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Autonomes Fahren – Die Motivation des Einzelnen

| Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Wenn es um Autonomes Fahren geht, steht meist die Technologie im Vordergrund. Doch die Zukunft der Mobilität wird von Menschen für Menschen gestaltet. Hier schildern vier Experten aus dem VW-Konzern, welcher Aspekt von Autonomie sie antreibt.

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"Für einen Designer ist dies eine aufregende Perspektive. Mit dem Wechsel vom Verbrennungsmotor zum Elektroaggregat entsteht eine Situation, in der die Technik ganz neue Möglichkeiten eröffnet", erklärt Michael Mauer, Chefdesigner bei Porsche und beim VW-Konzern
"Für einen Designer ist dies eine aufregende Perspektive. Mit dem Wechsel vom Verbrennungsmotor zum Elektroaggregat entsteht eine Situation, in der die Technik ganz neue Möglichkeiten eröffnet", erklärt Michael Mauer, Chefdesigner bei Porsche und beim VW-Konzern
(Bild: VW)

Das Autonome Fahren ist in aller Munde – doch ein jeder hat diversifizierte Vorstellungen und Ansprüche. Am Ende kann der Weg zum Autonomen Fahren aber nur geebnet werden, wenn alle Einzelfaktoren gebündelt werden. Beispielhaft zeigt dies der VW-Konzern: Vom Designer bis zum Entwickler sind nahezu alle Abteilungen involviert. Welche Faktoren die einzelnen Personen antreibt, lesen Sie hier:

Der Designer: Michael Mauer

In der Stadt der Zukunft sind autonom fahrende Fahrzeuge selbstverständlich. Häufig ist zu hören, dass dieses Zeitalter das Ende des klassischen Automobildesigns sei. Das Gegenteil ist der Fall. Denn dank der neuen Dimension der Mobilität werden Designer mehr Spielraum bekommen. Einen Spielraum, der ihnen heute häufig durch zahlreiche technische Vorgaben verbaut ist. Dies gilt sowohl für das Exterieur, bei dem es auch in Zukunft um Markenidentität und einen individualisierten Auftritt geht, als auch in verstärktem Maße für den Innenraum.

Michael Mauer studierte Design an der FH Pforzheim. Nach Stationen bei Mercedes-Benz und als Executive Director Design bei Saab ist er heute Chefdesigner bei Porsche und beim Volkswagen Konzern.
Michael Mauer studierte Design an der FH Pforzheim. Nach Stationen bei Mercedes-Benz und als Executive Director Design bei Saab ist er heute Chefdesigner bei Porsche und beim Volkswagen Konzern.
(Bild: VW)

Für einen Designer ist dies eine aufregende Perspektive. Mit dem Wechsel vom Verbrennungsmotor zum Elektroaggregat entsteht eine Situation, in der die Technik ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Heute haben wir 15 bis 20 Prozent frei gestaltbaren Innenraum, der Rest ist durch die Technik vorgegeben. In Zukunft gilt fast: Verkehrsfläche gleich Innenraum.

Designer haben dann also die Freiheit, die Architektur des Fahrzeugs vollkommen neu zu entwerfen. Ein Verbrennungsmotor ist ein massiver Block, egal ob er vorne, in der Mitte oder hinten sitzt. Wenn wir ihn weglassen können, gewinnen wir enormen Freiraum. Und wenn dann auch noch das Getriebe, der Tank und die Abgasanlage nicht mehr nötig sind, ergeben sich schier unglaubliche Möglichkeiten.

Das geht dann in Richtung erweiterter Lebensraum. Das kann ein Wohnzimmer mit loungeartiger Sitzlandschaft sein, aber auch ein Fitnessstudio auf Rädern, zum Beispiel mit Dielenboden. So wird mit neuen Interieur-Konzepten das Automobil der Zukunft mehr sein als ein reines Transportmittel – ein wertvoller, privater Rückzugsort im urbanen Verkehr.

Denn was ist ein selbstfahrendes Automobil am Ende des Tages? Es ist ein Skateboard; mit der Batterie in der Mitte, einem kompakten Antrieb vorne oder hinten und mit vier Rädern an den Ecken. Alles an Technik und Antrieb ist unten, oben kann ich mich austoben. So gesehen wird sich die Rolle des Designers vom reinen Gestalter zum Macher der Mobilität der Zukunft wandeln.

Unsere Aufgabe ist es, diese gewonnene Freiheit darzustellen. Bislang haben Designer innerhalb der Möglichkeiten der Technik gearbeitet, jetzt bekommen sie eine Technik der völlig neuen Möglichkeiten. Dies haben das Designteam der Marke Volkswagen mit den Studien „i.d. Buzz“ und „i.d. Crozz“ sowie das Future Center Potsdam mit Sedric bereits sehr eindrucksvoll bewiesen. Sie zeigen, dass durch die Elektrifizierung völlig neue Innenräume möglich werden. Unsere Markenvielfalt eröffnet uns die Gelegenheit, hier noch vielseitiger zu werden.

Sicher ist: Wir werden keine autonomen Einheits-Automobile bekommen – ganz im Gegenteil: Das Straßenbild der Zukunft wird noch vielfältiger, noch bunter. Es kommen auf jeden Fall große Chancen und neue Freiheitsgrade auf uns zu, auf die ich mich schon jetzt freue.

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