Messen und Testen CATL eröffnet ESVL zur Prüfung von Energiespeichern

Von Stefanie Eckardt 2 min Lesedauer

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CATL hat sein neues Xiamen Energy Storage Validation Research Institute, kurz ESVL in Betrieb genommen. Mit der Plattform für Tests und Validierung will das Unternehmen die Prüfung von Energiespeichern unter realen Bedingungen forcieren.

CATL hat sein neues Xiamen Energy Storage Validation Research Institute, kurz ESVL in Betrieb genommen. (Bild:  CATL)
CATL hat sein neues Xiamen Energy Storage Validation Research Institute, kurz ESVL in Betrieb genommen.
(Bild: CATL)

Energiespeicher gewinnen als zentraler Baustein der Energiewende zunehmend an Bedeutung. Zugleich wächst die Lücke zwischen installierter und tatsächlich verfügbarer Leistung: Laut Daten und Erfahrungswerten von CATL bleibt weltweit fast jede fünfte großtechnische Speicherstation hinter den Erwartungen zurück, bei 46,5 Prozent der Systeme verzögert sich der Netzanschluss um mehr als zwei Monate. Weil sich die Validierung bislang weitgehend auf Komponenten- und Szenariotests beschränkt, fehlt es der Branche an einem belastbaren Prüfverfahren auf Anlagenebene.

Das will der chinesische Hersteller nun mit dem ESVL ändern. Denn: Eine praxisnahe Validierung bildet die realen Betriebsbedingungen des Stromnetzes ab – von der Komponente über das Gesamtsystem bis zur Anlage. So lassen sich Sicherheit, Netzdienlichkeit und Zuverlässigkeit bereits vor der Inbetriebnahme umfassend prüfen. „Mit dem Eintritt in die Gigawatt-Ära wird wissenschaftliche Genauigkeit wichtiger denn je“, betont Dr. Wu Kai, Chefwissenschaftler bei CATL. „Das heißt: präzise Aussagen zur Anlagenleistung, die Berücksichtigung der Netzdynamik und ein diszipliniertes Vorgehen bei den Testergebnissen. Zugleich heben wir die Qualitätsstandards der Branche auf Kraftwerksniveau und verlagern die Validierung in die Phase vor der Auslieferung. Genau dafür steht unsere neue Testinfrastruktur.“

Labore im ESVL

CATL hat in das über 10 ha große Testgelände mehr als 370 Millionen Euro investiert. Entstanden sind hier fünf Labore zur Validierung unter realistischen Bedingungen. In diesen beschäftigt sich das Unternehmen mit:

  • Netzintegration: Netzintegrationslabor auf Stationsebene – 35-kV/100-MVA-Netzsimulator, 14-mal größer als die NREL-Plattform (USA). Prüft mehr als zehn Großspeicher gleichzeitig, simuliert Netze mit 1.000 Knoten (15–60 Hz) und validiert netzbildende Funktion und Mehrgeräte-Zusammenspiel.
  • Hochspannungs-Sicherheit: Untersucht im Bereich 1 kV bis 500 kV die Brand- und Explosionsmechanismen unter extremer Spannung – per Blitzstoß-, Netzfrequenz-, Gleichspannungs- und Teilentladungsprüfung – und bestimmt die Sicherheitsgrenzen von Komponenten und Systemen.
  • Thermische Sicherheit: Indoor-Brandanlage (100.000 m³) mit 20-MW-Kalorimeter; Explosionstests an neun Großspeicher-Behältern gleichzeitig – Datenbasis für Sicherheitsabstände und Einsatzplanung.
  • Umwelt & Zuverlässigkeit: Klima-, Salznebel-, Regen- und Sandkammern testen komplette Container von –50 bis 100 °C und in simulierten Höhen bis 7.200 Meter – für Wüstenhitze, Höhenlagen und Küstenklima.
  • EMV: Einrichtung für einen kompletten 40-Fuß-Container (67,7 m³), mit 65-Tonnen-Drehscheibe und 5-MW-Versorgung; EMV-Messungen in der Absorberhalle unter realen Lade- und Entladebedingungen.

Das ESVL steht der Energiespeicherbranche weltweit offen, wie Dr. Chen Xiaobo, Leiter der Einrichtung unterstreicht: „Das ESVL steht der internationalen Energiespeicherbranche offen. Gemeinsam mit führenden Zertifizierungsstellen wie TÜV SÜD, TÜV Rheinland, CGC und CSA bieten wir nach dem Mehraugenprinzip weltweit anerkannte Prüfdienstleistungen an.“ Er ergänzt: „Da Energiespeicher zunehmend zur kritischen Infrastruktur zählen, liefert das ESVL unabhängige, nachvollziehbare und praxisnah validierte Daten. Davon profitieren Regulierungsbehörden bei evidenzbasierten Entscheidungen, Versicherer bei der Risikobewertung und Finanzinstitute, die Energiespeicher künftig als verlässlichere, bankfähige Anlagewerte einstufen können.“ (se)

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