Xpeng, Eviny und Delta Electronics beim Praxistest 500 kW im Realbetrieb: ultraschnelles Laden unter Dauerlast

Ein Gastbeitrag von Deltaelectronics 3 min Lesedauer

Ein voll belegter Ladepark, niedrige Temperaturen und ein Fahrzeug, das seine maximale Ladeleistung nicht im Labor, sondern im Alltag abrufen soll: Genau unter diesen Bedingungen wurde in Norwegen getestet, ob ultraschnelles Laden bereits praxistauglich ist.

Xpeng, Eviny und Deltaelectronics haben in Norwegen getestet, ob ultraschnelles Laden bereits praxistauglich ist.(Bild:  Delta Electronics)
Xpeng, Eviny und Deltaelectronics haben in Norwegen getestet, ob ultraschnelles Laden bereits praxistauglich ist.
(Bild: Delta Electronics)

Hohe Peak-Werte auf dem Datenblatt sind das eine. Entscheidend ist aber, ob sich Leistungen von mehreren hundert Kilowatt auch unter Dauerlast stabil bereitstellen lassen – reproduzierbar, sicher und im Zusammenspiel mit realer Infrastruktur. In einem gemeinsamen Projekt von Xpeng, Eviny und Delta Electronics ging es deshalb nicht um einen isolierten Rekord, sondern um eine grundlegendere Frage: Wie belastbar ist das System im Alltag?

Norwegen als Realitätscheck

Norwegen gilt als Vorreiter der Elektromobilität – und gleichzeitig als eines der anspruchsvollsten Einsatzumfelder für Ladeinfrastruktur. Mit einem Anteil von über 90 Prozent batterieelektrischer Fahrzeuge bei Neuzulassungen treffen hier hohe Auslastung, steigende Leistungsanforderungen und die Erwartung einer jederzeit reibungslos funktionierenden Nutzererfahrung aufeinander.

Für Betreiber bedeutet das ein Spannungsfeld: Ladeinfrastruktur ist längst mehr als ein Zusatzangebot. Sie wird zum kritischen Bestandteil der Verkehrsinfrastruktur, bei dem Ausfälle oder Leistungseinbrüche unmittelbar spürbar sind. Genau dieses Umfeld machte Norwegen zum idealen Testfeld für das Projekt.

Wenn Leistung allein nicht ausreicht

Mit dem Xpeng G6 sollte unter realen Einsatzbedingungen gezeigt werden, welches Potenzial in moderner 800-Volt-Architektur und einer 5C-fähigen LFP-Batterie steckt. Doch der Fokus lag nicht auf kurzfristigen Höchstwerten. Entscheidend war, ob sich hohe Ladeleistungen über den gesamten Ladevorgang hinweg stabil halten lassen – auch bei wiederholten Hochlastzyklen.

Damit verschob sich die Herausforderung zwangsläufig auf die Infrastruktur. Gefordert war ein System, das nicht nur hohe Leistungen bereitstellen kann, sondern diese auch unter Dauerlast zuverlässig liefert und sich gleichzeitig nahtlos in bestehende Backend- und Betriebssysteme integrieren lässt.

Eviny definierte dafür klare Anforderungen: maximale Leistung, stabile Performance im Dauerbetrieb und vollständige Integration in die bestehende Infrastruktur.

Konstante Performance im Alltag

Ausschlaggebend für den Einsatz des Ultra-Fast Chargers UFC 500 von Delta war nicht die nominelle Spitzenleistung, sondern die Fähigkeit, diese im realen Betrieb konstant bereitzustellen. Gerade im hoch ausgelasteten norwegischen Markt zählt nicht der einmalige Peak, sondern eine verlässliche Performance im täglichen Einsatz.

Hinzu kam die enge technische Zusammenarbeit. Fahrzeug, Ladeinfrastruktur und Backend mussten präzise aufeinander abgestimmt werden – ein Prozess, den Delta mit Engineering-Support vor Ort und remote begleitete. Systemparameter wurden kontinuierlich optimiert, während lokale Service-Strukturen kurze Reaktionszeiten im Betrieb sicherstellten.

Umsetzung unter Hochdruck

Der Projektstart im Mai 2025 setzte alle Beteiligten unter Zeitdruck. Planung, Logistik und Inbetriebnahme liefen parallel, während das Zusammenspiel aller Komponenten feinjustiert werden musste. Die Herausforderung lag dabei weniger in der einzelnen Hardware als in der Integration des Gesamtsystems.

Delta übernahm eine zentrale Rolle in dieser Phase, optimierte Thermomanagement und Ladecharakteristik und stellte sicher, dass das System frühzeitig für wiederholte Hochlasttests ausgelegt war.

Stabilität zeigt sich im Betrieb

Mit der Inbetriebnahme begann die entscheidende Phase. Die Tests bestätigten, dass sich hohe Ladeleistungen nicht nur erreichen, sondern auch über den gesamten Ladevorgang hinweg konstant abrufen lassen. Die erzielte Bestmarke unterstreicht das – im Mittelpunkt steht jedoch die Leistungsfähigkeit im täglichen Einsatz.

Gerade hier zeigte sich der eigentliche Mehrwert der Systemarchitektur. Durch das modulare Design lassen sich Wartungsarbeiten schnell und gezielt durchführen, Ausfallzeiten werden reduziert und die Verfügbarkeit steigt deutlich. Für Betreiber hoch ausgelasteter Ladeparks ist das entscheidend.

Schlussfolgerungen

Das Projekt zeigte deutlich auf, wie eng Fahrzeugtechnologie und Ladeinfrastruktur heute verzahnt sind. Hohe Ladeleistungen allein sind kein ausreichender Maßstab mehr. Entscheidend ist, ob sie unter realen Einsatzbedingungen zuverlässig und wirtschaftlich bereitgestellt werden können. Genau das wollten die Partner erreichen: nicht maximale Werte im Labor, sondern belastbare Performance im Alltag. Das Projekt in Norwegen liefert dafür einen klaren Nachweis – und zeigt, wohin sich die nächste Generation der Ladeinfrastruktur entwickelt. (se)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:50902907)