Nabu-Umfrage

Zwölf Bausteine für eine umweltschonende Mobilität

< zurück

Seite: 2/2

6. Gemeinsames Autofahren und -teilen erleichtern

Solidarische und kommerzielle Carsharing- und Ridepooling-Angebote animieren zum Spritsparen und bündeln Wege zur Arbeit oder anderen Zielen. Finanzielle Anreize für Kommunen und örtliche Betriebe unterstützen solche Angebote.

7. Mobilitätsstationen sozial und technisch aufwerten

Mobilitätsstationen mit Aufenthaltsbereichen und WLAN-Anschluss sollen als Knotenpunkte zwischen Umweltverbund und motorisiertem Individualverkehr (MIV) dienen. Dafür braucht es neben ausreichend Park-and-ride-Flächen für den MIV und Abstellanlagen für Fahrräder auch Zugang zu Leihfahrzeugen. Wenn Cafés, Arztpraxen oder Supermärkte dazu kommen, kann die Funktionalität und die Aufenthaltsqualität erheblich gesteigert werden. Mobilitätsstationen sollen so zu Orten des sozialen Miteinanders werden.

8. Entscheidungsspielräume für Kommunen stärken

Laut dem Nabu brauchen Kommunen mehr Entscheidungsfreiheit. Das betrifft unter anderem die Regelungen der Straßenverkehrsverordnung, beziehungsweise das Straßenverkehrsgesetz. Denn Gemeinden wissen selbst am besten, wo sie beispielsweise Tempo-30-Zonen einrichten oder Parkraumbewirtschaftung betreiben können. Zu dieser Freiheit gehört auch finanzielle Unterstützung für klima- und naturfreundliche Verkehrsprojekte aus Bundes- und Landesmitteln.

9. Zersiedelung und Flächenverbrauch stoppen

Boden und Fläche sind wertvolle und endliche Güter. Durch Bautätigkeiten hervorgerufene Zersiedelung verbraucht zu viel davon und verstärkt die Abhängigkeit vom MIV in ländlichen Räumen seit Jahrzehnten. Deshalb braucht es eine integrierte Raumplanung, die auf nachhaltige, flächensparende Siedlungsentwicklung und Aktivierung im Bestand setzt.

Bei dieser sollte ein Bahn- oder Buslinienanschluss genauso von Anfang an mitgedacht werden, wie die Integration von Orten des täglichen Bedarfs wie Kitas. Damit wird weitere Zersiedelung und Flächeninanspruchnahme minimiert und die Lebensqualität in ländlichen Regionen wieder erhöht.

10. Gute Praxis muss Schule machen

Neue Mobilitätsangebote und -formen jenseits des MIV müssen nicht nur attraktiv sein, sondern eine Vielzahl an unterschiedlichen Nutzungsgruppen erreichen. Dazu müssen sie positiv begleitet und kommuniziert werden. Um den Kulturwandel beim Mobilitätsverhalten erfolgreich zu gestalten, braucht es einen Wissenstransfer zwischen Akteuren aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis, damit gute Beispiele weitergegeben werden und Anwendung finden.

11. Eine Mobilitätsgarantie für den öffentlichen Verkehr einführen

Als Teil der Grundversorgung sollte der ÖPNV mit einem verlässlichen Angebot von 5 bis 24 Uhr auftreten und damit eine Voraussetzung für den Umstieg auf Bus und Bahn schaffen. Dafür braucht es mindestens einen Stundentakt zu Hauptverkehrszeiten und einen Halbstundentakt in die nächstgrößere Ortschaft, der in Nebenverkehrszeiten durch On-Demand Angebote flexibel ergänzt werden kann.

12. Mobilitätswende sozial gerecht für alle gestalten

Verkehrspolitik hat immer auch soziale Effekte, gerade in ländlichen Regionen. Häufig entstehen die Probleme wie Mobilitätsarmut oder Erschwinglichkeit dort, wo der öffentliche Verkehr kaum stattfindet und das eigene Auto die einzige praktikable Alternative ist.

Alle Menschen in ländlichen Räumen sollten jedoch auch ohne eigenes Auto mobil sein, unabhängig von finanziellem und sozialem Hintergrund. Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sollte daher beispielsweise durch ein Sparticket wie ein 30-Euro-Ticket (Monat) oder ein 365-Euro-Ticket (Jahr) für den Regionalverkehr in ganz Deutschland gewährleistet werden.

(ID:48633858)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung