Pilotprojekt in Stuttgart Wie E-Scooter und öffentliche Verkehrsmittel voneinander profitieren können

Autor: Christoph Seyerlein

Kosten E-Scooter den öffentlichen Verkehrsmitteln Kunden? Dieser Annahme will der Verleiher Voi entgegenwirken. Dazu haben die Schweden ein Pilotprojekt mit der S-Bahn Stuttgart gestartet. Wie die ersten Ergebnisse aussehen.

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In Stuttgart testete der E-Scooter-Verleiher Voi gemeinsam mit der S-Bahn ein kombiniertes Ticketsystem.
In Stuttgart testete der E-Scooter-Verleiher Voi gemeinsam mit der S-Bahn ein kombiniertes Ticketsystem.
(Bild: Voi)

Über Sinn und Unsinn von E-Scootern wird gerne diskutiert. Mit einem Pilotprojekt will der schwedische Verleiher Voi nun zeigen, welches Potenzial in den Rollern stecken kann. Als Partner hat sich das Unternehmen die S-Bahn Stuttgart und die Bahn-Tochter Mobimeo ins Boot geholt.

Am Pendlerbahnhof Bad Cannstatt hat Voi mehrere Parkstationen für E-Scooter aufgestellt. Zudem gibt es ein kombiniertes Ticket-Buchungssystem für die Roller und die S-Bahn.

Die ersten Ergebnisse, die Voi nun vermeldete, klingen verheißungsvoll. Die S-Bahn habe im Vergleich zur Zeit davor einen Anstieg um 35 Prozent bei den Ticketbuchungen verzeichnet. Fraglich erscheint allerdings, ob das alleine auf die Möglichkeit zurückzuführen ist, die letzte Meile von der S-Bahnstation mit dem E-Scooter zurücklegen zu können. Schließlich sind zuletzt auch die Corona-Zahlen über einen längeren Zeitraum kontinuierlich gesunken. Auch das könnte zu einer vermehrten Nutzung der S-Bahn beigetragen haben.

Zahl der E-Scooter-Fahrten steigt um 250 Prozent

Voi erklärte allerdings, dass die Zahl der E-Scooter-Fahrten im Zuge des Projekts um bis zu 250 Prozent gestiegen sei. Das sei ein Beleg für die Effekte der Zusammenarbeit. Voi-Chef Fredrik Hjelm ist jedenfalls überzeugt: „Das Fazit von uns und unseren Partnern in Stuttgart ist eindeutig: Mikromobilität und Öffentlicher Nahverkehr weisen enorme Synergien auf. Deshalb sollten sie in Zukunft noch sehr viel enger integriert werden, als sie es zum jetzigen Zeitpunkt bereits sind.“

Gleichzeitig gibt es aber auch zunehmend Zweifel an einer großen E-Scooter-Zukunft. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman stellte zuletzt beispielsweise fest, dass immer weniger Geld von Investoren in jenes Umfeld fließt. „Nach Jahren der Euphorie komme es jetzt darauf an, nachhaltig profitabel zu werden, was bis jetzt nur wenige unter Beweis stellen können“, kommentiert Berater Andreas Nienhaus.

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Entwicklungsredakteur