeit geschenkt, als geplant. Für die Deutsche Post DHL sind die E-Transporter wichtig, um die selbstgesteckten Umweltziele zu erreichen.

(Bild: Streetscooter)

Eigentlich wollte die Deutsche Post DHL nicht länger Elektrofahrzeuge bauen. Das Neugeschäft war nicht wirtschaftlich, die Stückzahlen zu gering. Daher hat das Unternehmen länger einen Käufer für die Sparte gesucht. Nun vollzieht die Deutsche Post eine Kehrtwende – zumindest im kleinen. Mindestens bis Ende 2022 soll die Fertigung noch weiter laufen. Das hat das Unternehmen am Donnerstag mitgeteilt.

Aus Sicht der Post gibt es am Markt keine gleichwertigen Transporter von anderen Herstellern, daher setzt der Konzern noch länger auf die Produktion eigener Fahrzeuge. Eigentlich sollte die Fertigung im aktuellen Jahr auslaufen. An dem grundsätzlichen Beschluss, aus diesem Geschäft auszusteigen und sich auf die Kernkompetenzen eines Logistikers zu beschränken, ändert sich aber nichts. Die Streetscooter werden in Düren von einem externen Auftragnehmer gefertigt. Im Konzern sind noch etwa 300 Mitarbeiter für die Elektroflotte tätig, etwa für die Wartung.

Streetscooter bekommt Unterstützung

Die Anzahl der Stromer in der Flotte soll von 15.000 Fahrzeugen auf um die 21.500 klettern. Außerdem komme ein neues Modell hinzu: der sogenannte Streetscooter Gigabox. Dieses Fahrzeug habe mit zwölf Kubikmetern Ladevolumen Platz für um die 240 Pakete. Erste Prototypen sollen noch im laufenden Jahr ihren Einsatz starten. Außerdem will die Deutsche Post DHL auch seine Ladeinfrastruktur ausbauen.

Neben den Transportern will das Unternehmen auch stärker auf E-Bikes und elektrifizierte Lastenräder setzen. Ein weiterer Schritt, um die Zustellung umweltfreundlicher zu machen, ist die Verlagerung von Waren auf die Schiene. Aktuell betrage der Anteil der per Güterzug transportierten Sendungen lediglich zwei Prozent. Langfristig könnte der Anteil auf etwa 20 Prozent steigen, heißt es vom Unternehmen.

Mit Material von dpa

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