Mobilität 2.500 Euro Guthaben für ein verschrottetes Auto: Bolt polarisiert mit Werbe-Kampagne

Wer in Berlin seinen Pkw ins Recycling gibt, bekommt dafür aktuell die Chance, 2.500 Euro beim Mobilitäts-Anbieter Bolt zu gewinnen. Doch die Kampagne kommt nicht überall gut an. Nun überlegen die Esten, gegenzusteuern.

Bolt will in Deutschland expandieren – und setzt dabei aktuell auf eine nicht unumstrittene Kampagne.
Bolt will in Deutschland expandieren – und setzt dabei aktuell auf eine nicht unumstrittene Kampagne.
(Bild: Bolt)

Mobilitäts-Anbieter Bolt will weiter rasant wachsen. Kürzlich kündigte CEO Markus Villig an, künftig mit seinen Diensten „in jede deutsche Stadt“ kommen zu wollen. Bis das vollbracht ist, dürfte es noch einige Zeit dauern. Aktiv sind die Esten aber beispielsweise bereits in Berlin. Und dort sorgen sie seit gut einer Woche mit einer Marketingkampagne für Aufsehen.

„Bolt bietet dir die Chance, autofrei zu werden“, heißt es auf der entsprechenden Website. Das Angebot: Wer sein Auto verschrotten lässt, kann 2.500 Euro Guthaben für die Sharing-E-Bikes und -E-Scooter oder auch die Mietwagen- und Taxivermittlung des Mobilitätsanbieters gewinnen. „Im Zeitalter der urbanen Mobilität auf Abruf ist der Besitz eines Autos in Städten nicht mehr notwendig. Deshalb bieten wir dir die Möglichkeit, dein Auto zu verkaufen und dich von der Last des Autobesitzes zu verabschieden“, lockt das Marketing-Team von Bolt.

Wer sich dafür interessiert, muss ein Formular ausfüllen und landet damit im Los-Topf von Bolt. Bis zum 15. April ist dafür Zeit, dann will das Unternehmer laut seiner Website „einen ausgewählten Teilnehmer bekannt geben“. Der Gewinner muss sein Auto dann bei einem „zugelassenen Dritten“ zur „ökologischen Entsorgung“ abgeben und erhält im Anschluss die 2.500 Euro Bolt-Guthaben.

„Green Washing par excellence“

Die Idee kommt nicht überall gut an. Beispielsweise kommentierte das Marketing-Fachmagazin „W&V“ kürzlich: „Was auf den ersten Blick als große Nachhaltigkeitskampagne aufgezogen wird, ist dem estnischen Unternehmen am Ende doch nicht mehr wert, als gerade mal 2.500 Euro. Green Washing par excellence.“

Das sieht Bolt naturgemäß anders. Dennoch gibt es nun offenbar Überlegungen, doch mehr Geld für die Aktion in die Hand zu nehmen. Ein Sprecher erklärte gegenüber Next Mobility: „Zu der Kampagne erhalten wir gerade viele spannende Bewerbungen, sodass wir überlegen, die Aktion auf mehrere Personen auszuweiten und mehr Autos anzukaufen, um sie zu recyceln. Hier prüfen wir aktuell, was für unser lokales Team möglich ist. Die Kampagne soll ein Anreiz für die Menschen sein, die Vorteile eines autofreien Lebens auszuprobieren.“

Finanziell will das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht vom Recycling des Fahrzeugs profitieren. „Wir haben uns mit mehreren Entsorgungsunternehmen in Verbindung gesetzt, um sicherzustellen, dass die gewählte Verwertungsoption angemessen ist. Natürlich sind wir bestrebt, alles, was möglich ist, wiederzuverwenden und gegebenenfalls mit einer kulturellen Einrichtung oder einem Künstler zusammenzuarbeiten“, so der Sprecher.

Bolt startete im Frühjahr 2021 in Deutschland, zunächst in neun Städten. Inzwischen ist das Unternehmen, das zuletzt mit 7,4 Milliarden Euro bewertet wurde, in mehr als 50 Kommunen hierzulande aktiv. In den meisten Städten bietet Bolt den Verleih von E-Scootern an, in Berlin, Frankfurt und München kann man über die Plattform auch Taxi- und Mietwagenfahrten buchen.

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