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Bauer sucht Zukunft: Digitalisierung in der Landwirtschaft

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

In der Landwirtschaft gilt die Digitalisierung als Schrittmacher. Alle Akteure landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten könnten von der digitalen Revolution profitieren – sofern ein stärkerer Austausch zwischen Forschung, Bildung und Industrie erfolgt.

Im Ackerbau analysieren Sensoren vor der Aussaat die Bodenqualität jedes einzelnen Quadratmeters, Computer leiten daraus ab, wie genau jede einzelne Parzelle in Abhängigkeit von der gepflanzten Frucht gedüngt werden muss, und in Verbindung mit den Wetterdaten wird berechnet, wann der Bereich wie stark bewässert werden sollte.
Im Ackerbau analysieren Sensoren vor der Aussaat die Bodenqualität jedes einzelnen Quadratmeters, Computer leiten daraus ab, wie genau jede einzelne Parzelle in Abhängigkeit von der gepflanzten Frucht gedüngt werden muss, und in Verbindung mit den Wetterdaten wird berechnet, wann der Bereich wie stark bewässert werden sollte.
(Bild: Fendt Lenksysteme)

Im Agribusiness hat man die Schalter auf digital umgestellt: Längst dominieren Begriffe wie Precise Farming die Szenerie – und die Technologien dahinter werden für Betreiber, Anwender und die Gesellschaft stetig interessanter. Diese Präzisionslandwirtschaft perfektioniert Anbau und Aufzucht, verbessert die Erträge und steigert die Effizienz. In der Konsequenz eröffnet das vielen Bauern ganz neue Perspektiven mit ungewohnten, aber innovativen Geschäftsmodellen. Das Thema hat eine weltweite Bedeutung, denn mit Blick auf die Entwicklung der Weltbevölkerung rechnet die Welternährungsorganisation FAO bis zum Jahr 2050 mit einem Anstieg der Lebensmittelnachfrage um 70 bis 100 Prozent, wobei die Präzisionslandwirtschaft einen zentralen Lösungsansatz darstellt.

Visionen zeigen schon jetzt, dass die Verbreitung von Computern und Handys, Sensoren und Breitband-Internet eine Landwirtschaft prägt, die neue Wege gehen wird. Kühe werden mit Sensoren ausgestattet, die permanent ihre Gesundheit überwachen, Drohnen analysieren die Qualität der Wiesen, um den idealen Weidestandort zu errechnen, und Algorithmen planen schließlich den perfekten Zeitpunkt für eine Insemination.

Im Ackerbau analysieren Sensoren vor der Aussaat die Bodenqualität jedes einzelnen Quadratmeters, Computer leiten daraus ab, wie genau jede einzelne Parzelle in Abhängigkeit von der gepflanzten Frucht gedüngt werden muss, und in Verbindung mit den Wetterdaten wird berechnet, wann der Bereich wie stark bewässert werden sollte. Den optimalen Ertragszeitpunkt schließlich bestimmen ferngesteuerte oder autonom fahrende Maschinen, die mithilfe von Sensoren nur wirklich reife Früchte ernten.

Tue Digitales und rede darüber!

Wie schnell die Landwirte neue Technologien annehmen, hängt auch davon ab, wie viele Mitstreiter und Anhänger an der Digitalisierung in der Landwirtschaft mitarbeiten. Um den Austausch zwischen Vertretern von Verbänden, Wissenschaft, Bund und Ländern kontinuierlich zu fördern, unterstützt der „Innovative regionale Wachstumskern Feldschwarm“ bis Juli 2020 den Wissens- und Technologietransfer für autonom operierende Anbaugeräte in der Landtechnik, ohne die Bedürfnisse der Anwender außen vor zu lassen. Wichtige Aspekte sind Daten- und Farmmanagement, Technik und Robotik sowie Sensortechnik und die Optimierung von satelliten- und geodatengestützten technischen Lösungen.

Das Ziel, autonome Landmaschinen durch die Bündelung der Kernkompetenzen aller Projektpartner zu entwickeln und dabei den Technologiewandel in der Landtechnik zu nutzen, erreichen Interessierte unter anderem auch über Feldschwarm-Veranstaltungen, wie sie Ende Januar in Berlin stattgefunden hat. Zukunftstechnologien und deren Praxisanforderungen wurden mit Referenten interaktiv diskutiert. Szenarien einer digitalisierten und nachhaltigen Landwirtschaft gekoppelt mit aktuellen Ernährungstrends prägten die Veranstaltung, deren Teilnehmer querbeet aus Industrie, Politik und Hochschule kamen. Schwarmtechnologien wie auch die echtzeitfähige Funkvernetzung für Arbeitsmaschinen und - prozesse erzeugten viele Nachfragen, wobei Technikentwicklung im ökologischen Landbau und Technikentwicklung für Nachhaltigkeit aus der Sicht der Hersteller im Kern des Interesses waren.

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