Die Batterie als wichtigste Komponente eines Elektrofahrzeugs spielt für die Verkehrswende eine enorme Rolle. Batterieforschung ist somit für Deutschland – und auch für Europa – unabdingbar. Die Kürzungen bei der Batterieforschungsförderung sorgt für absolutes Unverständnis. Doch welche weitreichenden Folgen haben diese Kürzungen im Detail?
Akku leer? Die für den Klima- und Transformationsfonds verfügte Haushaltssperre trifft die Förderung der Batterieforschung mit aller Wucht.
(Bild: fotohansel - stock.adobe.com)
Als Land der Dichter und Denker haben die Deutschen ihrer Nation einen Namen gemacht. Als Kenner und Könner der Ingenieurskünste haben wir weltweites Renommee erlangt. Als Batterietechnologie-Beste sind wir indes nicht gerade bekannt. Dieses Feld haben wir als Spätstarter mit erstaunlicher Ausdauer asiatischen Akteuren überlassen. Doch ungefähr seit der Zeit, als sich der Wandel zur Elektromobilität abzeichnete, haben wir Fahrt aufgenommen und die Kurve bekommen. Innerhalb weniger Jahre hat es die Batterieforschung in Deutschland vollbracht, sich auf Augenhöhe mit der Experten-Elite der Wissenschaftswelt zu begeben. Das hart erarbeitete Know-how ist für innovative Industriebetriebe, für die Machbarkeit der Mobilitätswende und für vielfältige Fachkräfte hierzulande bare Münze wert. Doch ausgerechnet am Geld kann alles das jetzt scheitern.
Akku leer?
Die für den Klima- und Transformationsfonds verfügte Haushaltssperre trifft die Förderung der Batterieforschung mit aller Wucht. Von einer 75-Prozent-Streichung der Mittel war plötzlich die Rede – woraufhin zahlreiche Forschende die Bundesregierung im Eilverfahren vor den drastischen Auswirkungen gewarnt haben: auf den Kampf gegen den Fachkräftemangel, während Batterie-Berufe im Technologiesektor heute ohnehin schon am schwierigsten zu besetzen sind – und auf die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Schlüsselindustrien, die in geförderten Forschungsprojekten bis zu 50 Prozent der Kosten aufwenden, wodurch der reale Investitionsverlust noch um einiges höher liegt. Immerhin: Die Bundesregierung hat eingelenkt. Von den zuerst gestrichenen 180 Millionen Euro soll es nun bis zu 70 Millionen geben, um die Batterieforschung im laufenden Jahr nun doch noch voranzutreiben. Eine Handvoll neuer Projekte ist damit möglich – aber echter Fortschritt ausgebremst, während der weltweite Wettbewerb in vollem Tempo weitergeht.
Professor Heiner Heimes ist Leitungsmitglied des Lehrstuhls Production Engineering of E-Mobility Components der RWTH Aachen.
(Bild: PEM RWTH Aachen)
Fachkräftemangel verstärken
Was in der Debatte oft übersehen wird: Es geht nicht um ein paar Projekte allein. Wird weniger oder an manchen Stellen gar nicht mehr geforscht, fallen in massivem Maße Doktorandenstellen weg, werden weniger Fachkräfte fit für den Markt gemacht. Unsere Industrie ist derzeit noch nicht so weit, dass sie im Batterie-Bereich komplett selbst ausbilden könnte. Vor allem die Zulieferer benötigen aktuell sämtliche Ressourcen, um den Wandel zu bewältigen. Sie können nicht jegliche Aufgaben übernehmen, die der Staat nicht mehr wahrnimmt. Das gilt vor allem für unseren Bildungsauftrag. Die geplanten Mittelkürzungen sorgen indes für eine hohe Verunsicherung bei Studierenden, bei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Viele von ihnen fragen sich nun, ob sie an einem universitären Institut noch eine Perspektive haben. Ein drohender Verlust, den Deutschland sich nicht auch noch leisten kann – abgesehen davon, dass die Regierungen anderer Länder deutlich höhere Summen in ihre Forschung investieren.
Denkbar schlechtes Timing
„Zeit ist Geld“, heißt es. Wer weniger Geld aufbringt, braucht sich um die Zeit also keine Sorgen mehr zu machen? Das Timing der Mittelkürzungen ist in vielfacher Hinsicht fatal. Schließlich ist der Standort Deutschland nach gut zehn Jahren intensiver Aufbauarbeit an einem entscheidenden Punkt angelangt: Großprojekte wie die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB sind angelaufen, es entstehen Gigafabriken zur Batterieherstellung sowie Recycling-Werke mit effizienten Rückgewinnungsverfahren, und Kooperationen von Wirtschaft und Wissenschaft bringen vielversprechende Technologie-Ansätze hervor. Das alles steht jetzt auf dem Spiel, und zwar ausgerechnet zu dem kritischen Zeitpunkt, an dem sich entscheidet, wie die Forschungsergebnisse in die Industrie übertragen und dort zur Serienreife gebracht werden, wie dieses Know-how also skaliert werden kann, um erfolgreich im Massenmarkt anzukommen. Projekte, die infolge der Sparmaßnahmen nicht aufgegeben werden müssen, werden sich künftig um mehrere Monate oder sogar Jahre verzögern. In der Batterieforschung geht es aber immer auch um die Frage: Wer ist schneller?
Ohne Ressourcen keine Innovationen
Vom Elektrofahrzeug bis zum stationären Energiespeicher: So viel Batterie gab es noch nie! Das spiegelt sich auch im „Battery Monitor 2023“ wider, der dem globalen Markt zwischen 2020 und 2030 ein jährliches Wachstum von 34 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig nimmt auch der Konkurrenzdruck zu – durch neue europäische und US-amerikanische sowie massiv expandierende chinesische Unternehmen. Rund 60 Batteriefabriken sind derzeit in Europa und 50 in Nordamerika geplant oder im Bau – verglichen mit 150 in Asien. Wegen des „Inflation Reduction Act“ und erheblicher Steuern auf Batterie-Importe in die USA konzentrieren sich die großen chinesischen Akteure auf den europäischen Markt. Was wir in Deutschland dem Erfahrungsvorsprung asiatischer Hersteller für eine effiziente und nachhaltige Batterieproduktion entgegensetzen können, sind innovative Produktionstechnologien für eine eigene Wertschöpfungskette.
Stand: 08.12.2025
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