Elektromobilität Auswertung: E-Autos jetzt schon teils günstiger als Verbrenner

Redakteur: Svenja Gelowicz

Seit Ende April kennen die Spritpreise nur eine Richtung: nach oben. Das ist allerdings nur ein Grund, warum so manche E-Fahrzeuge mittlerweile günstiger als vergleichbare Verbrenner-Modelle sind. Der Verkehrsclub ADAC hat sich das genauer angesehen.

An der Ladesäule mit EC-Karte zahlen: Ein neues Bezahlsystem soll so das Laden von E-Fahrzeugen vereinfachen.
An der Ladesäule mit EC-Karte zahlen: Ein neues Bezahlsystem soll so das Laden von E-Fahrzeugen vereinfachen.
(Bild: BMW)

E-Autos sind mittlerweile in einigen Fällen günstiger als Verbrenner-Modelle. Vor allem, wenn man die laufenden Kosten ins Visier nimmt. Der ADAC hat im Auftrag des Magazins „Spiegel“ verschiedene Modelle miteinander verglichen. Ein Grund seien die hohen Spritkosten, die aufgrund der CO2-Abgabe auch nicht mehr in größerem Ausmaß sinken dürften.

Wie der Staat Elektroautos auch nach dem Kauf unterstützt, zeigt eine aktuelle Analyse von Deutsche Bank Research – dabei spielen vor allem die Mineralölsteuer im Vergleich zur Stromsteuer sowie aus Kfz-Steuer, CO2-Abgaben auf Benzin und Diesel und die Mehrwertsteuer eine Rolle. Diese Effekte könnten dazu führen, dass der Fiskus mehr als 20.000 Euro pro batterieelektrischen Auto ausgibt.

In ihre Gesamtkostenrechnung haben die Spezialisten aus dem ADAC-Technikzentrum Landsberg neben Benzin- und Strompreisen auch Kosten für Abnutzung, Wartung und Versicherung aufgenommen. Die Experten des Automobilclubs haben dabei unter anderem einen BMW 3er (Benziner und Diesel) mit einem Tesla Model 3 verglichen.

Sie nehmen dabei an, dass mit einem Rabatt von 15 Prozent der Benziner um die 44.500 Euro und der Diesel um die 48.600 Euro kosten. Für das Model 3 ziehen sie die Fördersumme von 9.570 Euro ab. Bei einer Laufleistung von 15.000 km im Jahr und einer angenommenen Nutzungsdauer von fünf Jahren kostet der Kilometer beim Benziner 69 Cent pro Kilometer, beim Diesel 72 Cent und beim Model 3 53 Cent. Der Tesla kommt damit also deutlich günstiger.

Bei anderen Modellen sparen Verbraucher bei der Verbrenner-Variante

Beim Vergleich eines VW Golf TDI mit dem ID 3 ist das Ergebnis weniger eindeutig. Vier Cent sparen ID-3-Besitzer demnach bei 15.000 Kilometer Jahresfahrleistung pro Kilometer: Der Benziner kostet 46 Cent pro Kilometer, der Diesel 49 Cent pro Kilometer und der ID 3 44 Cent pro Kilometer.

Modell VW Golf 1.5 eTSI VW Golf 2.0 TDI VW ID 3
Leistung 110 kW 110 kW 107 kW
Kraftstoff Benzin Diesel Strom
Listenpreis in Euro* 33.770 36.395 35.460
Kaufpreis in Euro** 28.705 30.936 25.890
Kosten***
10.000 km/Jahr 59,6 Cent/km 66,1 Cent/km 60,2 Cent/km
15.000 km/Jahr 45,7 Cent/km 48,5 Cent/km 44,4 Cent/km
20.000 km/Jahr 39,3 Cent/km 40,7 Cent/km 37,3 Cent/km

Infos zu den Berechnungen

Quelle: ADAC Technikzentrum Landsberg 8/2021 / Der Spiegel

*Alle Preise inkl. 19 Prozent Mehrwertsteuer. Listenpreis enthält neben dem Grundpreis des Fahrzeugs auch die Aufpreise für einige Extras, damit die verglichenen Modelle auch ausstattungsmäßig so nah wie möglich beieinander liegen. **Der Kaufpreis berechnet sich bei den Verbrennermodellen aus dem angegebenen Listenpreis abzüglich eines durchschnittlichen Neuwagenrabatts von 15 Prozent. Bei den E-Modellen berechnet sich der Kaufpreis abzüglich der Fördersumme von 9.570 Euro. ***In die Kostenberechnung fließen der durchschnittliche Wertverlust, die Fixkosten (Steuer, Versicherung), die Betriebskosten (Kraftstoff, Öl, Wagenwäsche- und pflege) sowie die Werkstatt- und Reifenkosten (je nach Angaben der Fahrzeughersteller) ein. Für die Berechnung des Sprit- oder Stromverbrauchs wurden die von den Herstellern genannten NEFZ-Werte genutzt, da WLTP-Angaben teils noch fehlen).

Wenig macht die Antriebsart beim Vergleich von Mercedes GLA und dem EQA aus. Die E-Version ist eineinhalb Cent teurer als die Benziner-Variante und Kopf an Kopf mit dem Diesel. Beim Vergleich von Hyundai Kona und der E-Schwester des Modells kostet die Elektro-Variante sogar etwa 8 Cent mehr pro Kilometer. Die Analyse zeigt dabei auch, dass die Antriebsart bei den Werkstatt- und Reifenkosten kaum ins Gewicht fällt.

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